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Coronakrise
RTL Group revidiert Jahresprognose

Wie andere Medienkonzerne zuvor hat auch die RTL Group ihren Ausblick 2020 zurückgenommen. Das erste Quartal lief zwar zufriedenstellend, die globale Lage habe sich aber "signifikant verschlechtert".

Text: W&V Redaktion

3. April 2020

Unsichere Lage bei RTL.
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Der Medienkonzern RTL Group zieht wegen der Coronavirus-Krise seinen wirtschaftlichen Ausblick 2020 und seinen Dividendenvorschlag für das vergangene Jahr zurück. Die globalen wirtschaftlichen Entwicklungen hätten sich seit Mitte März, als der Ausblick veröffentlicht worden sei, signifikant verschlechtert, teilte die im MDax notierte Bertelsmann-Tochter in Luxemburg mit.

Einen neuen Ausblick für das Geschäftsjahr gibt es nicht. "Während das erste Quartal des Jahres 2020 weitgehend den Erwartungen entspricht, werden Stornierungen für Werbebuchungen und Verschiebungen von Produktionen die Ergebnisse der RTL Group in den kommenden Monaten negativ beeinflussen", hieß es.

Es sei nun wichtig, Liquidität sicherzustellen. Daher entschied der Verwaltungsrat der RTL-Gruppe auch, den bisherigen Dividendenvorschlag von 4,00 Euro pro Aktie für das Jahr 2019 zurückzunehmen. "Der Hauptversammlung der RTL Group am 30. Juni 2020 wird nunmehr keine Dividende vorgeschlagen", hieß es weiter. Zugleich halte die Mediengruppe an den bisherigen Zielen fest, etwa den Ausbau der Streaming-Dienste in Deutschland und den Niederlanden voranzutreiben.

Mitte März hatte RTL noch diesen Ausblick gegeben: Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) rechnete man 2020 mit einem Rückgang von bis zu 7 Prozent. Die Ausgaben für die Streaming-Dienste herausgerechnet, sollte sich das Ebita weitgehend stabil entwickeln. Den Umsatz wollte RTL um 2 bis 3 Prozent steigern.

Die RTL Group, die mehr als 60 TV-Sender im Portfolio hat, darunter in Deutschland RTL, RTLzwei, SuperRTL, ntv und Vox - ist nicht der einzige Medienkonzern, der seine Prognose zurückzieht. So hatte in der vergangenen Woche das Medienhaus Axel Springer ("Bild", "Welt") wegen der Corona-Krise den Ausblick für das laufende Jahr gestrichen.

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