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Großbritannien
Satire-Site The Daily Mash wird verkauft

Schwere Zeiten für Digital-only-Medien. Die Satire-Site geht an ein Unternehmen, das ums Überleben kämpfende Webseiten aufkauft, um sie zu skalieren.

Text: W&V Redaktion

12. Februar 2019

Die Satire-Site hat zwar Kultstatus, spielt aber wenig Geld ein.
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Das britische Unternehmen Mash Productions, Betreiber der populären Satire-Website The Daily Mash, ist für 1,2 Millionen Pfund verkauft worden. Neuer Eigner ist die Firma Digitalbox mit Sitz im englischen Bath, die sich auf den Aufkauf und die Skalierung digitaler Medien spezialisiert hat.

Der Deal zeigt einmal mehr, wie schwierig die wirtschaftliche Situation für Digital-only-Medien geworden ist. Obwohl The Daily Mash in den zwölf Jahren des Bestehens Kultstatus bei den Digital Natives erworben hat und 1,8 Millionen Nutzer pro Monat verzeichnet, war die finanzielle Situation des Unternehmens zuletzt alles andere als rosig: Im vergangenen Geschäftsjahr lag der Umsatz bei lediglich 396.000 Pfund, der Gewinn vor Steuern bei 135.000 Pfund.

Digitalbox verfügt nach eigenen Angaben über ein selbst entwickeltes IT-System, über das das Unternehmen Werbeflächen im Umfeld redaktioneller Beiträge platziert. Das Unternehmen betreibt auch die Celebrity-Newssite Entertainment Daily.

The Daily Mash ist es in der Vergangenheit immer wieder gelungen, mit ihren Meldungen Verwirrung bei den traditionellen Medien zu stiften. So etwa auf dem Höhepunkt der Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Labour Party, als die Satire-Site meldete, der ehemalige Labour-Bürgermeister von London Ken Livingstone habe einen Lurch als Haustier mit dem Namen Adolf – eine Meldung, die vom Sender Sky News 1:1 übernommen wurde.

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