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Quartalsbilanz
Sky meldet Einbruch bei Umsatz und Gewinn

Auch die Zahl der Abonnenten ist bei der Pay-TV-Plattform im ersten Quartal leicht zurückgegangen. Um die Kunden von Sky Sports an Bord zu behalten, wurde deren Abo in einen "Pause-Modus" versetzt.

Text: W&V Redaktion

4. Mai 2020

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Die pan-europäische Pay-TV-Plattform Sky kämpft mit den Auswirkungen der Coronakrise und musste im ersten Quartal dieses Jahres Rückgänge sowohl beim Umsatz als auch Gewinn hinnehmen. Dies geht aus einer Börsenmitteilung des Mutterkonzerns Comcast hervor. Der US-Telko- und Kabelnetzgigant hatte den Bezahlsender 2018 für knapp 40 Milliarden Dollar übernommen.

Laut der Mitteilung schrumpften in den ersten drei Monaten dieses Jahres die Werbeerlöse von Sky um 11,6 Prozent, die Einnahmen aus dem Direct-to-Consumer-Geschäft sanken um 1,9 Prozent. Damit verzeichnete das Unternehmen ein Minus beim Gesamtumsatz von 3,7 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn brach um happige 15,3 Prozent ein auf 551 Millionen Dollar. Im Vergleichsquartal des Vorjahres waren es noch 663 Millionen.

Auch bei der Zahl der Abonnenten meldet das Unternehmen einen Rückgang, allerdings nur einen leichten um 65.000 auf nun insgesamt 23,9 Millionen. Michael Cavanagh, Senior Executive Vice President und Chief Financial Officer der Comcast Corporation, führt die wenig befriedigenden Zahlen auf eine "allgemeine Schwäche des Marktes" zurück, die durch die Coronakrise noch verschärft worden sei. Außerdem hätten neue gesetzliche Regelungen für Glücksspiel-Werbung in Großbritannien und Italien die Werbeeinnahmen negativ beeinflusst.

Ein gravierendes Problem besteht für Sky aber besonders durch die Aussetzung wichtiger Sportereignisse, vor allem der englischen Premier League. "Angesichts der signifikanten Umsätze, für die (der TV-Kanal) Sky Sports sorgt, und angesichts der Tatsache, dass Sport-Pakete separat angeboten werden, besteht durch den kompletten Shutdown des Sports ein hohes Risiko, Abonnenten zu verlieren, wenn dieses Problem nicht direkt angegangen wird", so Cavanagh.

Deshalb hat sich das Unternehmen laut Cavanagh entschlossen, die Abonnements der Sport-Kanäle in einen "Pausen-Modus" zu versetzen. Dies mindere das Risiko, dass die Kundenbeziehung völlig abbreche. Gleichzeitig ermögliche diese Maßnahme, die Umsätze erneut sprudeln zu lassen, sobald die Sportereignisse wieder stattfinden.


Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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