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Handelsblatt
So äußert sich Sven Afhüppe zu Gabor Steingart

Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe bekennt sich im Morning-Briefing zu seinem bisherigen Chef Steingart und damit gegen die Holtzbrinck-Entscheidung

Text: W&V Redaktion

12. Februar 2018

Starkes Statement von Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe
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Mutige Zeilen, die Sven Afhüppe in seinem heutigen Morning Briefing vom Stapel lässt. Der Chefredakteur vom Handelsblatt zitiert Verleger Dieter von Holtzbrinck lediglich, als es um lobende Worte über Gabor Steingart ging, der am Freitag als Geschäftsführer gehen musste.

Dass Afhüppe dann noch einen ganzen Absatz dem Thema Unabhängigkeit widmet, spricht nicht nur für ihn als großartigen Journalisten, sondern das klingt nach einer heftigen Kritik an der Entscheidung seines Verlegers. Denn Steingart musste gehen, weil er eine Metapher über SPD-Generikum Martin Schulz im Morning Briefing von sich gab, eine nicht ganz glückliche Metapher zugegebenerweise, über den "perfekten Mord".

Von wegen Unabhängigkeit

Doch Meinungsfreiheit und journalistische Unabhängigkeit sind ein großes Gut als Pfeiler einer funktionierenden Demokratie. Dass sich ausgerechnet ein Dieter von Holtzbrinck mit Titeln wie die Zeit, Wirtschaftswoche und dem Handelsblatt dafür nicht stark machen sollte, sondern seinem publizistischen Erfolgsritter Steingart in den Rücken fällt, ist in der Tat schwer nachvollziehbar. Hierzu fehlt noch ein offizielles Statement aus dem Hause Holtzbrinck.

Dafür bringen wir hier in voller Länge den Passus, den Chefredakteur Sven Afhüppe heute früh über Steingart-Gate publiziert hat:

Der Original-Passus von Afhüppe zu Steingart:

Gabor Steingart hat die Handelsblatt Media Group verlassen, was die Redaktionen der Gruppe sehr bedauern. Zu Recht hat unser Verleger Dieter von Holtzbrinck am Freitag vor allen Mitarbeitern gesagt: „Das Multitalent Gabor Steingart hat in wenigen Jahren zunächst das Handelsblatt, danach die gesamte Handelsblatt-Gruppe auf großartige Weise weiterentwickelt und erneuert, was höchsten Respekt und größten Dank verdient.” Dem kann ich mich, der ich mit Gabor acht Jahre Seite an Seite für die Erneuerung des Handelsblatts gekämpft habe, nur anschließen. Ich und die Handelsblatt-Redaktion wären diesen erfolgreichen Weg der Erneuerung gerne mit ihm weitergegangen. 

Auch ohne Gabor Steingart drehen wir die Uhr nicht zurück, sondern weiter. Die Digitalisierung unserer Angebote und die englischsprachige Ausgabe Handelsblatt Global treiben wir kraftvoll voran, der Live-Journalismus und damit die Nähe zu unseren Leserinnen und Lesern, wie wir sie im Handelsblatt Wirtschaftsclub seit Jahren praktizieren, bleibt unser Markenzeichen.
Und auch für mich gilt, was für Gabor Steingart und alle früheren Chefredakteure des Handelsblatts immer galt: Die publizistische Unabhängigkeit ist nicht verhandelbar. Sie muss nicht nur hochgehalten, sie muss täglich praktiziert werden. Oder um es mit Altkanzler Willy Brandt zu sagen: „Journalismus kann abdanken, wenn er harmlos wird.“

Für mich wie für die Handelsblatt-Redaktion ist die publizistische Unabhängigkeit das höchste Gut. Sie können sich darauf verlassen, dass das Handelsblatt weiter für unabhängigen, kritischen und fairen Journalismus steht.
In diesem Sinne grüßt Sie auf das Herzlichste Ihr 

Sven Afhüppe

Chefredakteur

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