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Spiegel Daily geht in Spiegel+ auf
So sieht das neue Bezahlmodell des digitalen Spiegel aus

Spiegel-Produktchef Stefan Plöchinger und das Spiegel-Team erklären in einem Blog, wie sich die Digitalstruktur bei dem Nachrichtenmagazin ändert. Und warum.

Text: W&V Redaktion

23. April 2018

Stefan Plöchinger, Produktchef beim Spiegel, erklärt das neue, einheitliche Bezahlmodell Spiegel+.
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Erst vor wenigen Monaten hat er sein Amt angetreten: Stefan Plöchinger, langjähriger Digital-Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, wechselte als Produktchef zum Hamburger Nachrichtenmagazin Spiegel, um das multimediale Produktportfolio auszubauen. Als Journalist hatte er bereits 2006 und 2011 für Spiegel Online gearbeitet. Und bei der Süddeutschen die Digitalisierung begleitet.

Nun erläutern er und Spiegel-Plus-Team, wie beim digitalen Angebot des Spiegel Ordnung in die Fülle kommen soll, wie die Preisstruktur aussehen wird - und warum Spiegel Daily, das digitale "Abendzeitungs"-Modell der Hamburger, in der Form nicht wirklich funktioniert hat. Spiegel Daily hatte erst am 16. Mai 2017 als abendlicher Newsdienst zu den wichtigsten Themen des Tages den Betrieb aufgenommen.

Spiegel Daily wird es weiterhin geben, heißt es im Werkstattblog bei Medium.com. Aber anders: Die "Nachrichtenseite innerhalb der Nachrichtenseite" wird aufgelöst, "Daily" der Titel des Push-Angebots von Spiegel Online für Apps, Messenger und Newsletter. Das ist Teil der Strategie "aus drei wird eins", die Plöchinger für den Sommer ankündigt.

"Wir erfinden unser digitales Bezahlmodell neu"

Das Eine, was daraus werden soll, ist eine Flatrate: ein fester Preis für die digitalen Spiegel-Inhalte von 19,99 Euro im Monat (Print-Kombi-paket: 24,99 Euro).

Die drei, die hier zusammengefasst werden, sind das digitale Spiegel-Abo (65.000 Abonnenten; 4,10 Euro pro Ausgabe oder Aufpreis zum Printabo), der Einzelartikel-Verkauf Spiegel Plus (36 Cent pro Artikel mit Later Pay; 3,90 Euro für den Wochenpass) und die bereits erwähnte Digitalzeitung Daily (6,99 Euro im Monat). Das heißt, Einzelartikel wird es ebenso wie Daily oder den Wochenpass nicht mehr geben.

Einfacher muss alles werden. Im Blog: "Die bisherigen Angebote wurden preislich nicht zwingend als logisch empfinden, alle zusammen aber als unlogische Struktur." Das sei aus Gesprächen mit Lesern hervorgegangen.

Was die Leser erwartet

Die Flatrate für alles Digitale wird (zunächst) 19,99 Euro pro Monat kosten. Dafür bekommen die Nutzer exklusive Texte auf der Nachrichtenseite, ein tägliches Daily-Update, das wöchentliche Magazin in digitaler Form. Alle unter 30 Jahren ("die bekanntlich noch nicht so viel verdienen"), bezahlen für das neue Spiegel+ 11,99 Euro im Monat.

Das neue Logo schreibt "plus" nicht mehr aus, sondern wird so aussehen (Bild o.) - oder kurz: S+.

Für den Verlag bedeute das neben den technischen Umbauten, dass die "Redaktionen der Nachrichtenseite und des wöchentlichen Magazins in Zukunft faktisch in einem gemeinsamen Geschäftsmodell mit anteiliger Anzeigen- und Leserfinanzierung arbeiten", teilt das Spiegel-Plus-Team mit. Und eine "kreative Kollaboration fast aller Bereiche unseres Hauses". Die Zusammenarbeit sei bereits seit Monaten so organisiert, dass innovative, agile Strukturen aufgebaut wurden.

Veränderungen für die Verlagsstruktur

Der Werkstattblog kündigt an, dass das neue Bezahlmodell auch den Spiegel strukturell verändert. Die Rede ist vom Ausbau des Digitalvertriebs zum E-Commerce-Team; vom "Aufbau von Textmarketing als journalistisch-geschäftliche Zwischenposition"; "eine neue Reichweitenlogik, die loyale Leser ins Zentrum nimmt" - ebenso veränderte "Produktionslogiken etwa für das wöchentliche Magazin, dessen Artikel nun  -  wenn sinnvoll -  völlig unabhängig vom Andruck digital präsentiert werden könnten: um bestehende Abonnenten früher zu versorgen oder neue Abonnenten zu werben". Damit wird das Printmagazin faktisch ein Teil des digitalen Spiegel+.

Stefan Plöchinger und seine Mannschaft sehen in den Veränderungen "viele Chancen": "Die alte Branchendiskussion, ob das klassische Reichweitenmodell im Netz und Paid-Content-Ansätze überhaupt zu vereinbaren sind, ist endgültig obsolet geworden. Beides gehört zusammen; mit Bezahlmodellen monetarisiert man eine möglichst große Reichweite einfach noch mal anders."

Alle Fragen seien längst nicht beantwortet. Aus dem Spiegel-Labor können aber, egal, wie es sich entwickelt, vermutlich andere Verlagshäuser einiges lernen.

Den kompletten Beitrag mit Erläuterungen von Stefan Plöchinger finden Sie hier.

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