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Audio
So wirkt sich die Corona-Krise auf Audio-Streaming aus

Das Audio-Streaming verändert sich. Die Corona-Krise wirkt sich auf die Nutzungszeiten und Inhalte aus. Der Streamingdienst Deezer hat dazu das Nutzungsverhalten der ersten drei Märzwochen untersucht.

Text: W&V Redaktion

31. März 2020

In der Krise hören die Menschen am liebsten Gute-Laune-Musik
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Häusliche Isolation wirkt sich auch auf das Nutzen von Audio-Streams aus. Anfangs geht die Nutzung sogar zurück. Laut Deezer wird weniger unterwegs übers Handy gestreamt, sondern mehr auf Heimgeräten wie Smart TVs, Smartspeaker und Spielkonsolen. Entsprechend verschiebt sich auch der Streaming-Peak von wochentags sieben Uhr auf neun bis zehn Uhr. Am Wochenende hören die Nutzer vor allem nachmittags permanent über Stream, so die Analyse. Zuvor sei der Freitag, der Tag mit dem höchsten Streaming-Volumen, gewesen. Inzwischen sehe zum ersten Mal jeder Tag gleich aus, was das Streaming-Aufkommen betrifft.

Spielkonsolen und Smart TV als Abspielgeräte genutzt

Der größte Anstieg sei beim Streamen von Musik über Spielkonsolen wie der Xbox (+ 60 Prozent) zu sehen, gefolgt von Smart TV (+ 59 Prozent), Amazon Alexa (+34 Prozent) und Google Assistant (+31 Prozent). "Isolation zu Hause bedeutet, dass sich die Menschen an einen völlig neuen Alltag gewöhnen müssen. Sie müssen ihre Kinder unterhalten, fit bleiben und gleichzeitig Arbeit und persönliche Zeit in Einklang bringen. Unsere Daten geben einen Einblick, wie sich unsere Nutzer an die neue Situation anpassen. Heimgeräte übernehmen dabei vermehrt das Streaming von Audio-Inhalten. Der Streaming-Peak erfolgt jetzt zwei bis drei Stunden später als üblicherweise. Und der Unterschied zwischen Wochenenden und Wochentagen ist mehr oder weniger verschwunden“, sagt Aurélien Hérault, Chief Data & Research Officer Deezer.

Gute Laune- und Fitness-Inhalte gefragt

Aber auch die Nachfrage nach Inhalten hat sich verändert. Im Musikbereich sind es vor allem sogenannte Mood-Playlists die gehört werden, mit einem Wachstum von zum Teil 335 Prozent. Auch die Playlist Work from Home hatte einen Anstieg um 391 Prozent. Sport Motivation sei bei dem Dienst die weltweit  am häufigsten gestreamte Playlist im neuen Themen-Channel Wir bleiben zu Hause. Die Streams der Playlist Yoga&Meditation seien innerhalb einer Woche  um 366 Prozent gewachsen.

Auch Podcast-, Hörspiel-und Radionutzung steigt

Zudem gibt es einen Nutzungsanstieg bei Podcasts, Hörspielen und Radio. In Deutschland  ein Wachstum von 24 Prozent bei den täglichen Podcast-Nutzern. Auch die Hördauer stieg im gleichen Zeitraum um rund 14 Prozent. In den Top 20 dominieren neben Krimi- und Comedy-Formaten vor allem Podcasts mit Corona-Bezug, wie  Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten (NDR) oder Coronavirus - Doc Esser klärt auf (WDR). Auch bei Kinder-Hörspielen sowie Podcasts rund um Kids-Inhalte gibt es einen Anstieg. Bei den Kinder-Podcasts global um 218 Prozent. Während insgesamt weniger Musik gestreamt wird, stieg die Radionutzung auf Deezer global um 19 Prozent in den letzten zwei Wochen und erneut um weitere zwei Prozent in der letzten Woche.

Corona-Lockdown verringert erst die Streaming-Zugriffe

Ein besonders interessantes Phänomen: Nach einem anfänglichen Rückgang der Streams in der laut Deezer sogenannten Schockphase des Lockdowns, nehmen die Streams wieder an Fahrt auf. Es werde aber dauern, bis sie wieder das Vorkrisen-Niveau erreichen, so der Dienst. Der Blick auf die Daten aus Italien zeige, dass die Streaming-Nutzung anfänglich leicht zurückging, sich nach der ersten Woche im Lockdown wieder auf gewohntes Niveau einpendelte. Andere Länder wie Frankreich folgten diesem Muster. Das soll auch für Deutschland gelten, so Deezer.

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Autor: Katrin Otto

ist Redakteurin im Medienressort. Sie schreibt über Radio, Außenwerbung, Kino und Film und freut sich über Empfehlungen für die Bücherseite. Wenn sie nicht in der Redaktion ist, ist sie auf Konzerten, im Kino oder im Wasser.

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