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Claas-Relotius-Skandal
Spiegel richtet eine Ombudsstelle ein

Über ein Jahr nach dem Claas-Relotius-Skandal löst Der Spiegel die Aufklärungskommission auf, die sich um die Aufarbeitung des Falls gekümmert hatte. Das Nachrichtenmagazin vertraut auf eine Ombudsstelle.

Text: W&V Redaktion

21. Februar 2020

Der Spiegel setzt auf eine Ombudsstelle.
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Mit einer neu eingerichteten Ombudsstelle will das Nachrichtenmagazin Der Spiegel künftig Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten in der Berichterstattung nachgehen. Das Gremium nimmt per E-Mail (ombudsstelle@spiegel.de) Hinweise entgegen, wie der Hamburger Spiegel-Verlag am Freitag mitteilte.

Das Instrument von Ombudsstellen ist dafür gedacht, um unparteiisch auf Strittiges einzugehen. Das Gremium besteht aus drei Spiegel-Mitarbeitern: Einer Dokumentationsjournalistin, einem Nachrichtenchef und dem Leiter der Rechtsabteilung.

Dass der Spiegel eine Ombudsstelle geschaffen hat, ist eine direkte Konsequenz aus dem Fälschungsskandal, den das Magazin im Dezember 2018 öffentlich gemacht hatte. Der Reporter Claas Relotius hatte in Spiegel-Artikeln immer wieder Szenen, Gespräche und Ereignisse erfunden.

Eine Aufklärungskommission hatte den Fall aufgearbeitet. Diese Kommission wird den Angaben zufolge durch die Ombudsstelle abgelöst, arbeitet aber noch die restlichen Hinweise aus dem Relotius-Zusammenhang auf und dokumentiert gegebenenfalls Ergebnisse wie zum Beispiel zur laufenden Recherche zu der rund 26 Jahre alten Spiegel-Titelgeschichte "Der Todesschuss". In dem Artikel geht es um den Einsatz von Elite-Polizisten der GSG-9 im Jahr 1993 am Bahnhof von Bad Kleinen in Mecklenburg-Vorpommern zur Festnahme von zwei Mitgliedern der terroristischen Roten Armee Fraktion (RAF). In den Artikel floss als Quelle auch ein anonymer Zeuge ein. (dpa)

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