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The Walt Disney Company
Star setzt auch auf lokale Eigenproduktionen

Star, die neue "erwachsene" Erweiterung des Streaming-Angebots Disney+, will auch mit ambitionierten lokalen Serien überzeugen. Zum Auftakt gibt es zwei davon: "Sam - Ein Sachse" und "Sultan City".

Text: W&V Redaktion

16. Februar 2021

Star: Am 23. Februar startet das Angebot auch in Deutschland.
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Wenn am 23. Februar das neue Programmangebot Star, die Erweiterung des Streaming-Angebots Disney+, in Deutschland an den Start geht, erwarten die Abonnenten nicht nur "erwachsene" Serien und Filme aus dem internationalen Portfolio. Star wird auch mit zwei lokalen Projekten aufwarten. Das kündigte Eun-Kyung Park, Senior Vice President und General Manager Media der Walt Disney Company, bei der heutigen Präsentation an.

Eines davon, eine sechsteilige Serie von Big Window Productions, erzählt die Geschichte von Samuel Meffire, Ostdeutschlands erstem dukelhäutigem Polizisten. "Sam – Ein Sachse", so der Titel, wird von Emmy-Gewinner Jörg Winger ("Deutschland 83") und Tyron Ricketts produziert.

Für das zweite Serienprojekt, eine "Family Gangster Dramedy", hat sich Disney mit Newcomern zusammengetan. Die beiden Showrunnerinnen Ayla Gottschlich und Aysel Yilmaz sowie Headautorin Ipek Zübert erzählen in "Sultan City" die Geschichte von Sultan, einer Mutter von drei erwachsenen Töchtern. Der Ehemann und Vater betreibt in Berlin eine Reihe gutgehender Restaurants – bis er verschwindet. Die vier Frauen forschen nach und entdecken, dass er in kriminelle Geschäfte verwickelt ist. Ihre Lösung: Sie steigen ebenfalls in das zwielichtige Business ein – der Laden muss ja weiter laufen.

Ayla Gottschlich (l.) und Aysel Yilmaz sind die Showrunner von "Sultan City".

"Bei den lokalen Produktionen ist es uns wichtig, Geschichten zu erzählen, die einen ganz klaren lokalen Bezug haben“, erläutert Anne Tide, Director Local Productions, The Walt Disney Company GSA. "Warum wollen wir diese Geschichte aus Deutschland heraus erzählen, und warum jetzt? Das waren die zwei wichtigsten Fragen, die uns auf der Suche nach den perfekten Stoffen geleitet haben.“ Die Geschichten, die man bei Star erzählen will, sollen nicht nur unterhalten, sondern auch verschiedene Stimmen und Perspektiven zeigen; die Zuschauer sollen sich in den Geschichten und den Figuren wiederfinden.

Auch in anderen europäischen Länder sind Star-Originals geplant. In Frankreich sind ebenfalls zwei Projekte für Star in Arbeit: "Oussekine", eine vierteilige Serie, die  den Tod des jungen Studenten Malik Oussekine aufrollt – nach einer wahren Begebenheit. Die Dokumentation "Soprano: Sing or Die" liefert einen Einblick in das Leben und die Arbeit des französischen Rappers Soprano und seiner Freunde – von ihren Anfängen bis zu ihrem heutigen Erfolg. Und Italien wird unter anderem die Krimi-Serie "The Good Mothers" produziert, in der die Mafia aus Frauenperspektive dargestellt wird.

v.l.: Steven Gaetjen, Eun-Ky Park, Anne Tide, Roger Crotti.

Insgesamt plant Disney+, auf der Plattform mehr als 50 Originals zu veröffentlichen. Der Content soll dazu beitragen, die ehrgeizigen Ziele des Konzerns weiter zu erreichen. Die verkündete Roger Crotti, Country Manager DACH, zu Beginn der Präsentation: Rund ein Jahr nach dem Start hat Disney+ 95 Millionen Abonnenten weltweit – geplant waren laut Crotti eigentlich "nur" 60 bis 90 Millionen. Daher hat Disney die weitere Planung bis 2024 gleich etwas ambitionierter gestaltet: 230 bis 260 Millionen sollen es bis zum Jahr 2024 werden.

Das will der Entertainment-Konzern nicht nur mit Serienware schaffen. Auch die Verwertung von Kinofilmen spielt darin eine wichtige Rolle: Künftig ist geplant, ausgewählte Disney-Filme parallel im Kino und im Streaming anzubieten. Der nächste Start steht schon fest: Der Film "Raya und der letzte Drache", der in einigen Ländern – angepasst an die jeweilige Pandemie-Lage – im Kino veröffentlicht wird, ist in Deutschland ab 5. März bei Disney+ im VIP-Bereich zu sehen. Was bedeutet: Hier nochmal ein Extra-Betrag zusätzlich zur monatlichen Abo-Gebühr bezahlt werden – ähnlich wie bei der Produktion "Mulan" im vergangenen Jahr.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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