Anzeige

Großbritannien
Starker Auflagenschwund bei den Zeitungstiteln

Von den zehn überregionalen Tageszeitungen verlieren sechs im zweistelligen Prozentbereich. Der Daily Telegraph will künftig auf die Messung durch den Auflagenkontrolleur ABC verzichten.

Text: W&V Redaktion

21. Januar 2020

Die Zeitung verabschiedet sich von der offiziellen Auflagenmessung durch die ABC.
Anzeige

Die dramatische Auflagenerosion der überregionalen Tageszeitungen in Großbritannien hat sich auch im vergangenen Jahr ungebrochen fortgesetzt. Sechs der insgesamt zehn Titel verloren im Vergleich zum Dezember 2018 im zweistelligen Prozentbereich, so der Daily Star (-15%), The Sun (-13%), The Daily Mirror, The Daily Telegraph sowie der Daily Record (jeweils -12%) sowie The Times (-11%). Dies geht aus der aktuellen Statistik des britischen Auflagenkontrolleurs ABC hervor.

Dabei zeichnet sich mittlerweile ein Kampf um die Marktführerschaft zwischen der langjährigen Nummer eins The Sun und der Daily Mail ab. Während die Sun durchschnittlich auf eine verkaufte Auflage von 1,22 Millionen Exemplaren kommt, steht die Daily Mail aktuell bei 1,14 Millionen (-7%). Zieht man bei der Sun allerdings die knapp 67.000 Exemplare in der Rubrik Sonderverkäufe ab, schrumpft der Vorsprung auf nur noch 7800 Exemplare.

Hinter den beiden Spitzenreitern folgen der Daily Mirror (451.000), The Times (370.000), The Daily Telegraph (318.000), der Daily Express (295.000/-8%) sowie der stärkste Verlierer Daily Star mit 283.000 Exemplaren.

Am Ende des Rankings liegen die Kompaktzeitung i (218.000), der Guardian (133.000) und der Daily Record mit 105.000 Exemplaren. Der Guardian verzeichnete mit einem Minus von fünf Prozent dabei den geringsten Auflagenschwund der zehn Titel.

Telegraph: Fokus auf "Subscriber first"-Strategie

Die Dezember-Statistik war zugleich die letzte, bei der alle zehn überregionalen Titel erfasst wurden. Denn der Daily Telegraph hat inzwischen angekündigt, dass er seine Auflage künftig nicht mehr der ABC melden werde, da die Auflage bei einer "Subscriber first"-Strategie keine Schlüsselmetrik mehr darstelle.

Stattdessen wolle der Verlag künftig jeden Monat seine eigenen Abonnentenzahlen veröffentlichen, die vom Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers überprüft würden. Bis 2023 möchte der Telegraph bei seinen Digitalangeboten zehn Millionen registrierte Nutzer und eine Million zahlende Abonnenten erreichen.


Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

Anzeige