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UK-Zeitungsmarkt
Steve Bannon will den "Daily Telegraph" übernehmen

Der ehemalige Berater von Donald Trump hat ein Auge auf das zum Verkauf stehende Blatt geworfen. Er würde es gern zu einem internationalen, rechtspopulistischen Titel umbauen.

Text: W&V Redaktion

11. November 2019

Der Ex-Chefredakteur des Guardians erwartet bei einer Bannon-Übernahme das Ende des Daily Telegraph.
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Steve Bannon, Ex-Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, zeigt Interesse an einer Übernahme der britischen Tageszeitung Daily Telegraph sowie der Sonntagsausgabe Sunday Telegraph. Die Telegraph Media Group, die sich im Besitz der Milliardärsfamilie Barclay befindet, steht seit Kurzem zum Verkauf.

Wie der britische Konkurrenztitel The Times berichtet, will Bannon für das Vorhaben ein Käuferkonsortium zusammenbringen. Sein Ziel: Das ohnehin schon erzkonservative Blatt zu einem internationalen, rechtspopulistischen Titel weiterzuentwickeln.

Derzeit, so Bannon, stehe der Titel politisch nicht weit rechts genug, da er noch zu stark auf das Netzwerk einer konservativen Elite aus Oxford- und Cambridge-Absolventen setze. Der Telegraph unterstützt vehement die Brexit-Politik von Premierminister Boris Johnson, der selbst jahrelang für das Blatt gearbeitet hat, unter anderem als Korrespondent in Brüssel.

Der Kaufpreis soll laut Branchenspekulationen bei mindestens 100 Millionen Pfund liegen. Als die Zwillingsbrüder David und Frederick Barclay die 1885 gegründete Zeitung 2004 übernahmen, zahlten sie dafür noch 665 Millionen Pfund. Tatsächlich war das Blatt lange Zeit der wirtschaftlich erfolgreichste überregionale Qualitätstitel in Großbritannien.

Auflage und Gewinne im Sinkflug

Doch die Situation hat sich in den letzten Jahren rapide geändert. Verzeichnete der Daily Telegraph 2004 noch eine verkaufte Auflage von 915.000 Exemplaren, waren es im September dieses Jahres laut Auflagenkontrolleur ABC nur noch 311.000. Der Gewinn vor Steuern lag im vergangenen bei nur noch eine Million Pfund.

Der Gewinnrückgang hat allerdings auch damit zu tun, dass der Verlag nach Jahren radikaler Kostensenkungsmaßnahmen im vergangenen Jahr eine neue digitale Investmentstrategie eingeschlagen und 39 zusätzliche Redakteursstellen geschaffen hat.

"Ich bin mir nicht sicher, ob sie (die Barclays) tatsächlich verkaufen wollen", sagte Bannon gegenüber der Times. Deshalb sei das ganze Projekt "vielleicht eine absolute Zeitverschwendung".

Langwieriger Verkaufsprozess erwartet

Eilig scheinen es die Barclays ohnehin nicht zu haben, bislang wurden noch keine Finanzinstitute offiziell damit beauftragt, den Verkaufsprozess einzuleiten. Laut Insidern könnte sich ein möglicher Verkauf bis zu 24 Monate hinziehen.

Zu der Meldung einer anvisierten Übernahme des Telegraph durch ein von Bannon initiiertes Konsortium twitterte der ehemalige Chefredakteur des linksliberalen Guardian, Alan Rusbridger: "Wenn Steve Bannon Eigentümer des Telegraph wird, wäre dies meiner Meinung nach das Ende des Telegraph."

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