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US-Musikindustrie
Streaming ist der größte Umsatzfaktor

Drei Viertel des Gesamtumsatzes der US-Musikwirtschaft wird inzwischen von Streaming-Plattformen erwirtschaftet. Mit weiterhin hohen Zuwachsraten.

Text: W&V Redaktion

4. März 2019

Streaming dominiert das Musik-Business in den USA.
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Die Umsätze von Musikstreaming-Plattformen legten im vergangenen Jahr in den USA um 30 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar zu. Mit diesem erneut starkem Zuwachs ist das Musikstreaming der mit Abstand wichtigste Wachstumsfaktor der amerikanischen Musikindustrie überhaupt.

Dies geht aus dem Jahresbericht für 2018 des US-Branchenverbandes Recording Industry Association of America (RIAA) hervor. Insgesamt stehen die Streaming-Plattformen – Abo-Angebote, werbefinanziertes Streaming und Onlineradios – inzwischen für 75 Prozent des Gesamtumsatzes der US-Musikindustrie in Höhe von 9,8 Milliarden Dollar.

Besonders kräftig stiegen in diesem Segment die Umsätze der Abo-Dienste wie Spotify, Apple Music oder Tidal. Sie legten im Vergleich zu 2017 um 33 Prozent auf 4,66 Milliarden Dollar zu.

Ein noch stärkers Plus verzeichneten allerdings die Onlineradios, deren Umsätze um 46,1 Prozent auf 952,8 Milliarden Dollar kletterten. Auf Rang drei innerhalb des Streaming-Segments rangieren die werbefinanzierten Dienste wie etwa Youtube, Vevo oder das kostenlose Angebot von Spotify mit einem Gesamtumsatz von 759,5 Milliarden Dollar – ein Plus gegenüber 2017 um 15,3 Prozent.

Wenig Interesse an digitalen Downloads

Deutlich gesunken sind bereits im sechsten Jahr in Folge die Umsätze im Bereich der digitalen Downloads von Einzeltiteln beziehungsweise ganzen Alben. Sie gingen 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent auf 1,04 Milliarden Dollar zurück. Mittlerweile liegt der Umsatzanteil am gesamten Musikmarkt bei nur noch 11 Prozent. Vor fünf Jahren waren es noch 42 Prozent.

Damit ist der Umsatzanteil der Downloads zugleich unter den der physischen Trägermedien wie CDs oder Vinyl gefallen. Deren Gesamtumsatz ging zwar ebenfalls deutlich zurück (um 22,8 Prozent), summiert sich aber auf immerhin 1,15 Milliarden Dollar.

Vinyl-Verkäufe auf höchstem Stand seit 1988

Allerdings gibt es im Segment der physischen Trägermedien eine gegenläufige Entwicklung: So sanken die Umsätze aus CD-Verkäufen gegenüber 2017 um 34 Prozent auf 698 Millionen Dollar. Es ist das erste Mal seit 1986, dass sie unter die Milliarde-Dollar-Marke rutschten.

Zugelegt haben dagegen erneut die Umsätze aus den Vinyl-Verkäufen: Sie stiegen um 8 Prozent auf 419 Millionen Dollar – der höchste Umsatzwert seit 1988.

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