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Verlage in der Krise
Studie: Die große Hoffnung heißt Paid Content

Die Hoffnung der Zeitungsverlage ruht auf Paid Content. Die Branche schätzt, dass sich der Anteil des Digital-Geschäfts am Gesamtumsatz verdoppeln wird. Technologie und Allianzen gewinnen an Bedeutung.

Text: W&V Redaktion

9. Februar 2021

Im Gegensatz zu Print ist digitaler Journalismus oft noch kostenlos.
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Paid Content bleibt die große Hoffnung: 85 Prozent der Zeitungsverlage schätzen die Bedeutung von kostenpflichtigen Inhalten als strategisch hoch oder sogar existenziell ein. Binnen drei Jahren, so die Erwartung, wird sich der Anteil des digitalen Kerngeschäfts am Gesamtumsatz verdoppeln. Zugleich steigt die Zuversicht, dass Rückgänge im Printbereich durch die Digitalerlöse in fünf Jahren kompensiert werden können.

Dies sind die wesentlichen Ergebnisse der repräsentativen Studie "Trends der Zeitungsbranche 2021", die der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) gemeinsam mit der Unternehmensberatung Schickler vorgestellt hat. Neben der Wichtigkeit von Paid Content identifiziert die Studie drei weitere Trends:

Erstens, Abo-Modelle werden immer stärker ins Digitale übertragen. Die Verlage erwarten jenseits von Print wachsende Abonnement-Zahlen (plus 47) Prozent binnen drei Jahren.

Zweitens, die Bedeutung von Technologie nimmt zu: 90 Prozent der Verlage planen, künftig zunehmend in das technologische Umfeld zu investieren; 76 Prozent der befragten Unternehmen schätzen das Arbeiten mit Daten, Algorithmen und Künstlicher Intelligenz als hochrelevant oder existenziell relevant ein.

Drittens, Allianzen werden notwendig: 96 Prozent der Verlage planen in Zukunft Kooperationen einzugehen - insbesondere im Digitalgeschäft und in der Logistik.

Folge der Pandemie: Prozesse werden effizienter 

"Die Entwicklung in den Vorjahren hat sich etabliert", sagt BDZV-Geschäftsführerin Katrin Tischer. "Das Digitalgeschäft steht immer mehr im Fokus der Zeitungsverlage. Dabei zeigt sich ein Dreiklang aus Paid Content-Inhalten, Technologie als Treiber der Transformation sowie die wachsende Bereitschaft, Allianzen und Kooperationen einzugehen." Dies sei ein kraftvolles Zeichen für die Zukunft der Branche und vermittle viel Zuversicht.

Christoph Mayer, Partner bei der Unternehmensberatung Schickler, führt aus: "Der digitale Journalismus wird die Verlage in die Zukunft bringen – eine gute Nachricht. Der Großteil der Verlage hat diesen Weg eingeschlagen und verfolgt ihn mit Hochdruck." Neben exzellentem Journalismus bedürfe es hierfür Technologie, Algorithmen und Künstliche Intelligenz.

Neben der Transformation und der weiteren Digitalisierung der Branche stehen auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Fokus der Trendumfrage 2021. Während die Abonnements in der Pandemie stabil bleiben und die Werbeerlöse sinken, geht die Branche von starken Zuwächsen beim Digitalgeschäft aus: 97 Prozent der Verlage geben an, in der Corona-Zeit beschleunigt ihre Arbeitsorganisation verändert zu haben. Dabei stellen 62 Prozent der Verlage durch die Veränderungen in der Pandemie eine gestiegene Effizienz ihrer Prozesse fest.

Auch der Umstieg aufs mobile Arbeiten scheint keine größeren Probleme zu bereiten: 84 Prozent der Verlage sehen keine wesentliche Beeinträchtigung der redaktionellen Arbeit durch die veränderte Arbeitssituation in der Pandemie.

An der Studie haben 67 Verleger- und Geschäftsführer:innen, 32 Chefredakteur:innen und 30 Digital-Publisher teilgenommen. Sie repräsentieren laut BDZV nach Auflage gut die Hälfte (59 Prozent) der Tageszeitungen in Deutschland.


Autor: Maximilian Flaig

ist seit 2018 W&V-Redakteur und verbringt in dieser Funktion die meiste Zeit des Tages im Agenturressort. Dort versorgt ihn die kreativste Branche der Welt zuverlässig mit guten Geschichten - oder mit Zahlen für diverse Rankings. Sport- und Online-Marketing interessieren den gebürtigen Kölner besonders. 

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