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Agenda mit 5 Punkten
"True Media": Fünf Verlage machen sich für Qualität stark

Springer, Bauer, G+J, Funke und Burda bekennen sich bei Best4 Das Event zu einer Agenda für mehr Qualität in 5 Punkten: "True Media".

Text: W&V Redaktion

20. November 2018

Stehen hinter "True Media" (v.l.): Stephan Schäfer (G+J), Andreas Schoo (Funke), Jan Bayer (Springer), Philipp Welte (Burda) und Jörg Hausendorf (Bauer).
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In Zeiten von "Fake News" nimmt das Misstrauen gegenüber klassischen Medien zu. Dem wollen fünf Verlage etwas entgegensetzen: "True Media".

Die Medienkonzerne Axel Springer, Bauer Media Group, Gruner + Jahr, Funke Mediengruppe und Hubert Burda Media haben diese Agenda in fünf Punkten bei Best4 Das Event am Dienstag im Ewerk in Berlin präsentiert - unmittelbar vor der OWM-Fachtagung der wichtigsten Werbekunden. 

Es geht um den Wert der Glaubwürdigkeit und Ausgewogenheit journalistischer Medien sowie die Bedeutung von Vertrauen für die erfolgreiche Markenführung. Also von Demokratie bis Werbewirkung.

Das ist die Agenda für "True Media" – im Wortlaut der Verlage:

  1. Wir sichern das publizistische Fundament für die pluralistische Demokratie
    Mit unseren journalistischen Inhalten informieren wir die Menschen in unserer pluralistischen, aufgeklärten Gesellschaft. Damit leisten wir einen unersetzlichen Beitrag zur Sicherung der Freiheit von Meinungen und Information in unserer Demokratie.
  2. Wir agieren mit Menschen für Menschen
    Während Algorithmen der Social Networks mit Reiz-Reaktion-Reflexen arbeiten und das Weltbild durch Filterblasen manipulieren, stellen wir den Menschen mit seiner Kraft zur eigenen Entscheidung in den Mittelpunkt. Unsere Marken und Produkte bestärken den mündigen Bürger und unterstützen seine freie Meinungsbildung – das können und wollen soziale Netzwerke nicht leisten.
  3. Wir investieren in die Wahrheit
    Unsere publizistische Verantwortung nehmen wir sehr ernst – in Print und Digital. Wir recherchieren, wir überprüfen und wir separieren die Wahrheit, auch die unbequeme, von der Falschinformation – ob es um politische, inspirierende oder unterhaltende Inhalte geht. Dafür beschäftigen unsere Häuser zusammen mehr als 9000 ausgebildete Journalisten, die dafür jeden Tag im Sinne des Presserechts die Verantwortung übernehmen.
  4. Wir garantieren Sicherheit
    Leser und Werbekunden können sich auf uns verlassen. Wir missbrauchen keine Daten und füllen keine Schattenprofile – und im Gegensatz zu den unkontrollierten Netzwerken sorgen wir für hundertprozentige Markensicherheit in hochwertigen Werbeumfeldern. Wir stellen uns in Print und Digital dem transparenten Vergleich mit anderen Medien. Damit schaffen wir wertvolle Planungsgrundlagen für die Werbewirtschaft.
  5. Wir machen Marken begehrenswert
    Viele Marken wurden in den letzten Jahren durch einseitige Digitalstrategien in Werbung und Kommunikation sukzessive entwertet. Markenbildung ist ein komplexer Prozess, in dem gerade Printmedien eine fundamentale Rolle spielen – besonders weil sie verlässliche Informationsquellen in der Flut an medialen Reizen sind, mit denen der Endverbraucher tagtäglich konfrontiert wird. Unsere Studien zeigen, wie sich gut geführte Marken über Jahre entwickeln, und dass nachhaltige Kommunikation in gedruckten Zeitschriften und Zeitungen sich auszahlt – nicht nur im Sinne von Markenbekanntheit und Sympathie, sondern sehr konkret in der Kauf-Aktivierung.

Hintergrund für die Betonung der journalistischen Qualität sei die wachsende Verunsicherung von Verbrauchern angesichts algorithmisch erzeugter Filterblasen, Fake News und alternativer Fakten, heißt es von den Verlagen, die sich zur Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK) zusammengeschlossen haben.

Aus diesen Quellen belegt eine Studie den Schritt hin zu mehr Qualität: Journalistische Printmedien und Internetseiten liegen laut der GIK-Analyse B4p Trends an vorderster Stelle, wenn man die Deutschen fragt, welche Quellen sie als "sehr vertrauenswürdig" einstufen. Würde über ein Ereignis in Printmedien und in den sozialen Netzwerken sehr unterschiedlich berichtet, würde sich der Großteil der Befragten (60 Prozent) laut Studie auf die Printmedien verlassen, auf digitale Dienste wie Facebook nur sieben Prozent.

Dem Gedruckten wohnt Vertrauen inne.

Philipp Welte, Vorstand beim Medienhaus Burda, das derzeit den GIK-Vorsitz innehat: "Es ist Zeit, über die fundamentale gesellschaftliche Funktion zu reden, die uns Verlage einzigartig macht: Als journalistischer Teil der Medienindustrie sind wir der wertegebundene Gegenentwurf zu der nicht enden wollenden Flut an manipulativem Content, mit dem die Menschen heute in den sozialen Netzen konfrontiert sind." Die vollständige Agenda sowie weitere Informationen zum Event ist auf gik.media zu finden.

Was zuvor vorgefallen war

Interessant ist die Präsentation von "True Media" vor den Augen der Werbeklientel; zuletzt hatte ein Schlagabtausch zwischen Media und Medien um den Wert von Qualität im Werbeumfeld stattgefunden.

Es gebe keinen Beweis dafür, "dass Qualitätsmedien eine nachhaltig prägende Funktion in der Meinungsbildung hätten oder gar Meinungsvielfalt garantierten", schrieb Klaus-Peter Schulz, Chef des Mediaagentur-Verbandes OMG im Spätsommer in einem Horizont-Gastartikel, für den er hinterher viel Kritik einstecken musste. Auch Zeit-Chef Rainer Esser  begehrte gegen das Schulz-Argument auf.

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