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Werbespendings
UK: Print-Medien fallen unter die Zehn-Prozent-Marke

Der britische Werbemarkt erweist sich trotz Brexit-Chaos als ausgesprochen robust. Davon profitieren allerdings vor allem Google und Facebook.

Text: W&V Redaktion

5. Juni 2019

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Erstmals wird dieses Jahr der Anteil der lokalen und nationalen Zeitungen sowie der Publikums- und Fachzeitschriften an den Gesamtwerbespendings in Großbritannien unter die Zehn-Prozent-Marke fallen. Dies besagt jedenfalls die gerade veröffentlichte Prognose zum britischen Werbemarkt der GroupM.

Danach wird der Anteil von Print an den Gesamtspendings 2019 nur noch bei 9,3 Prozent liegen. Im vergangenen Jahr waren es 10,3 Prozent, 2015 noch 17 Prozent und vor 15 Jahren, 2004, über 50 Prozent. Der Rückgang, so die Prognose, wird sich auch im nächsten Jahr fortsetzen – während die Werbespendings insgesamt steigen.

Einziger Trost für die britischen Print-Medien: Inzwischen bewegt sich das jährliche Minus nur noch im mittleren einstelligen Bereich. Vor wenigen Jahren verzeichneten sie noch zweistellige Minuswerte.

Die Fernsehwerbung indes kann im Gegensatz zu Print ihren Anteil an den Gesamtspendings von etwa 20 Prozent halten. In den beiden vergangenen Jahren entsprach dies etwa Werbeeinnahmen in Höhe von rund 4,5 Milliarden Pfund (5,1 Mrd. Euro). Dies wird sich laut der GroupM-Prognose auch in diesem und dem nächsten Jahr nicht wesentlich ändern.

Die digitalen "Pure-Players" dominieren

Völlig gegenläufig fällt – wenig überraschend – die Prognose für die digitalen "Pure-Players" aus. So wird der Anteil der Digitalwerbung an den Gesamtspendings dieses Jahr mit rund 13,5 Milliarden Pfund (15,2 Mrd. Euro) auf über 60 Prozent steigen – wobei etwa drei Viertel der britischen Werbeinvestitionen allein in die Kassen von Google und Facebook fließen werden.

Erstaunlich ist eher, dass der britische Werbemarkt sich trotz des Brexit-Chaos insgesamt als äußerst robust erweist: Dieses Jahr wird er nach der GroupM-Prognose um 6,1 Prozent auf 21,8 Milliarden Pfund (24,6 Mrd. Euro) wachsen und im kommenden Jahr auf 22,8 Milliarden Pfund (25,7 Mrd. Euro).

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