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Extinction Rebellion
Umweltaktivisten blockieren Zeitungsauslieferung

Mitglieder einer Aktivistengruppe haben in Großbritannien verhindert, dass sämtliche Tageszeitungen ausgeliefert werden. Damit wolle man die mangelnde Berichterstattung über Klimaprobleme kritisieren.

Text: W&V Redaktion

7. September 2020

Die Aktivistengruppe "Extinction Rebellion" beschuldigt Tageszeitungen, nicht genug über die Klimaprobleme zu berichten.
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Nach Protesten der Umweltbewegung "Extinction Rebellion" konnten zahlreiche britische Tageszeitungen wie "The Sun", "The Times", "The Daily Telegraph", "Daily Mail" und "Financial Times" nicht an Leser ausgeliefert werden. Der Grund: Mehr als 100 Aktivisten blockierten die Zufahrtstraßen zu Zeitungsdruckereien in Broxbourne, nördlich von London.

Mit den Straßenblockaden wollten die Demonstranten darauf aufmerksam machen, dass die Zeitungsverlage nicht genug über Klima- und Umweltprobleme berichteten. Sie warfen den britischen Tageszeitungen eine Manipulation der Wahrheit vor, damit diese "ihren eigenen persönlichen und politischen Agenden entspreche", teilte "Extinction Rebellion" in sozialen Medien mit. "Die Berichterstattung in vielen der hier gedruckten Zeitungen verschmutzt die nationale Debatte über Klimawandel, Einwandungspolitik und über Dutzende anderer Themen", heißt es.

In einem Video auf Instagram richtet sich "Extinction Rebellion" direkt mit einer Botschaft an die britische Regierung. "Wir haben genug davon, dass Regierungen Entscheidungen auf der Grundlage dessen treffen, was gut für die 'Entwicklung' der Länder ist und dabei das Leben Tausender Menschen vergessen, die in diesem Prozess nachteilig betroffen sind", schreiben die Umweltaktivisten. "Wir sind das fünftreichste Land der Welt und profitieren von der Umweltzerstörung in den Ländern, die wir kolonisiert haben. Es ist peinlich, dass wir schweigen."

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"Ein Angriff auf die freie Presse"

Innenministerin Priti Patel twitterte, dass die Aktion der Umweltbewegung "ein Angriff auf unsere freie Presse, Gesellschaft und Demokratie". Mehrere Hundert Menschen sind seit dem Protest festgenommen worden. Die Umweltaktivisten aber lassen nicht locker: Unter dem Motto "Don't read the press - free the press" möchten insgesamt zehn Tage weiterhin in London gegen die Klimaerwärmung und für eine ordentliche Berichterstattung über Klimaprobleme protestieren. Bilder in sozialen Medien zeigen, wie die Demonstranten auf Autos klettern und ganze Straßen blockierten.

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Autor: Nadia Riaz

volontierte bei W&V und Kontakter, war anschließend Redakteurin bei LEAD, wo sie ihre Begeisterung für Digital- und Tech-Themen entdeckte. Nadia hat München für Hamburg ausgetauscht und schreibt jetzt als freie Autorin für W&V am liebsten über Blockchain und KI.

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