Anzeige

Corona-Krise
Vice Media entlässt 155 Mitarbeiter

Vice Media muss sparen und streicht weltweit 155 Stellen. Schuld ist nicht nur die Corona-Krise. Laut Vice-Media-Chefin Nancy Dubuc haben auch Plattformen wie Google einen Anteil an der Misere. 

Text: Anonymous User

18. Mai 2020

Anzeige

Die Corona-Krise zwingt auch das US-Medienhaus Vice Media zu Stellenstreichungen. In den USA wurden Ende vergangener Woche bereits 55 Kündigungen ausgesprochen, international sollen in den kommenden Wochen weitere 100 Mitarbeiter ihren Job verlieren, meldet Adweek.com. Das entspricht in etwa zehn Prozent des gesamten Personals.

Man habe schwere Entscheidungen fällen müssen, lässt Vice-Media CEO Nancy Dubuc in einem Schreiben an die Belegschaft wissen: "Aktuell entfallen rund 50 Prozent der Personalkosten auf unsere Digitalabteilung. Wir erwirtschaften damit aber nur 21 Prozent des Umsatzes. Wenn wir ganzheitlich auf unser Unternehmen blicken, muss dieses Missverhältnis zugunsten der langfristigen Gesundheit unseres Unternehmens aufgelöst werden“, so die Managerin.

Plattformen wie Google kosteten bislang 36.000 Journalisten den Job

Schwere Anschuldigungen macht Dubuc auch den großen Internet-Plattformen. "Wir machen großartige Shows, schreiben kulturgetriebene Geschichten und veröffentlichen News, die sonst keiner ansprechen möchte", schreibt die Medienmacherin. Aber man bekomme von der harten Arbeit kaum etwas zurück. Fast den ganzen Kuchen würden Plattformen wie Google einheimsen. Das habe letzten Endes mehr als 36.000 Journalisten den Job gekostet, während die Google-Tochter Alphabet für das erste Quartal Werbeumsätze in Höhe von 33,8 Milliarden Dollar meldet.

Den Mitarbeitern versichert Dubuc: "Ich möchte, dass ihr wisst, dass wir wirklich alles getan haben, um diese Stellen so lange wie möglich zu erhalten." Doch Arbeitnehmervertreter sehen das anders. So soll Vice mehrfach verweigert haben, die Gehälter im Top-Management vorübergehend zu kürzen, um Stellen zu erhalten. Auch zu Workshare-Programmen, wie es beispielsweise bei der Los Angeles Times eingeführt wurde, sei Vice nicht bereit gewesen.

Es ist nicht die erste Sparrunde, die Vice Media durchläuft. Bereits im Februar 2019 erhielten 250 Mitarbeiter die Kündigung. 


Autor: W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autors. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.

Anzeige