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US-Werbemarkt
Videostreamingdienste verzeichnen größtes Werbeplus

Angesichts der enormen Zuwachsraten erwarten die Analysten von Magna Intelligence das Entstehen neuer hybrider Streamingdienst-Angebote.

Text: W&V Redaktion

8. April 2019

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Die Videostreamingdienste in den USA verzeichnen das stärkste Werbewachstum aller großen Werbekanäle. In diesem Jahr dürften sich die Werbeerlöse auf 3,8 Milliarden Dollar summieren, im kommenden Jahr bereits auf 5,0 Milliarden. Dies geht aus einer revidierten Prognose von Magna Intelligence hervor, der Analyse-Unit von IPG Mediabrands.

Laut der Magna-Analyse lag damit das Werbewachstum im Videostreamingmarkt 2018 bei 54 Prozent. Dieses Jahr wird ein Plus bei den Spendings in Höhe von 39 Prozent erwartet. Dagegen werden die Werbespendings beispielsweise beim nationalen, linearen Fernsehen um 3,6 Prozent zurückgehen.

Allerdings: Der amerikanische TV-Werbemarkt hat weiterhin ein ganz anderes Volumen als der sich erst entwickelnde Werbemarkt im Videostreaming-Bereich. So prognostiziert Magna beim nationalen Fernsehen für dieses Jahr Spendings in einer Größenordnung von 42,7 Milliarden Dollar – mehr als das Zehnfache als beim Videostreaming.

Die enormen Werbe-Zuwachsraten bei den Videostreamingdiensten sind dennoch bemerkenswert, sie übertreffen selbst die in den Bereichen Suchmaschinenwerbung (+13,0%), Video (+18,9%) und Social (+22,8%).

Youtube und Hulu profitieren

Profitieren können davon derzeit in erster Linie Youtube und Hulu mit ihren werbeunterstützten Angeboten. Im vergangenen Jahr erzielte Hulu nach eigenen Angaben bereits Werbeeinnahmen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar.

Und Youtube hatte erst vor Kurzem die schon länger kursierenden Branchengerüchte bestätigt, wonach die Plattform künftig verstärkt auf Sponsoring und Werbefinanzierung setze. Geplant ist offensichtlich ein neuer, werbefinanzierter Dienst, der noch dieses Jahr gelauncht werden soll.

Diese Entwicklung, so die Einschätzung der Magna-Analysten, könnte dazu führen, dass auch andere Markt-Player wie Netflix und Amazon sowie Disney und Warner Media, die dieses Jahr eigene Streamingdienste launchen wollen, künftig ebenfalls über hybride Modelle nachdenken, die sich über (eher günstige) Abo-Gebühren und Werbung finanzieren.

Hulu beispielsweise hatte Ende Februar den monatlichen Abo-Preis für das werbeunterstützte Angebot seiner diversen Streamingdienste von 7,99 auf 5,99 Dollar gesenkt und gleichzeitig die Länge der Unterbrecherwerbung auf maximal 90 Sekunden reduziert. Beide Maßnahmen dürften die Attraktivität des Streaming-Angebots weiter steigern – ein wichtiger Schachzug im sich verschärfenden Konkurrenzkampf der US-Streamingdienste.

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