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Neue Ad-Tech-Plattform
Washington Post fährt Google und Facebook in die Parade

Amazon-Gründer Jeff Bezos will mit seiner Tageszeitung Washington Post einen Marktplatz für seriöse Medien aufbauen, auf dem Brands und Agenturen in Eigenregie Werbung platzieren können.

Text: Anonymous User

18. September 2019

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Die Washington Post baut ihre "Zeus Technology Suite" aus. Nach der Targeting-Lösung "Zeus Insights" und der Performance-Lösung "Zeus Performance" steht jetzt "Zeus Prime" in den Startlöchern. Dahinter verbirgt sich eine Lösung zum Anzeigen-Einkauf, die in Zusammenarbeit mit der Buy-Side-Demand-Plattform Polar entwickelt wurde. Über die Schnittstelle können große und kleine Werbekunden der Washington Post in Echtzeit und in Eigenregie Werbeplätze kaufen. Im kommenden Jahr sollen auch andere US-Verlage angedockt werden können. Das Ziel ist es, einen Marktplatz für vertrauenswürdige Medien für Agenturen und Brands aufzubauen.

Mit der Lösung will die Washington Post, die Amazon-Gründer Jeff Bezos im August 2013 für 250 Millionen Dollar übernahm, sicher nicht ganz zufällig das Duopol von Google und Facebook aufbrechen. Beide Player zusammen kontrollieren laut Marktstudien 60 Prozent des US-Online-Werbemarktes. "Hier bei der Washington Post glauben wir, dass das Web bessere Business-Modelle verdient, die Content-Produzenten belohnt und nicht nur die Aggregatoren und Plattformen", lässt das Blatt auf seinen eigenen Seiten verlauten. Die Industrie fordere eine Plattform, die originäres Storytelling finanziell würdigt und einen transparenten Werteaustausch zwischen Brands, Publishern und Lesern garantiere.

Nach dem Vorbild von Amazon, der längst kein Händler mehr ist, sondern ein Tech-Unternehmen, baut Amazon-Gründer Jeff Bezos auch die Washington Post um.  "Wir sind inzwischen eine Technologiefirma", bestätigte jüngst Jarrod Dicker, VP of Commercial Technology and Development bei der Post. Und trotz erster Häme und erstem Spott, der in der Branche nach der Übernahme verlautete, hat der Amazon-Gründer auch in das angestaubte Verlagsgeschäft neuen Schwung gebracht. Die Zahlen sind das zweite Jahr in Folge schwarz. Die Zahl der Abonnenten ist dank günstigerer Abo-Preise und einer Verknüpfung mit Amazon Prime deutlich gestiegen.Auch dass US-Präsident Donald Trump die Post in Tweets immer wieder beschimpft, beflügelte die Geschäfte.

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