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Yougov-Eon-Studie
Weihnachten: Gern vor der Glotze

Das Fest der Liebe polarisiert: Während die einen sich in "Last Christmas" und "Der kleine Lord" suhlen, sind die anderen von Dauerschleifen gernervt.

Text: W&V Redaktion

18. Dezember 2017

"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" läuft an Weihnachten zu verlässig in der ARD. Die tschechoslowakische Verfilmung aus dem Jahr 1973 mit Libuse Safránková und Pavel Trávnícek ist ein Klassiker.
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Überall Lichterketten, Glühweinstände, rauf und runter Weihnachtssongs im Radio und TV-Klassiker an den Feiertagen im Fernsehen: Das alles gehört inzwischen zu Weihnachten. Die einen lieben es, die anderen versuchen es mit Humor (etwa mit der "Last Christmas"-Challenge: wer bis zum Heiligen Abend am häufigsten ge-Last-Chistmas-t wurde, hat verloren) - oder sind schwer genervt. Das Energieunternehmen Eon hat Yougov mit einer Umfrage beauftragt, um das Nerv-Potenzial zu ermitteln. Yougov hat Anfang Dezember 2060 Personen ab 18 Jahren repräsentativ befragt.

Laut der Studie ist fast jeder vierte Deutsche genervt von den sich alle Jahre wiederholenden Weihnachtsfilmen. Schlimmer noch trifft es den Hörfunk: Mehr als ein Drittel der Befragten kann die Dauerschleifen-Weihnachtssongs nicht mehr hören. Nerv-Potenzial haben auch die Mitmenschen: 41 Prozent gehen die vielen Menschen in der Stadt auf den Keks.

Mehrheit schaut fern - aber viele kein Weihnachtsprogramm

"Sissi" (24.-26.12., nachmittags, ARD) , "Der Grinch" (24.12., 14:30 Uhr, RTL 2) "Kevin – Allein zu Haus" (24.12., 20:15 Uhr, Sat.1), "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" (24.12., 12.05 Uhr, ARD), "Der kleine Lord" (22.12, 20.15 Uhr, und 26.12., 10:00 Uhr, ARD) - all das bekommen Sie auch in diesem Jahr über die Feiertage im Fernsehen geboten. Dazu kommen "Vom Winde verweht" (25.12, 20.15 Uhr, Arte), "Titanic" (25.12., 20.15 Uhr, Sat.1), "Minions" (25.12., 20.15 Uhr, RTL), "Cinderella" (26.12., 20.15 Uhr, RTL - Free-TV-Premiere) und die "Feuerzangenbowle" (24.12., 20.15 Uhr, ARD).

Bei knapp einem Viertel der Deutschen kommen Yougov zufolge die ständig laufenden Weihnachtsfilme gar nicht gut an. Bundesweit schauen daher 18 Prozent an den Feiertagen ausschließlich nicht-weihnachtliches Programm. Als besondere Weihnachtsfilmmuffel sticht die Streaming-Gemeinde heraus: 42 Prozent der Befragten, die ausschließlich Streamingdienste nutzen, machen einen großen Bogen um die Klassiker.

Generell haben an Weihnachten aber immer noch die TV-Sender die Nase vorn: Zwei Drittel der Deutschen schauen über die Feiertage ausschließlich oder überwiegend klassisch fern. Und das genauso häufig oder sogar öfter als normalerweise. Nur 5 Prozent der Befragten lassen die Kiste an den Feiertagen ganz aus.

Da haben die Sender dann offenbar doch den richtigen Riecher, wenn sie zusätzlich zur oben genannten Weihnachtssoße auch Kontrastprogramm ausstrahlen. In diesem Jahr gibt es zum Beispiel am ersten Weihnachtsfeiertag bei ProSieben die ganz und gar besinnlichkeitsfreie Free-TV-Premiere "Mad Max: Fury Road" (20.15 Uhr). Parallel dazu zeigt RTL "Der Hobbit", das Erste ab 21.45 Uhr "Mr. Bean" alias Rowan Atkinson in der Titelrolle der "Kommissar Maigret" in "Die Nacht an der Kreuzung". Weitere Free-TV-Premieren sind am 26.12. "Bibi & Tina" (ZDF, 10.20 Uhr), "Honig im Kopf" (Sat.1, 20.15 Uhr), dazu ein "Tatort" mit Jürgen Vogel im Ersten.

Alle 100 Sekunden "Last Christmas"

Knapp ein Drittel der Befragten stört die Dauerbeschallung mit "Last Christmas", "All I Want For Christmas" und "Do They Know It's Christmas". Auch hier sind die Streamer die größeren Weihnachtsmuffel: Hier haben 43 Prozent der Befragten die Nase voll von durchgespielten Weihnachtshits. 

Bedenkt man, dass allein "Last Christmas" von Mitte November bis Heilig Abend rund 500-mal pro Tag in den deutschen Radios zu hören ist, verwundert das Ergebnis nicht. Im Durchschnitt läuft das Lied alle 100 Sekunden irgendwo in einem Radiosender an - hochgerechnet also rund 21.000-mal bis Weihnachten. "Würde man den mehr als vierminütigen Song auf einer herkömmlichen Stereoanlage so oft abspielen, würde George Michaels Weihnachtswerk nicht nur rund zwei Monate Lebenszeit, sondern auch mehr als 400 Euro allein an Strom kosten", sagt Robert Hienz, Geschäftsführer bei Eon. Günstiger gäbe es das mit Onlineradios oder Streamingdiensten per App.

Streitpunkt Deko

Die Nation teilt sich in Deko-Fans und Deko-Muffel. Neben Weihnachtsmärkten (8 Prozent) und weihnachtlichen Familientreffen (9 Prozent) nervt vor allem noch die übertriebene Weihnachtsdekoration der Nachbarn. "Knapp ein Fünftel der Deutschen würde auf Lichterketten und blinkende Weihnachtsmänner beim Nachbarn gern verzichten", sagt Hienz. Mit der Weihnachtsbeleuchtung in den Städten und Gemeinden sind die Deutschen aber mehrheitlich zufrieden, einige wünschen sich sogar mehr Deko.

Nur ein Drittel findet, dass Lichterketten in den Straßen unverhältnismäßig hohe Kosten hervorrufen. Der Stromfachmann Hienz beruhigt: "Die meisten Städte und Kommunen in Deutschland haben, ebenso wie viele Verbraucher, inzwischen aber auf LED umgerüstet. Diese Technik ist deutlich sparsamer und braucht nur einen Bruchteil der Energie, die herkömmliche Glühlampen benötigen. Der Stromverbrauch zu Weihnachten ist daher seit mehreren Jahren rückläufig."

Ob Sie nun Das Drumherum zu Weihnachten hassen oder lieben: Wir aus der W&V-Redaktion wünschen Ihnen trotzdem schon mal eine schöne Adventszeit, fröhliche Weihnachten und alles Gute.

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