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Nielsen-Halbjahresbilanz
Werbemarkt: Fernsehen verliert, Außenwerbung gewinnt

Im ersten Halbjahr 2019 haben die TV-Sender Werbemarkt-Anteile eingebüßt. Gewinner in der Brutto-Bilanz des Marktforschers Nielsen sind die Außenwerber. Auf die Werbebremse tritt der kriselnde Elektronik-Händler Mediamarkt-Saturn.

Text: W&V Redaktion

12. Juli 2019

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Die deutschen Fernsehsender hatten im ersten Halbjahr 2019 deutlich weniger Werbeeinnahmen als im Vorjahr. Dies geht aus dem jüngsten Werbetrend des Marktbeobachters Nielsen hervor. Demnach sanken die Brutto-Werbeumsätze der TV-Vermarkter um 1,3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2018.

Die negative Bilanz ist neu für die erfolgsverwöhnten TV-Sender, war aber zu erwarten gewesen. Im März und im Mai rutschten die Werbeumsätze mit TV-Werbung bei Nielsen bereits deutlich ins Minus.

Grund zur Freude haben vor allem die Außenwerber. Ihrem Medium bescheinigt die Brutto-Bilanz nämlich ein sattes Plus von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

In den ersten sechs Monaten des Jahres stieg das Buchungsvolumen für Außenwerbung um mehr als 200 Millionen Euro an. Dies entspricht etwa der Summe, die Zeitungen und Zeitschriften (minus 104 Millionen Euro) und das Fernsehen (minus 94 Millionen Euro) verloren haben.

Insgesamt präsentierte sich der Werbemarkt nach Nielsen im ersten Halbjahr stabil. Mit 14,8 Milliarden Euro liegen die Gesamtausgaben für Werbung damit ziemlich exakt auf dem Vorjahresniveau.

Mediamarkt-Saturn spart an Werbung

Deutlich weniger Geld in Werbung investiert hat in den ersten sechs Monaten 2019 die Media-Saturn-Holding. Gegenüber dem Vorjahr gab der Ingolstädter Konzern fast ein Drittel weniger für Werbung aus als in den ersten sechs Monaten 2018. Hier dürfte sich der Sparkurs des Unternehmens niederschlagen. Angsichts sinkender Umsätze plant der neue Mutterkonern Ceconomy harte Einschnitte und Stellenabbau bei Mediamarkt und Saturn.

An der Spitze der Big-Spender-Rangliste stehen einmal mehr die die Konsumgüterhersteller Procter & Gamble und Ferrero. Werblich aufgerüstet hat der Online-Händler Amazon. Er steigerte seine Werbeausgaben um 53,4 Prozent und gab laut Nielsen fast 120 Millionen Euro aus.

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