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Nielsen Werbetrend September
Werbeträger Mobile und Kino legen massiv zu

Im stabilen Werbemarkt ermittelt Nielsen zwei klare Gewinner. Stärkstes Segment bleibt TV. Und der LEH gibt deutlich mehr für Werbung aus als 2016.

Text: W&V Redaktion

17. Oktober 2017

Mobile Werbung boomt nach wie vor.
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Während die (klassische) Onlinewerbung auf hohem Niveau stagniert, heißt der digitale Heilsbringer 2017 mehr denn je: Mobile. Die Bruttowerbeaufwendungen, die Marktforscher Nielsen berechnet hat, stiegen im Bereich der Werbung auf Mobilgeräten um ein Drittel auf nunmehr 424 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen 2017 verglichen mit demselben Zeitraum 2016.

Die größere Überraschung ist, dass Kino ebenfalls zu den Gewinnern von Januar bis September zählt: Um knappe 20 Prozent legte Kinowerbung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu und kommt 2017 bislang auf Bruttowerbeeinnahmen von 93 Millionen Euro.

Das meiste Geld aber fließt nach wie vor ins Fernsehen: 10,1 Milliarden sind es brutto bisher dieses Jahr. Damit liegt die Gattung etwa auf Vorjahresniveau. So wie die Above-the-Line-Medien zusammen: mit 21,67 Milliarden Brutto-Werbe-Euro deutet sich ein leichtes Wachstum von 1,11 Prozent an. Verlierer sind Publikums- und Fachzeitschriften sowie Internetwerbung.

Bruttowerbemarkt von Nielsen bis September 2017.

Weniger tut sich bei der Liste der Top-Werbungtreibenden im ersten Dreivierteljahr 2017. Auffällig ist, dass vor allem die Telekom und Lidl eine gute Schippe drauflegen auf ihre Werbeausgaben verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Die Liste der Top-Werbungtreibenden führt wie meist Procter & Gamble an.

Lidl steht damit für für seine Branche: Vor allem der Lebensmitteleinzelhandel hat unter den Top-50-Branchen seine Bruttoausgaben massiv erhöht (um gut 30 Prozent verglichen mit Jan-Sept. 2016 auf gut 1 Milliarde Euro). Deutlich weniger geben Bild- und Tonträger/Musik aus (-32 Prozent; 88 Millionen Euro). Das mag auf Streaming zurückzuführen sein, das physikalische Träger für viele Nutzer übeflüssig macht. Ob Werbeeinsparungen angesichts dessen die richtige Wahl sind, ist eine andere Frage.

Ebenfalls ihre Budgets zurückgefahren haben Anbieter von Flügen und Reisen: fast 30 Prozent geben sie 2017 in den ersten neun Monaten weniger aus als von Januar bis September 2016, nämlich noch 99 Mio. Euro.

Hier die Top 10 aus den Top-50-Werbebranchen nach Nielsen.

Am meisten investieren E-Commerce-Firmen, gefolgt von Automobil.

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