Anzeige

Verzahnung von Print und Online
Wie sich Die Zeit digitaler aufstellen will

Zeit-Online-Chef Jochen Wegner zieht in die Zeit-Chefredaktion ein - und die Verzahnung von Print und Online ergreift 2019 Redaktion wie Inhalte. 

Text: W&V Redaktion

6. Dezember 2018

Ab Januar der große Koordinator zwischen Zeit und Zeit.de: Chefredakteur Giovanni di Lorenzo.
Anzeige

2019 stehen bei der Zeit große Veränderungen an: Zeit und Zeit Online sollen ganz nah zusammenrücken, Print und Online werden eng verzahnt. Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo wird zum 1. Januar zusätzlich den Vorsitz aller Chefredaktionen der Verlagsgruppe übernehmen und in dieser neuen Rolle koordinierend tätig sein.

Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner wird zusätzlich Mitglied der Zeit-Chefredaktion; ein Modell, das etwa auch die SZ in München umgesetzt hat. In dieser neuen Rolle soll er sich vor allem "um die noch bessere Zusammenarbeit von Print und Online kümmern" wie es in der Mitteilung von Donnerstagabend heißt.

Giovanni di Lorenzo lässt durchblicken, dass sich das Hamburger Medienhaus schon länger Gedanken über die Zukunft der Marke macht – und dass mehrere Spielvarianten im Gespräch waren. Di Lorenzo wörtlich: "Wir haben uns in den letzten drei Jahren sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, wie Die Zeit aussehen müsste, wenn man sie neu erfinden würde. Die meisten unserer Antworten setzen wir nun nach und nach um. Wir haben uns jedoch vorläufig gegen eine Umstellung des Formats der Zeit entschieden."

Jochen Wegner fügt hinzu: "Der große Erfolg unseres Online-Bezahlangebots  Z+ hat uns gezeigt, wie wirksam es ist, wenn Print- und Online-Redaktion sehr eng zusammenarbeiten. Diese Zusammenarbeit wollen wir im kommenden Jahr noch ausbauen." Im nächsten Schritt will das Haus nun über "besondere Inhalte für Abonnenten" nachdenken, die "ausschließlich digital" angeboten werden sollen.

Jochen Wegner.

Was sich in Ressorts und Redaktion ändert

Der Umbau zieht sich durchs ganze Haus; weil sie den großen Debatten und Kontroversen mehr Raum geben will, wird Die Zeit im ersten Halbjahr 2019 ein neues Ressort einführen, dessen voraussichtlicher Titel Programm ist: Streit. Es wird Themen und Impulse aus allen Teilen des Blattes aufgreifen und "in enger Abstimmung mit der Community-Redaktion von Zeit Online entwickelt, die eines der größten Online-Foren in Deutschland betreibt". Ans neue Ressort sollen sich bundesweit Veranstaltungen anschließen.

Die Ressorts Chancen und Wissen soll mehr Geltung verschafft werden, indem sie zu einem großen Bildungsressort zusammengeführt werden. Andreas Sentker und Manuel J. Hartung sollen es zusammen entwickeln und leiten.

Und: Das Team will die Kommunikation zwischen den Redaktionen weiter verbessern. Beitragen soll dazu ein gemeinsamer Standort für seine Berliner Redaktionen (Zeit Online, Zeit Magazin, Hauptstadtbüro, Investigativ-Ressort, ze.tt, Credo). Danach wird nach Zeit-Angaben bereits gesucht. Am Hauptstadt in Hamburg hält der Verlag indes fest.

Anzeige