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Coronavirus
YouTube, Twitch & Co.: Jetzt idealer Einstieg

Gaming und Live-Streaming eignen sich sowohl um dort sein Image zu pflegen, als auch um aktuelle Angebote zu promoten. George Danzer, Geschäftsführer der Ad-Plattform Youblicity, hat Tipps für Marken.

Text: W&V Redaktion

23. April 2020

George Danzer, Geschäftsführer der Ad-Plattform Youblicity
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Dass die aktuelle Virus-Situation vieles verändert, ist jedem bewusst. Außenwerbung oder Print verlieren an Reichweite, Online und TV gewinnen. Wer seine Produkte online verkauft, der kann die Krise sogar als Chance sehen, und das gilt nicht nur für Amazon, das zeigen auch die jüngsten Zahlen von Netflix.  Insbesondere die Nachfrage nach Werbemöglichkeiten in Live-Streams und Podcasts steigt gerade enorm. George Danzer, Geschäftsführer der Ad-Plattform Youblicity, geht davon aus, dass der momentane Boost auch nach der akuten Situation weiter anhält.

Welche Kanäle sind  aus Ihrer Sicht derzeit attraktiv für Marken?

Wir beobachten gerade, dass die Nutzerzahlen der bekannten Streaming-Anbieter wie Netflix, Amazon Prime oder Sky gerade durch die Decke schießen. Und nicht nur dort, auch im Segment Live-Streaming auf Twitch oder YouTube live sind die Zuschauerzahlen seit den Ausgangsbeschränkungen auffallend stark gestiegen. Die Nutzerzahlen haben sich allein bei Twitch seit Beginn der Krise von täglich durchschnittlich 1,2 Mio auf aktuell 2,4 Mio verdoppelt.

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Mittlerweile werden dort auch Live-Konzerte oder Shows mit prominenten Schauspielern übertragen, so ein Pokerturnier mit Matt Damon, Adam Sandler und anderen für einen wohltätigen Zweck. Die Kanäle kann man sich dabei wie eigenständige TV-Channels vorstellen und diese bieten natürlich auch interessante Werbemöglichkeiten und Deals mit den Streamern. Hier können Marken ihr Image – wenn es richtig gemacht wird – positiv aufladen und eine hochinteressante Zielgruppe erreichen.

In diese Szene muss man sich aber schon erst etwas hineinfühlen.

Das schon, aber immer mehr Streamer professionalisieren sich und sind dadurch in der Lage, ihren Lebensunterhalt mit ihrem Hobby zu bestreiten. Die Stars der Szene spielen dabei durch lukrative Werbedeals sowie die Unterstützung ihrer abertausenden Fans nochmal in einer eigenen (finanziellen) Liga. Lukrativ sind diese Deals nicht nur für den Streamer, sondern auch für die werbenden Unternehmen.

Wenn Marken jetzt authentisch zu ihren Protagonisten stehen, dann wird das von der Community auf den Plattformen sehr positiv wahrgenommen. Nach dem Motto, "die lassen auch in schweren Zeiten ihre Leute nicht im Stich". Dadurch, dass gerade die Generationen Y und Z, also alle unter 30 Jahren, sehr online affin sind, erreicht die Botschaft diese Zielgruppe auch sehr gut.

Wie können solche Kampagnen aussehen?

Man sollte die Krise nicht direkt adressieren, sondern klar vermitteln, für was die Marke steht. Also zum Beispiel für Zusammenhalt, Wertschätzung, soziale Nähe oder Solidarität. Natürlich nur, wenn das auch dem Markenbild entspricht, sonst geht der Schuss nach hinten los. So kann ein Streamer auf YouTube oder Twitch sich bei dem Sponsor bedanken, dass er ihn weiter unterstützt. Das überträgt sich auf die Community sehr positiv.

Als Beispiel könnte ein Lieferdienst mit Logo im Stream werben plus einen Promo-Code im Chat einblenden lassen, so dass sich die Zuseher während des Streams beliefern lassen können. Ein großer Vorteil ist auch, dass der Aufwand für eine Kampagne sehr gering ist: es genügt ein einfaches Banner oder Logo, ein Promo-Code oder eine Chat-Nachricht mit Link und es kann losgehen. Die Budgets beginnen meist bereits bei 5.000 Euro.

Für welche Unternehmen und Marken sind diese Plattformen besonders gut geeignet?

Wenn es um den längerfristigen Nutzen für die Marke geht, dann für alle Brands, die die jüngeren Zielgruppen adressieren. Dabei sprechen die Instagram-Influencer vor allem weibliches, die Streamer Influencer zu drei Vierteln männliches Publikum an. Es liegt also stark an Marke und Produkt, welcher Kanal ausgewählt werden sollte. Sehr gute Umfelder bieten sich allen Arten von Lieferdiensten (Lieferando), Finanzanbietern (N26, PayPal, Geldinstitute), Möbel- oder Bauhäusern mit Onlineshops (Ikea, Hornbach, Bauhaus, Obi), Telekom- und Hardwareanbietern (notebooksbilliger.de u. a., O2, Vodafone, Telekom) oder klassischen Markenartiklern (Gilette, Getränke, Food). Eine sehr interessante Idee entsteht gerade im Recruiting, für deutschlandweit tätige Unternehmen (Bahn, Bundeswehr u. a.).

Lohnen sich Kooperationen mit Gaming-Influencern denn auch langfristig? Die Streaming-Nutzung wird ja nach COVID voraussichtlich wieder sinken?

Ja und nein! Die Nutzung wird sicher wieder sinken, der Trend ist dennoch eindeutig. In den USA waren bereits vor der Krise 50 Prozent aller Männer bis 45 Jahren (!) über Twitch und YouTube live zu erreichen. Bei uns im deutschsprachigen Raum sind es knapp ein Drittel. Was auch schon viel ist, doch wie alles im Bereich Online werden wir auch hier in spätestens zwei Jahren aufgeholt haben. Jetzt ist die Phase, wo man sich glaubhaft etablieren kann und die Preise noch sehr fair sind.

Alle Entwicklungen im Liveblog:


Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt". 

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