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Videostreaming-Markt
Youtube will sich neu positionieren

Die Google-Tochter plant ein zusätzliches, werbefinanziertes Angebot. Meldungen, dass künftig auf teure Eigenproduktionen verzichtet werden soll, dementierte das Unternehmen.

Text: W&V Redaktion

26. März 2019

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Angesichts des geplanten Launches weiterer Videostreaming-Angebote wie Apple TV+ und Disney+ und des damit immer härter werdenden Konkurrenzkampfes sucht die Video-Plattform Youtube nach einer neuen Positionierung im Markt.

Noch am vergangenen Sonntag hatte der US-Wirtschaftsdienst Bloomberg gemeldet, dass sich die Google-Tochter aus der Milliarden-Dollar-Schlacht, die sich Netflix, Amazon, Disney und Apple mit eigenproduzierten Programmen liefern, zurückziehen wolle und keine neuen, teuren Eigenproduktionen mehr plane. Doch das Dementi kam schnell.

So erklärte jetzt ein Youtube-Sprecher, dass die Strategie, hochwertige Programme zu produzieren, weiterverfolgt und sogar noch verstärkt werde. Mehrere Projekte für fiktionale Produktionen seien derzeit in der Entwicklung.

Zugleich bestätigte er aber auch die Angaben von Bloomberg, dass die Science-Fiction-Serie "Origin" und die Comedy-Web-TV-Serie "Overthinking with Kat & June" eingestellt werden.

Fokus auf Sponsoring und Werbung

Viel wichtiger aber: Youtube bestätigte die schon länger kursierenden Branchengerüchte, wonach die Plattform künftig verstärkt auf Sponsoring und Werbefinanzierung setze. Geplant ist offensichtlich ein neuer, werbefinanzierter Dienst, der noch dieses Jahr gelauncht werden soll und "neue und wiederkehrende Hits" bietet. Einzelheiten hierzu sollen bereits in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden.

Dieses voraussichtlich für die Nutzer kostenlose oder zumindest preislich sehr günstige Angebot würde an die Seite von Youtube Premium treten, dem Abo-Dienst der Plattform mit einer monatlichen Gebühr von 11,99 Dollar in den USA und 11,99 Euro in Deutschland.

Bei Youtube Premium handelt es sich um ein komplett werbefreies Angebot, das zusätzlich den Musikstreaming-Service Youtube Music einschließt. Hier könnte künftig die Musikstreaming-Komponente stärker in den Mittelpunkt rücken.

Dass Youtube nun auf ein zusätzliches, werbefinanziertes Angebot setzt, ist nicht weiter erstaunlich. Im vergangenen Jahr generierte die Plattform Werbeerlöse in Höhe von rund 15 Milliarden Dollar. Dies entspricht in etwa der Summe, die Netflix dieses Jahr laut Analysten-Schätzungen in Eigenproduktionen und die Programm-Akquise stecken wird.

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