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European Championships
ZDF verteidigt umstrittenen Tweet

Eine Bronze-Medaille bei den European Championships animiert die ZDF Sportredaktion zu einem sehr flotten Tweet. Der nicht überall gut ankam. 

Text: W&V Redaktion

13. August 2018

Norbert König und Michael Schrade moderierten die European Championships.
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Die Sportredaktion des ZDF hat auf Twitter eine kleine Kontroverse ausgelöst. Der Grund: die etwas "flotte" Schreibe einer/s Social-Media-Verantwortlichen/er. Die Bronzemedaille der 4x100-Meter-Staffel der deutschen Damen kommentierte der Sender mit dem Spruch: "Unser flotter Vierer" - zu sehen waren auf einem Foto die Sportlerinnen Rebekka Haase, Lisa-Marie Kwayie, Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto. Dieser Gag kam vor allem bei einigen Frauen nicht so gut an.

In einer der Twitter-Diskussionen meldet sich die Redaktion danach zu Wort: "Zur Info: Der Post wurde von einer Frau abgesetzt und es haben ihn einige vorher gelesen, die ihn nicht für sexistisch gehalten haben. Dass die Vier in ihrem Läuferinnen-Outfit abgebildet sind, tut dem eigentlich nichts zur Sache, schließlich treten sie so im Wettkampf an." 

Spätabends verteidigt sich das ZDF erneut und entschuldigt sich:

"Unser Post war in keinster Form sexistisch gemeint. Wir hätten ihn genauso bei einem Erfolg der Männerstaffel gepostet. Wenn wir hiermit jemandem zu nahe getreten sind, tut es uns leid."

Damit wird erneut deutlich: Marken und Redaktionen gehen gerade bei Witzen in den Social-Media-Kanälen ein gewisses Risiko ein. Das zeigte auch Rewes Mexikaner-Tweet zur Fußball-WM. Viele Social-Media-Verantwortlichen wollen die Marke mit etwas Humor sympathischer machen. Das ZDF hat tatsächlich auch viele positive Reaktionen auf den Tweet erhalten. 

Doch zumindest die European Championships liefen für das ZDF ohne Probleme ab: Die Sportler waren begeistert, die TV-Macher
glücklich über die Einschaltquoten von bis zu fünf Millionen. Die ECS haben auch am Sonntag noch mal Millionen Sportfans in den Bann gezogen. Am Wochenende dominierten die Leichtathletik-Übertragungen aus der deutschen Hauptstadt. 4,70 und 4,45 Millionen Zuschauer schauten am Freitag und Samstag zu. "Die Zuschauerzahlen liegen weit über unseren Erwartungen", so ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann. Er sei "freudig überrascht". Zufrieden äußerte sich auch ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. "Ehrlich gesagt hatte ich die Hoffnung, dass wir bei 13 bis 15 Prozent Marktanteil landen. Dass dies noch überschritten worden ist, ist fantastisch."  

Die Idee hinter den ECS: Nicht jede Europameisterschaft erreicht ein großes Publikum. Um die sieben beteiligten Sportarten Leichtathletik, Golf, Radsport, Rudern, Schwimmen, Triathlon und Turnen stärker in den Fokus des Zuschauerinteresses zu rücken, hat die European Broadcasting Union (EBU) dieses Großereignis geschaffen – mit starker Unterstützung durch ARD, ZDF und dem britischen Sender BBC. Austragungsorte waren bei dieser Premiere Berlin und Glasgow. Die European Championships sind laut den Organisatoren nach den Olympischen und Paralympischen Sommer- und Winterspielen das größte Multisport-Event mit europäischer Beteiligung.

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