Anzeige

Mediennutzung
Zeitungen bauen digitale Reichweiten aus

In der Krise suchen die Menschen verlässliche Nachrichten. Davon profitieren insbesondere die Digitalangebote der Zeitungen: Ihre Reichweiten stiegen zuletzt um bis zu 65 Prozent.

Text: W&V Redaktion

24. März 2020

Zeitungen: Gefragter denn je - am liebsten in digitaler Form.
Anzeige

Es deutet sich ja bereits an: Seit Beginn der Corona-Krise suchen die Menschen verstärkt nach verlässlichen Informationen. Davon profitieren in erster Linie die klassischen Nachrichtenmedien, also auch die Zeitungen. Hier wirkt sich die neue Situation insbesondere auf die Art der Nutzung aus: Die digitalen Inhalte werden stärker nachgefragt denn je; einer aktuellen Auswertung der Zeitungsmarktforschung Gesellschaft der deutschen Zeitungen (ZMG) zufolge stiegen die digitalen Reichweiten sprunghaft um bis zu 65 Prozent.

In der Woche vom 16. bis 22. März haben demnach mehr als zwei Drittel (67,1 Prozent) der deutschsprachigen Bevölkerung ab 16 Jahren auf die Informationsangebote der Zeitungen im Web zugegriffen – das entspricht 46,2 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Ende Januar lag die wöchentliche Reichweite noch bei 50,1 Prozent, was ein Plus von 34 Prozent bedeutet.

Die überregionalen Zeitungen konnten ihre digitale Reichweite seit Ende Januar sogar um 64,8 Prozent steigern; sie erreichten damit in der vergangene Woche 40,2 Prozent der Deutschen beziehungsweise 27,7 Millionen Unique User. Auch bei den Kaufzeitungen hat die Nutzung um gut 33 Prozent zugelegt: Sie erreichen ein Drittel der Bevölkerung. Das zeigt eine aktuelle ZMG-Auswertung der AGOF daily digital facts.

Regionales boomt kräftig

Da derzeit vor allem regionale Nachrichten und Informationen zur Situation am Wohnort für die Menschen wichtig sind, werden auch die Websites der regionalen Abonnementzeitungen häufiger genutzt. Sie sind das am stärksten nachgefragte digitale Zeitungsangebot und haben in der vergangenen Woche 57,3 Prozent der Bevölkerung erreicht. Das entspricht 39,4 Millionen Nutzern und einem Zuwachs von 52,8 Prozent seit Januar.

Zwar können auch die Zeitungen aktuell nur unter erschwerten und ungewohnten Bedingungen produzieren. Dennoch haben viele Zeitungshäuser ihre Informationsangebote rund um das Thema Corona mit umfassenden Recherchen, Hintergrundberichten, News-Blogs, Live-Tickern, Podcasts und anderen zusätzlichen Angeboten sogar noch ausgeweitet.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

Anzeige