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Aufforderung zum Handeln
Zur US-Wahl: Das Time Magazine ändert sein Logo

Statt des großen roten Schriftzugs "Time" ist auf dem Cover der aktuellen Ausgabe der Appell "Vote" zu lesen. Das Magazin will die Menschen damit eindrücklich auffordern, zur Wahl zu gehen.

Text: W&V Redaktion

26. Oktober 2020

Nicht "Time", sondern "Vote": Das Cover ist eine Aufforderung.
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Das Time Magazine wird erstmals in seiner langen Geschichte sein Logo verändern: Statt der vier großen roten Lettern "TIME" steht dort auf der aktuellen Ausgabe statt dessen in Weiß ein Appell an die Leser: "VOTE". Auf dem Cover selbst, eine Illustration des Künstlers Shepard Fairey, ist eine Frau mit einem zur Maske umfunktionierten Halstuch zu sehen. Auf diesem ist wiederum eine Wahlurne zu sehen, und erneut der eindringliche Hinweis: "Vote!"

"Wenige Ereignisse werden die künftige Welt so sehr beeinflussen wie die anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA", erklärt Edward Felsenthal, Chefredakteur und  CEO von Time, in seinem Editorial den ungewöhnlichen Schritt. Auch die Illustration der Frau wurde mit Bedacht gewählt, so Felsenthal: "Obwohl die Person weiß, dass es während einer Pandemie zusätzliche Herausforderungen gibt, will sie auf jeden Fall wählen – um so mit ihrer Stimme ihren Einfluß geltend zu machen."

"Eine gerechtere Welt"

Eine konkrete Wahlempfehlung, bei wem die Wähler ihr Kreuzchen machen sollen, gibt Time, im Gegensatz zu anderen US-Blättern, nicht ab. Doch wer zwischen den Zeilen des Editorals liest,muss sich nicht lange fragen, wem die Time-Macher den Vorzug geben. Fordern sie doch dazu auf, diesen "Moment der Disruption" zu nutzen, um eine Welt zu schaffen, die "gesünder, widerstandsfähiger, nachhaltiger und gerechter" ist – nach einer zweiten Amtszeit für Donald Trump klingt das nicht gerade.

Die Ausgabe enthält außerdem Beiträge, in denen Naturschützer, Wirtschaftswissenschaftler und Finanzexperten zu Wort kommen. Einen Servicebeitrag zur Sicherheit beim Wählen gibt es ebenfalls. Aber seine Stimme abgeben, soviel macht Felsenthal klar, sollte man unbedingt. Denn dies sei "einer jener seltenen Momente, der die Geschichte für die kommenden Generationen in ein "Davor" und "Danach" trennen wird.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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