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Hörtipp der Woche
Eltern ohne Filter: Community zum Hören

Mit dem Podcast "Eltern ohne Filter" gelingt es dem Radiosender Bayern 2, eine sehr enge Beziehung zur Eltern-Community aufzubauen. In den Beiträgen und auch via Social Media findet ein enger Austausch statt.

Text: W&V Redaktion

27. Januar 2021

Mit einem Instagram-Account bietet der Podcast "Eltern ohne Filter" einen Austausch für Gleichgesinnte
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Podcasts von und für Eltern gibt es wahrscheinlich mindestens genauso viele wie Eltern-Ratgeber in Buchform. Unzählige Pädagogen, Mütter und Väter, die glauben, ihre Erziehungsansichten teilen zu müssen schlagen in die große Kerbe der fast ununterbrochen anhaltenden Unsicherheit von Eltern. Auf der Suche nach dem richtigen Umgang mit den Sprösslingen geben Familie Jahr für Jahr mehr Geld für Ratgeber aus. Vor allem gebildete und kaufkräftige Mütter und Väter decken sich regelmäßig mit Tipps rund um die Erziehung ihrer Kinder ein. Ähnlich verhält es sich mit Podcasts. Das Angebot ist riesig, die darin vertretenen Meinungen so zahlreich wie unübersichtlich und konträr.

Sehr wohltuend ist da der Podcast "Eltern ohne Filter", den der Radiosender Bayern 2 im November 2019 gestartet hat. Nach etwas mehr als einem Jahr ist der Podcast bereits bei der siebten Staffel angekommen und das Team hat sich nicht nur erweitert, sondern auch verändert, weil sich die Gründungsredakteurin in ihre dritte Elternzeit verabschiedet hat. Dass es nicht einen Host gibt sondern ein Team aus drei Redakteur:innen sich abwechselt, stört gar nicht. Im Gegenteil: Es sorgt dafür, dass man eine Beziehung zu den einzelnen Redakteuren aufbaut. Denn diese lassen in den Folgen viel von sich hören.

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Die Geschichten einzelner Menschen stehen im Mittelpunkt

Auch die einzelnen Staffeln haben eine Entwicklung durchgemacht: Standen am Anfang vor allem die persönlichen Geschichten einzelner Menschen im Mittelpunkt, hatten zwischendurch vor allem Pädagogen und Therapeuten. Inzwischen haben die Macher des Podcasts zum Glück verstanden, dass es vor allem die Einzelschicksale sind, die die große Stärke des Podcasts sind.

Mir hat besonders gut die Folge gefallen, in der Jennifer erzählt, wie sie mit einem Mann aus dem Bekanntenkreis eine Co-Elternschaft eingegangen ist. Also: Kind kriegen ohne ein Liebespaar zu sein. Oder auch Käthe und Gregor, die es nach einer schmerzhaften Trennung geschafft haben, gut und einvernehmlich für ihr Kind weiterhin da zu sein. Wie gut die Geschichten ankommen, zeigt auf der Instagram-Account des Podcasts, der inzwischen mehr als 7000 Abonnenten zählt. Kein Wunder: Der Bedarf an Austausch ist riesig - vor allem in Corona- und Lockdown-Zeiten, in denen das Thema Elternsein noch viel mehr auf die Probe gestellt wird als sonst. Nach dem hören der kurzweiligen Geschichten habe ich jedesmal das Gefühl, noch mehr Teil einer Menschengruppe geworden zu sein, die zwar alle das Gleiche teilen (nämlich Eltern zu sein), in ihren Erlebnissen, Hintergründen und Geschichten aber nicht unterschiedlicher sein können. Eltern ohne Filter lässt eine Community entstehen, die sich in ihrem Unterschiedlichsein verbunden fühlt. Platz ist hier für jeden und jede Geschichte.

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Geschichten ohne den erhobenen Zeigefinger

In einfühlsamen Gesprächen, die nie bemitleidend oder beurteilend sind, kommen Eltern zu Wort, die unterschiedliche Erfahrungen mit ihren Kindern und mit sich und ihrer Beziehung gemacht haben. Sie erzählen ehrlich und ungeschönt, unterhaltsam, berührend und oft sehr lustig vor dem Mikrofon davon und der Anspruch ist nie, sie zum Role Model zu erheben oder als gutes Beispiel nach vorne zu schicken.

Genau ist der Punkt, an dem sich "Eltern ohne Filter" von anderen Eltern-Podcasts unterscheidet. Am Ende des Podcasts steht nicht die Erwartung, durch das Gehörte eine bessere Mutter oder ein besserer Vater geworden zu sein. Es geht einzig darum, andere Geschichten zu hören, den Horizont zu erweitern und die Folge im Herzen mitzunehmen und zu bewahren. Und genau das gelingt fast jedes Mal und gibt Eltern in all ihrem Bemühen und ihrer Unperfektheit das Gefühl, nicht perfekt sein zu müssen und angenommen zu sein.


Autor: Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland und Kanada, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.

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