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Medientage München
Medientage: Das sind die Themen des Audio-Gipfels

Auf dem wichtigsten Medienevent der Branche, den Medientage München, sprechen Vertreter:innen der Plattformen, Vermarkter und Radiosender über die neuen Möglichkeiten, die Podcasts bieten.

Text: W&V Redaktion

27. Oktober 2021

Richard Goerlich, Jona Teichman und Nina Gerhardt sprechen mit Michael Krause über die Zukunft von Audio. Andreas Horchler moderiert. (v.l.n.r.)
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Auf dem Audiogipfel diskutieren bei den Medientagen München wichtige Vertreter von Radiosendern und Vermarktern mit Michael Krause von Spotify. "Was sind die Gamechanger im Audiomarkt?" lautet die Fragestellung, mit der sich die Runde beschäftigt. "Wir haben uns von einer Musikplattform zu einer Audio-Plattform gewandelt", sagt Michael Krause, Deutschlandchef von Spotify. Zum Thema Podcast sagt er: "Wir haben das Thema schon sehr ernst genommen." Derzeit entwickle sich Spotify mit vielen neuen Formaten weiter. So beobachtet er, dass immer mehr Youtuber Hoster von Podcasts werden. Zudem startet Spotify auch mit dem Thema Video-Podcasts durch.

Radio und Streaming: Konkurrent:innen oder friedliche Koexistenz?

Die drei Vertreter:innen von Radiosendern, Jona Teichmann von Deutschlandradio, Richard Goerlich von Klassik Radio und Nina Gerhardt von RTL Radio Deutschland sprechen darüber, wie sie mit Spotify als großer, disruptiver Player umgehen und wie sie ihren eigenen Weg finden. Deutschlandradio beispielsweise geht mit seinen Inhalten zu Spotify, um dort eine neue Zielgruppe zu erreichen. "Im Moment ist Spotify ein Partner von uns. Aber wir sind auch Konkurrenten", sagt Teichmann. "Möglicherweise werden wir irgendwann nur noch Konkurrenten sein."

"Wir haben uns bewusst dafür entschieden, nicht am Podcast-Game teilzunehmen", sagt Richard Goerlich. "Wir überlassen das anderen Sendern, die das besser können. Wir setzen auf lineares Radio und interpretieren das modern." Auch RTL Radio sieht eine Veränderung, die von einer jungen Zielgruppe getrieben wird. So sind die Moderator:innen der einzelnen Shows inzwischen auf allen sozialen Kanälen unterwegs und erreichen dort ihre Zielgruppe, die dann wieder die Sendung einschaltet.

"Der Aufbau von Personalitys ist total wichtig", sagt Michael Krause von Spotify. "Das sehen wir bei Spotify auch gerade, wo in den Podcastscharts gerade sehr viele Youtuber mit ihren Podcasts die meistgehörten Formate sind."

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Die Hörgewohnheiten sind unterschiedlich

Dass zwischen Radio und Podcast ein großer Unterschied vor allem bei den Hörgewohnheiten ist, weiß Jona Teichmann von Deutschlandradio, das viele Podcasts unterhält. "Radio läuft auch im Badezimmer im Hintergrund, Podcasts konsumiere ich über Kopfhörer und das ist viel intimer."

"Wir werden in der Koexistenz erfolgreich sein und ich mache mir keine Sorgen", sagt Nina Gerhardt von RTL Radio Deutschland.

"Bei der Monetarisierung sind wir ganz am Anfang"

Katharina Frömsdorf von der Seven One AdFactory erzählt auf dem Podium, dass Seven One bei der Vermarktung von Podcasts ausschließlich auf native Werbung setzt. Die Frage stellt sich vor allem aber, wie die Werbung in die Podcasts kommt. Während Seven One über einen Adserver ausspielt, setzt Julep Media auf DAI - Dynamic Ad Insertion. DAI ist eine technologische Möglichkeit, Werbung auszuspielen. Im Gegensatz zu "baked in"-Werbung, die starr in einer bestimmten Folge verbleibt, geben derartige Technologien die Möglichkeit, auch alten Folgen mit neuer Werbung zu bestücken beziehungsweise je nach Zielgruppe andere Werbung auszuspielen.

Steffen Hopf und Katharina Frömsdorf sprechen über die Monetarisierung von Podcasts.

"Wir lösen die Frage nach der Reichweite anders als über einen Branchenstandard", sagt Katharina Frömsdorf. Julep Media hingegen fährt zweigleisig, unterstützt den IAB-Standard und beteiligt sich auch an den Bemühungen der Agma, einen Standard für Deutschland zu schaffen.

"Wir sind immer noch an den Anfängen der Monetarisierung von Podcasts", sind sich Hopf und Frömsdorf einig. Doch beide glauben an das Format und auch Spotifys Michael Krause bestätigt, dass sich der Markt rasant verändert.


Autor: Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland und Kanada, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.

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