Anzeige

Nach Cannes
BBDO führt W&V-Kreativranking an

Das wichtigste Kreativfestival der Welt ist vorbei und BBDO konnte die Spitzenposition gegenüber DDB verteidigen. Aber noch stehen einige Awards aus. Wer wird die Liste am Ende des Jahres dominieren?

Text: W&V Redaktion

6. Juli 2021

Marianne Heiss, CEO der BBDO-Gruppe
Anzeige

Nach Cannes sind alle Zweifel ausgeräumt: BBDO kann die Stellung halten. Kreativchef Till Diestel war sich da zuletzt gar nicht so sicher. Die Agenturgruppe lag schon vor Cannes im W&V-Kreativranking, das wir fortlaufend aktualisieren, obenauf und belegt jetzt immer noch die Top-Position. Das aktuelle Ranking berücksichtigt ADC, D&AD, den Deutschen Digital Award, Klappe, Max, Spotlight, One Show, den Deutschen Mediapreis und Cannes, neun von 19, die W&V in diesem Jahr bewertet. Mit Cannes ist dieses Mal allerdings der wichtigste Award dabei.

Knappes Rennen zwischen BDDO und DDB

Ob jetzt noch eine andere Agentur BBDO vom Thron stoßen kann? Groß ist der Abstand zu DDB nicht. Die Agenturgruppe beeindruckt Jurys in aller Welt mit ihrer Kampagne "Uncensored Library" für Reporter ohne Grenzen, eine Arbeit, die noch Dennis May zu verantworten hat, heute Kreativchef von Publicis. BBDO hat mit WWF, Whatsapp und Unicef allerdings mehr Arbeiten im Rennen. Am Ende bliebe der Erfolg in der Familie. Beide Agenturen gehören schließlich zur Werbeholding Omnicom. Diese Awards stehen noch an

"Platz eins im Ranking ist nochmal eine tolle Auszeichnung für die Leistung unserer Teams und unserer Kunden. Wir freuen uns sehr, dass unsere Arbeiten auch im internationalen Vergleich auf höchstem Niveau erfolgreich konkurrieren können", sagt Till Diestel, Kreativchef von BBDO. Allzu siegesgewiss will er sich allerdings nicht geben: "Die Uncensored Library von DDB ist eine fantastische Arbeit, die auch zurecht sehr hoch bewertet wird", sagt er.

Till Diestel, CCO der BBDO Group

DDB sieht alle Ambitionen bereits erfüllt. "Wir haben unser Ziel, beste deutsche Agentur beim Cannes Lions Festival zu werden, erreicht und mit dem D&AD-Ergebnis kurz davor als 'Network of the Year' sogar übertroffen. Also sehr zur Enttäuschung aller Liebhaber von Aufholjagdmanövern – hier folgt leider keines", sagt Kreativchefin Diana Sukopp.

Serviceplan vor Heimat

Getauscht haben die Plätze drei und vier. Da steht jetzt Serviceplan vor Heimat Berlin und die wiederum finden sich vor Fischer-Appelt aus Hamburg. Die Münchner Agenturgruppe konnte in Cannes mit Arbeiten für BMW, zum Beispiel "Minimalism", und Sea Watch ("Lifeboat - The Experiment") überzeugen.

Serviceplan und Fischer-Appelt legen großen Wert auf ein gutes Abschneiden im Ranking. Serviceplan drängt stets in die Top 3, Fischer-Appelt wollte nach der Übernahme von Philipp und Keuntje im Jahr 2018 immer unter die ersten fünf. Im Moment sieht es gut aus.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

In den vergangenen zwei Jahren war laut W&V-Kreativranking Scholz & Friends die kreativste Agentur Deutschlands. 2021 aber hat die Agentur nur Cannes beschickt, weil man sich - so die offizielle Verlautbarung - auf die Kunden konzentrieren wolle. Scholz & Friends hat 2020 aber in der Tat zahlreiche neue Mandate gewonnen, darunter von McDonald's, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Sparkasse und AOK. Das will erstmal verdaut werden.

Neuer Blick auf Kreation

Andere Agenturen haben ihr Award-Engagement in Corona-Zeiten ebenfalls runtergefahren. Thjnk zum Beispiel reicht nur beim ADC, in Cannes und beim Effie ein. Jung von Matt macht wieder mal ganz Pause, auch Grabarz & Partner setzt aus.

Für BBDO muss das Ergebnis eine Genugtuung sein. Die Agenturgruppe hat es in der Vergangenheit immer wieder in die Top Ten geschafft, aber eben nicht an die Spitze, wofür Kritiker:innen auch den Umstand bemühten, mit Marianne Heiss sei im März 2019 ja schließlich eine Finanzerin als CEO an die Spitze der Agentur berufen worden. Ihr und Kreativchef Till Diestel mag deshalb daran gelegen sein, hier die Perspektive zu verändern. Das haben sie mit einigen Schlüsselarbeiten geschafft.


Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er interessiert sich für alles, was Werber:innen unter den Nägeln brennt, in Beratung, Strategie und Kreation. Besonders innovative Agenturmodelle haben es ihm angetan. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine. Vielleicht ist er deshalb auch Diversity-Beauftragter der SWMH geworden, der die W&V angehört.

Anzeige