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Neues Shopkonzept
So war unsere Experience im Bonprix-Store

Im Hamburger Bonprix-Store wird stationärer Handel mit den Vorzügen des Online-Shoppings verbunden. Aber was heißt das eigentlich? W&V hat sich auf den Weg gemacht und das Konzept selbst getestet.

Text: W&V Redaktion

18. März 2020

"Schön, dass Du da bist" - so wird man im Fitting Room begrüßt.
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"Fashion Connect" heißt das neue Konzept, mit dem die Otto-Gruppe das stationäre Einkaufen digitaler machen will. Dabei dreht sich alles um eine App, die einen wie ein persönlicher digitaler Shopping Assistent von Anfang bis Ende durch den Laden führt. Aber wie geht das eigentlich genau, und welche Vorteile hat so eine Technologie für die einzelne Kundin?

Das wollten wir wissen und haben uns auf den Weg in die Hamburger Mönckebergstraße gemacht, um mal selbst zu erleben, was die viel gepriesene Verschmelzung aus der On- und Offlinewelt eigentlich bedeutet, so ganz konkret. Was sofort auffällt, wenn man den Laden betritt: Das Servicepersonal ist auffallend freundlich, hat Zeit für Smalltalk, Beratung und erklärt geduldig das moderne Konzept. Die "Fashion-Connect"-App haben wir nicht auf dem Smartphone und auch nicht genügend Speicherplatz, um sie herunterzuladen. Kein Problem, wir bekommen ein Smartphone in die Hand gedrückt, auf dem bereits alles so eingestellt ist, dass wir direkt losshoppen können.

Bewegtbild und Themenwelten bei Bonprix

Was außerdem auffällt: Jedes Teil hängt hier nur ein Mal, arrangiert in Themenwelten, die häufig neu geordnet werden. Screens mit Bewegbildinhalten zeigen, was es in den jeweiligen Welten gerade zu entdecken gibt. Das heißt, der Laden ist aufgeräumt, wirkt kein bisschen nach Wühltisch, sondern nach hochwertiger Fashion-Botique oder hippem Showroom. Wir suchen uns eine gestreifte Jeansbluse aus, extralang. Auf der Fläche hängt Größe 36, das gewohnte "vor dem Spiegel verschiedene Größen erstmal hinhalten", um zu entscheiden, welche Größe man anprobiert, geht ja hier nicht.

Das ist ungewohnt, aber die App hat natürlich eine Lösung: Wenn ein Kleidungsstück nicht passt, kann es direkt in den Fittingroom in einer anderen Größe bestellt werden. Wir probieren es mal mit 40, scannen den QR-Code auf dem Preisschild und legen es in unsere virtuelle Einkaufstasche, die wir dann in die Umkleide im Untergeschoss "tragen". "Unsere fröhliche Frieda wird sich um Deinen Einkauf kümmern", heißt es in der App. Es dauere ca. eine Minute.

Wie lange es wirklich gedauert hat, wissen wir nicht - dann auf dem Weg zum Fitting-Room wurden wir erstmal aufgehalten: An der Fashion-Bar, wo es gratis Zitronen-Gurken-Wasser gibt, und dann auch noch im Gaming-Bereich vor den Umkleiden, wo Männer und Kinder sich vergnügen können, während Frau und Mama shoppt. Bis wir im Fittingroom Nummer 4, in den uns die App gelotst hat, angekommen sind, sind sicher 15 Minuten vergangen, die Bluse in der richtigen Größe hängt längst auf dem Bügel.

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"Schön, dass Du da bist" begrüßt uns ein Infoscreen, anprobieren muss man ganz altmodisch aber selbst. Bisschen blass, finden wir und switchen das Licht von "Indoor" mal lieber auf "Strand". Schon besser, aber bisschen zu weit. Vielleicht wäre die kleinere Größe doch besser gewesen? "Etwas passt nicht? Kein Problem", schreibt der digitale Assistent neben uns. Also wählen wir per Touchscreen Größe 38 aus und sind nicht ganz sicher, ob die fröhliche Frieda uns gleich halbnackt in der Umkleide sieht, wenn sie das neue Teil bringt. Von wegen, nur ein paar Augenblicke öffnet sich eine Schiebetür in der Umkleide, in der - wie in einem Schrank - die neue Größe hängt. Ganz ohne peinlichen Moment, einen Servicemitarbeiter kann man auf Knopfdruck aber rufen, wenn man Hilfe braucht.

Passt, nehmen wir! Eine Einkaufstasche hängt schon in der Umkleide bereit, die Bluse legen wir hinein und tragen sie nun ganz in echt die Treppe rauf. Währenddessen machen wir uns mit den Bezahlmöglichkeiten vertraut, und das ist wie beim Online-Shopping: Paypal (in der App), Kredit- oder EC-Karte (am Self-Checkout) oder Bar (ganz altmodisch bei einem Mitarbeiter)? Wir entscheiden uns für Paypal und bezahlen direkt in der App. Ein komisches Gefühl, denn ein weiteres Entsichern der Ware ist nicht mehr nötig, wir dürfen den Laden jetzt einfach so verlassen. Wie beim Online-Shopping, nur im echten Leben.


Autor: Julia Gundelach

ist im Specials-Team der W&V und schreibt daher jede Woche über ein neues spannendes Marketing-Thema. Dem Verlag ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002.

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