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Xandr
AT&T schafft Marke AppNexus endgültig ab

Der US-Konzern AT&T wickelt sein Advertising-Geschäft jetzt nur noch unter dem Namen Xandr ab. Zu sehen sein wird das unter anderem auf der Dmexco.

Text: W&V Redaktion

6. September 2019

Marius Rausch, VP & Managing Director Central Europe bei Xandr.
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Dmexco-Besucher werden in der kommenden Woche in Köln vergeblich nach AppNexus suchen – sie werden nun mit Xandr Vorlieb nehmen müssen. Denn der US-Konzern AT&T nimmt die Marke AppNexus endgültig aus dem Markt. Die Brand gab es seit 2008. 

Das Unternehmen hatte im Juni 2018 die Einkaufsplattform übernommen, um sich mit Werbe-Technologie einzudecken. AT&T wandelt sich vom guten, alten Telekommunikations-Anbieter zum modernen Media-Konzern – erst Recht nach der Time-Warner-Übernahme.

Die Zukunft heißt jetzt also Xandr – die Marke bündelt die AT&T-Werbebemühungen. Die Amerikaner wollen mit eigenen Marktplätzen nicht nur im digitalen Werbe-Business mitmischen, sondern auch bei der Vermarktung von Video und Addressable-TV.

Die Marke Xandr entstand in Anlehnung an Unternehmens-Urvater Alexander Graham Bell. "Wir wollen eben nur eine einzige globale Marke für dieses Geschäft etablieren", so Marius Rausch, VP & Managing Director Central Europe bei Xandr. AT&T hat keine große Markenbekanntheit hierzulande. "Die Änderung einer Marke immer ein großes Ereignis", sagt Rausch. Warum hält man also nicht dem vertrauten Namen fest? "Xandr steht für ein deutlich breiteres Angebot, gerade beispielsweise mit Addressable-TV", begründet Rausch die Wahl.

"In Deutschland gibt es eine eher kritische Einstellung, wenn es um die Marktmacht von US-Unternehmen geht", sagt Rausch. Im Markt gebe es ein höheres Interesse selbst eigene Technologie zu bauen. Laut Xandr hat AppNexus hat ein Drittel seines Geschäfts in Europa gemacht. Axel Springer oder GroupM gehören zum Kunden-Portfolio.

"Wir haben zuletzt massiv in Produkt-Entwicklung und Personal investiert", sagt Rausch. Hierzulande betreibt das Unternehmen Standorte in Hamburg und Berlin. "In Deutschland haben wir in diesem Jahr die Mitarbeiterzahl auf 40 verdoppelt, in Europa haben wir 60 neue Kollegen eingestellt und die Teamstärke auf 180 ausgebaut", so Rausch.

Neue Produkte kommen also nur noch unter dem Label Xandr heraus. Wenige Tage vor der Dmexco kündigt das Unternehmen die Sell-Side-Plattform Xandr Monetize an – für Publisher. Rausch verspricht Kunden "noch mehr Kontrolle in der Vermarktung sowie eine erweiterte und effektivere Zusammenarbeit mit Werbekunden und den Nutzern."

Das Produkt umfasst einen Adserver, die SSP sowie Yield-Analytics und schafft die Infrastruktur für zukünftige Kapazitäten im Bereich TV. Die Plattform soll die Prozesse über das gesamte Inventar sowie die verschiedenen Transaktionsarten und über alle Nachfragekanäle hinweg vereinfachen, versprechen die Amerikaner. 

"Xandrs Technologie erlaubt uns eine ganzheitliche Betrachtung und Steuerung der Nachfrage. Insbesondere die effiziente, granulare und transparente Steuerung des Yield Managements wirkt sich positiv auf die Vermarktung unserer Publisher aus", sagt Carsten Schwecke, Vorsitzender der Geschäftsführung, Media Impact.

Xandrs Programmatic OTT bietet laut dem Unternehmen "Compliance und Kontrolle  auf Augenhöhe mit TV-Standards, einschließlich Brand Safety, Frequency Capping und Competitive Separation". Gleichzeitig werde der Wettbewerb um Inventar durch programmatische Einkäufer gesteigert – über Real-Time-Bidding sowie über Deals.

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