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Selbstmedikation
Deutsche behandeln sich am liebsten selbst

Der Markt der freiverkäuflichen Medikamente boomt. Statt gleich zum Arzt zu gehen suchen die Erkrankten heute lieber die Apotheke als den Arzt auf. Für die Hersteller eröffnen sich dadurch Möglichkeiten, ihre Verkäufe selbst anzukurbeln.

Text: W&V Redaktion

23. September 2019

Der Trend geht zur Selbstmedikation
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Vitamin D und dazu noch ein bisschen Creme: Sich selbst zu verarzten liegt voll im Trend. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens IMS Health ist der Umsatz mit freiverkäuflichen Medikamenten in der Apotheke um 4,5 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro gestiegen. Das war im vergangenen Jahr. Tatsächlich suchen 57 Prozent der Menschen mit Schnupfen oder anderen Wehwechen lieber eine Apotheke auf anstatt den Arzt (42 Prozent), so besagt es die  Markt-Media-Studie VuMA: Männer und Frauen gleichermaßen. 

Vor allem die 30- bis 39-Jährigen sparen sich den Gang zum Doktor. In der Apotheke lassen sie sich entweder beraten - oder sie wissen schon genau, was sie wollen. Weil sie davor eine Werbung gehört haben.   

Internet-Apotheken holen auf

Den OTC-Herstellern eröffnet das große Chancen, die Beratung selbst in die Hand zu nehmen. Dazu trägt bei, dass immer mehr Menschen ihre Medikamente online bestellen - dort, wo die Beratung gänzlich fehlt. Der Apothekenversandhandel erzielte 2018 laut IMS Health einen Umsatz von 1,441 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von 7,6 Prozent. Der Umsatz der stationären Apotheken kletterte dagegen um nur 3,9 Prozent auf 7,659 Milliarden Euro. Die VuMA zeichnet ein ähnliches Bild in Bevölkerungszahlen: Danach kaufen knapp 54 Millionen Menschen ihre Medikamente in stationären Apotheken, immerhin rund sieben Millionen bestellen Online.

Das Interesse an rezeptfreien Medikamenten ist bei Radiohörern laut der Markt-Media-Studie besonders hoch. Sehr häufig läuft das Radio in den frühen Morgenstunden zwischen acht und neun. Wer da schniefend am Frühstückstisch seinen Kaffee trinkt oder mit dem Auto auf dem Weg ins Büro sitzt kann schnell noch den POS ansteuern. Oder auch sich später vom Büro aus in Internet-Apotheken die Medizin bestellen.

Gesundheit ist ein Frauenthema

Um die richtigen Zielgruppen in der Kommunikation zu erreichen, hilft ebenfalls ein Blick in die Zahlen der VuMA Touchpoints. Danach ist das Interesse an Gesundheitsthemen bei Frauen mit 52 Prozent besonders hoch.

Dagegen interessieren sich nur 38 Prozent der Männer dafür. Ebenso gilt: Je älter, desto gesundheitsaffiner. Gerade die über 60-Jährigen beschäftigen sich mit ihrer Gesundheit.  Doch greift es zu kurz, nur diese Zielgruppen anzusprechen. Laut VuMA Touchpoints gehen die Jüngeren - selbst wenn sie sich weniger mit gesunden Themen beschäftigen - genauso gerne zur Apotheke wie die Älteren, um sich mit den aktuell benötigten Medikamenten zu versorgen. Schnell und ohne Wartezeiten.

Die Apotheken haben ihre Besucher-Peaks am Vormittag und am Nachmittag. Am Mittwoch („Mittwochnachmittag geschlossen“) und Freitag (früher Feierabend) ist in der zweiten Tageshälfte allerdings vergleichsweise wenig los. Unter den Spitzenreitern bei den Medikamenten liegen laut IMS Erkältungsmittel, Schmerzmittel und Präparate für den Verdauungstrakt.

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