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Studie
GIM-Studie: Warum regionale Wirtschaft massiv von Kultur-Events profitiert

Investition in Kultur ist hoch wirksame Wirtschaftsförderung. Das heißt: Regionale Unternehmen profitieren maßgeblich von Kultur- und Musikveranstaltungen. Den Beweis dafür liefert jetzt eine Studie der GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung in Heidelberg.

Text: W&V Redaktion

11. Dezember 2018

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Der „Heidelberger Frühling“ ist eines der renommiertesten und erfolgreichsten Musikfestivals in Deutschland – und das bekommen Unternehmen vor Ort deutlich zu spüren: Für jeden Euro, den die Stadt in den „Heidelberger Frühling“ investiert, fließen über 4 Euro der Heidelberger Wirtschaft zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der GIM zur Umwegrentabilität des „Heidelberger Frühlings“.

„Mit der vorliegenden Studie zeigen wir, dass das Festival für die Stadt Heidelberg nicht nur ein kulturelles und gesellschaftliches Aushängeschild ist, sondern auch ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor“, sagt GIM-Geschäftsführer Wilhelm Kampik. Die Umwegrentabilität ist ein Multiplikator, der die Investitionen in Bezug zu ihren finanziellen Effekten setzt. Das heißt: Sobald dieser Multiplikator größer 1 ist, „rentiert“ sich rein wirtschaftlich gesehen die Investition für die Geldgeber.

Für die Studie nutzten die GIM-Forscher die wirtschaftlichen Ergebnisse der Heidelberger Frühling gGmbH und befragten zudem Besucher des Festivals. Diese Befragung fand während des Hauptfestivals 2016 statt, dabei wurden direkt bei den Veranstaltungen über 1.000 Teilnehmer rekrutiert, die dann an der Online-Befragung teilnahmen. Neben Angaben zur Soziodemographie der Teilnehmer und der Bewertung des „Heidelberger Frühlings“ wurden vor allem die während des Festivals getätigten Ausgaben erfragt – sprich: wie viel für Kost und Logis, Shopping, weitere Eintritte (zum Beispiel Museumsbesuche) und Souvenirs ausgegeben wurde.

Ergebnis der Befragung: Unter den Besuchern des „Heidelberger Frühlings“ sind überdurchschnittlich viele junge Klassikfans, zudem ist das Publikum besonders gebildet und kaufkräftig. 92 Prozent der auswärtigen Besucher kommen gezielt für das Festival in die Stadt. Hotels und Restaurants profitieren am meisten von den ausgabefreudigen Besuchern. Zudem, so die Erkenntnis der GIM-Studie, steigt mit jedem Tag die Ausgabebereitschaft für Essen und Restaurantbesuche.

Die ungewöhnlich hohe Umwegrentabilität von 4,05 unterstreicht, dass es sich für die Stadt Heidelberg definitiv lohnt, in das qualitativ hochwertige Kulturangebot zu investieren. „Wir beweisen mit unserer Studie, dass anspruchsvolle Kultur bezifferbaren ökonomischen Nutzen schaffen kann“, resümiert GIM-Geschäftsführer Stephan Teuber.

Eine Berechnung der Umwegrentabilität lohnt sich für alle großen Festivals und Kulturveranstaltungen sowie für kulturfördernde Städte und Regionen in Deutschland, so das Fazit der GIM-Forscher. Denn die Analyse liefert belastbare Zahlen und Fakten, mit denen die wirtschaftliche Bedeutung der kulturellen Aktivitäten für die Stadt oder die Region schwarz auf weiß belegt werden können.

Hier gibt es die Publikation zur GIM-Studie.

Text: Christof Lippert.

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