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Umfrage
"16:9? Das ist eher was für Ältere"

16:9 oder 9:16? Das wollten wir von Experten in Sachen Video-Content und Social Media wissen. Und haben erfahren: Ob Hoch- oder Querformat, ist vor allem eine Generationenfrage. Hier kommt Teil 1 der Umfrage.

Text: W&V Redaktion

19. November 2020

Hoch oder quer - das ist hier die Frage.
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Dieses Mal haben wir unsere Frage zum Thema Vertical Video ganz offen gestellt - und waren gespannt, was die Experten sagen. "16:9 oder 9:16?" wollten wir wissen. Und haben erfahren: Es heißt nicht "oder", sondern "und". Denn beide Formate haben ihre Vorteile.

Niklas Krilling, Business & Data Analyst, esome

Niklas Krilling, esome

"Seit 2016 erobern Vertical Videos die digitale Werbewelt. Heute sind über die Hälfte der Videoanzeigen unserer Werbekunden in vertikalem Format und rund ein Drittel quadratisch, während der Einsatz horizontaler Werbemittel stetig abnimmt. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Treiber sind die fortlaufende Mobile-Optimierung, neue vertikale Formate etablierter Player, wie bspw. LinkedIn-Stories, und das Aufstreben ausschließlich vertikal-nutzbarer Plattformen wie z.B. TikTok."

Jason Modemann, Geschäftsführer und Co-Founder, Mawave

Jason Modemann, Geschäftsführer und Co-Founder, Mawave

"Je jünger die Zielgruppe, umso relevanter wird 9:16 – das liegt an der hohen Smartphone-Affinität. Vertikale Videos entsprechen der natürlichen Nutzungsweise im Hochkantformat. Die Relevanz von 9:16 zeigt sich bei einem Blick auf die Medienplattformen, die in den letzten Jahren zum Erfolg wurden, wie derzeit TikTok, eine reine Vertical Video App. Auch Instagram fokussiert sich bei neuen Features verstärkt auf Video-Content wie Stories und Reels zeigen. Mit dem Story-Format bietet Instagram auch Brands inzwischen ein stärkeres Performance-Tool, da nur hier ein direkter Call to Action über externe Links integriert werden kann. Wenn TikTok als Werbekanal in Deutschland richtig durchstartet, wird das auch im Marketing zu einem Boost im Vertical Video Format führen. Das sie dort die Nutzer:innen finden, zeigen aktuelle Zahlen des BVDW – die Zielgruppe unter 35 Jahren nutzt bis zu 99 Minuten soziale Netzwerke am Tag, Tendenz steigend."

Michèle Anders, Senior Social Media Manager, huth+wenzel

"Für mich ist das eine Generationsfrage. Der Alltag der jungen Zielgruppen gestaltet sich primär vertikal. TikToks asiatische Schwester Douyin etwa zeigt bereits ganze Filme und Shows in 9:16. Auch auf YouTube empfiehlt es sich seit ein paar Jahren, Ads sowohl in 16:9, als auch in 9:16 anzulegen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis auch hier dank Gen Z eine größere vertikale Welle losgetreten wird. Zeitgleich kann die Generation Alpha ihre LEGO-Werke auf Wunsch via App in eine vertikale AR-Landschaft übertragen. Das prägt. Das 16:9-Format hingegen ist an das Nutzungsverhalten 'älterer' Menschen angelehnt. Zwar nähern sich ältere Generationen neuen Plattformen an, dennoch werden horizontale Formate für sie wohl nie komplett irrelevant sein.  Fazit: Wir brauchen beide Formate, um zielgruppengerecht zu arbeiten. Content sollte im Optimalfall pro Plattform und Zielgruppe produziert werden. Oder zumindest so, dass im späteren Verlauf beide Formate damit abgebildet werden können."

Peter-Pavel Kraljic, Head of Germany, Takumi

Peter-Pavel Kraljic, Head of Germany, Takumi

"Der Konsum von Videos hat sich in den letzten Jahren vor allem durch die Smartphone-Nutzung sehr stark verändert. Spätestens als Instagram 2016 die Story-Funktion eingeführt hat, wurden Vertical Videos zum zentralen Thema für die Kreativen im Social Media Marketing. Die Konzeption eines Videos musste komplett neu gedacht werden, da viele Motive im Hochformat ganz anders wirken. Bei den Creators im Influencer Marketing ist es mittlerweile zum Standard-Format geworden. Der Hype um TikTok hat die Vertical Videos weiter etabliert und auch für anderweitige Nutzung interessant gemacht."


Autor: Julia Gundelach

ist im Specials-Team der W&V und schreibt daher jede Woche über ein neues spannendes Marketing-Thema. Dem Verlag ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002.

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