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Smartphone-Nutzung
Mehr Social und mehr Telefonieren in der Krise

Mehr Handy, mehr Social Media, mehr Telefonieren - und eine höhere Zahlungsbereitschaft für Premium-Inhalte. Das sind die relevantesten Entwicklungen in der Mobile-Nutzung während des ersten Lockdowns.

Text: W&V Redaktion

1. Dezember 2020

Das Handy wurde zum treuen Begleiter in der Pandemie.
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Die Mobile-Nutzung ist in der Corona-Pandemie gestiegen. Laut einer neuen Studie von Deloitte sind 45 Prozent der Deutschen überzeugt, zwischen Mitte März und Mai das Smartphone häufiger in die Hand genommen zu haben, als sonst. Der Grund: "In dieser Zeit haben die unterschiedlichen Spielarten mobiler Kommunikation viele persönliche Treffen ersetzt", sagt Andreas Gentner, der bei Deloitte für die Studie verantwortlich ist. Smartphone sei dank seien die Nutzer weniger isoliert von Familie und Freunden gewesen. Vor allem die Jüngeren kompensierten ihre Isoliertheit in der Quarantäne: Bei den Befragten unter 25 Jahren gaben 72 Prozent an, ihr Handy habe ihnen rückblickend gegen das Alleinsein geholfen. In der Altersgruppe über 65 Jahren waren es nur 33 Prozent.

Social Networks, Telefonieren, Premium-Inhalte

Zwei Entwicklungen während der bundesweisen Corona-Beschränkungen hebt die Studie außerdem hervor:

Soziale Netzwerke haben erneut deutlich zugelegt: 21 Prozent der Befragten haben Facebook, Twitter & Co. während dieser Wochen häufiger genutzt als vor der Pandemie. Die Hälfte davon möchte die gesteigerte Nutzung auch nicht wieder zurückfahren.

Und es wurde wieder mehr telefoniert. 14 Prozent haben zwischen Mitte März und Mai häufiger telefoniert, mehr als die Hälfte davon will dies im gleichen Umfang weiterhin tun. Und das hat gar nicht nur unbedingt mit Corona zu tun. Die Umfrage, die seit zehn Jahren durchgeführt wird, zeigt seit zwei Jahren wieder einen Aufwärtstrend bei Sprachanrufen. Auf die private Nutzung von Videocalls habe die Krise noch keinen nennenswerten Einfluss, so die Studie.

Und noch etwas ist in der Lockdown-Phase gestiegen: Die Zahlungsbereitschaft für Paid Content. Laut Studie wurden viele Premium-Abonnements abgeschlossen, sei es für Video-on-Demand oder Online-News. Zwei Drittel der Deutschen beziehen mindestens eines dieser Abos, die häufig auch per Smartphone genutzt werden.

Weitere Themen der Untersuchung: Die Entwicklung von Sprachassistenten. 43 Prozent der Deutschen nutzen sie inzwischen, 2018 waren es 16 Prozent. Generell sind die Deutschen übermäßigem Smartphone-Konsum gegenüber kritisch eingestellt. Im Schnitt finden 40 Prozent der Deutschen, dass sie zu viel Zeit am Handy verbringen.


Autor: Julia Gundelach

ist im Specials-Team der W&V und schreibt daher jede Woche über ein neues spannendes Marketing-Thema. Dem Verlag ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002.

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