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Bye, Bye horizontal
Warum man Werbeflächen vertikal effektiver nutzt

Filmemacher mögen das anders sehen, doch aus Online-Sicht machen horizontale Videos durchaus Sinn. Denn die Werbefläche muss so effizient genutzt werden, wie möglich, schreibt Gastautorin Nhavi Nguyen.

Text: W&V Redaktion

14. Dezember 2020

Kleine Fläche, große Wirkung: Content im Hochformat
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Über Jahrzehnte hinweg haben wir uns an das Querformat gewöhnt – egal ob 4:3 oder 16:9 – Hauptsache quer! Deshalb schimpfen vor allem die Filmemacher der alten Schule über das Social-Media-Format 9:16 und können diesem nicht viel abgewinnen. Das ist insofern nachvollziehbar, als dass man im Hochformat eindeutig weniger Spielraum, was die Szeneninszenierung angeht, hat. Viele Menschen beispielsweise in einer Szene darzustellen, ist teilweise nicht umsetzbar. Aber: Aus Social-Media- bzw. Online-Sicht macht das nichts. Warum? Weil es darum geht, in kürzester Zeit (ca. 3-5 Sekunden) die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu erhaschen. Die Aufmerksamkeitsspanne der Social-Media-Nutzer ist kürzer als die eines Goldfisches (1,7 Sek.laut einem Microsoft-Report). Die Werbemessage muss demnach in kürzester Zeit so einfach und simpel wie möglich an den Zuschauer transportiert werden und der zur Verfügung stehende Platz so effektiv wie möglich genutzt werden. Das ist der wichtigste Punkt in der Content-Umsetzung.

Um das zu gewährleisten, müssen wir uns im Bereich Online/Social Media an das Nutzungsverhalten anpassen – "mobile first" lautet die Devise und so muss auch produziert werden. Das Handy ist der alltägliche Begleiter, einer Studie von AppAnnie zufolge verbringen wir verbringen durchschnittlich rund 2,9 Stunden am Tag mit unserem Smartphone. Besonders beliebt: Plattformen wie Instagram und Co. Und die sind nun mal mit ihren Features wie IGTV oder Stories vom Format her zur Nutzung am Smartphone ausgelegt. Es geht also am Ende um eine effiziente Nutzung der Werbeflächen – deren Potenzial man verschenken würde, würde man keinen Content produzieren, der optimal auf sie zugeschnitten ist.

Und diese Ausrichtung der Features reißt nicht ab. Egal, ob man einen Rückblick auf dieses Jahr wirft oder eine Vorschau auf 2021 wagt: Im Bereich Bewegtbild geht alles weiterhin in Richtung Story- und Kurzvideo-Format und damit in Richtung 9:16. Instagram hat mit "Reels" in diesem Jahr nochmal einen draufgelegt und die Plattform, was Kurzvideos im vertikalen Format betrifft, noch weiter ausgebaut. Vor allem im Hinblick auf den immer noch andauernden Boom von TikTok ein cleverer Schachzug – so bleibt Instagram als Gesamtpaket eine attraktive Werbeplattform und hat vorgesorgt, TikTok in irgendeiner Form nachzustehen.

Doch nicht nur Instagram hat den vertikalen Videos in den vergangenen Jahren immer mehr Raum geschenkt, auch LinkedIn hat 2020 nachgezogen. Das Netzwerk hat in diesem Jahr ebenfalls eine Story-Funktion gelauncht und damit den Rahmen der kurzweiligen Bewegtbild-Formate auf die Zielgruppe der sozialen Geschäftskontakte ausgeweitet.

Und auch in anderen Bereichen findet das 9:16-Format mittlerweile immer mehr seinen Platz. Pionier und mutig genug war hier sicherlich u.a. schon 2019 Lena Meyer-Landrut mit ihrem Musikvideo "Don’t lie to me", welches ausschließlich in Hochkant produziert wurde. Ihr Mut gab ihr Recht: innerhalb kürzester Zeit hatte das Video über 500.000 Aufrufe und ging durch die Medien. Das Feedback war gut, denn Lena hat damit gezeigt, dass sie Social Media verstanden hat und den Usern Content gegeben, der wie die Faust auf‘s Auge zu den Sehgewohnheiten passt.

Nhavi Nguyen, OneTwo Social

 

Autorin: Nhavi Nguyen, Head of Content Production bei OneTwoSocial


Autor: W&V Leserautor

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