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Corona-Krise
Amazon lässt Frankreich-Betrieb weiter ruhen

Die sechs Fulfillment-Centren in Frankreich bleiben bis mindestens 18. Mai geschlossen - voraussichtlich noch länger. Die 10.000 Beschäftigten erhalten weiter ihr Gehalt. Amazon selbst sieht sich ungerecht behandelt.

Text: Anonymous User

13. Mai 2020

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Seit Mitte April heißt es in den sechs Logistikzentren, die der E-Commerce-Riese in Frankreich betreibt: "Rien ne vas plus". Und das bleibt  bis mindestens 18. Mai so, teilte Amazon mit. Die fast 10.000 Mitarbeiter sollen bis dahin zu Hause bleiben - erhielten aber volles Gehalt, so der Versandhändler. Zudem rechne man auch über den 18. Mai hinaus mit einer weiteren Verlängerung der vorübergehenden Schließung, hieß es weiter.

Auf Druck der Gewerkschaften hatte Mitte April ein Gericht im Pariser Vorort Nanterre dem Konzern auferlegt, nur noch Produkte des dringenden Bedarfs versenden zu dürfen, bis Amazon einen umfänglichen Gesundheitsschutz seiner Mitarbeiter garantieren könne. Einem Berufungsantrag seitens Amazon wurde nicht stattgegeben. 

Stattdessen legte das Berufungsgericht in Versailles genau fest, welche Artikel der Online-Versandhändler ausliefern darf. Dazu gehören IT-Artikel, Produkte für Tiere, Hygiene- und Gesundheitsprodukte sowie Lebensmittel. Für jeden Artikel, der ein französisches Versandzentrum verlässt und nicht zu den genannten Kategorien zählt, droht eine Strafzahlung von 100.000 Euro.

Selbst wenn versehentlich nur eine niedrige Zahl der nicht erlaubten Artikel versandt würden, seien Milliardenstrafen möglich, heißt es zur Begründung. Amazon hatte zuletzt vor den Kassationsgerichtshof ziehen wollen, das höchste Gericht Frankreichs. Die Logistikzentren seien sicher, so die Aussage von Amazon.

In den USA sollen Hochrechnungen einer Amazon-Mitarbeiterin zufolge inzwischen 600 Fullfillment-Mitarbeiter an dem Covid-19-Virus erkrankt sein. Vier Mitarbeiter sind an den Folgen der Infektion gestorben. Auch in Deutschland kämpft Amazon mit Krankheitsfällen. Im Versandzentrum "HAM2" in Winsen an der Luhe sollen sich bis 23. April 68 der rund 1.800 Mitarbeiter nachweislich infiziert haben. Bislang ist jedoch nicht abschließend geklärt, ob sich die Amazon-Beschäftigten während der Arbeit, auf dem Weg dorthin oder etwa Zuhause angesteckt haben.

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Autor: W&V Redaktion

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