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TechTäglich
Amazon überwacht Fahrer per App

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit der Überwachung der Amazon-Fahrer per App und MS Office mit einer iPad-App für alles.

Text: W&V Redaktion

17. Februar 2021

Gemeinsam für den Kunden da sein? Amazon ist neuesten Berichte zufolge häufig eher auf die Fahrerkontrolle fixiert.
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Amazon überwacht Fahrer per App

Amazon hat ausgewählte Paket-Fahrer mit einem eigenen KI-Kamera-System ausgestattet. Lieferanten müssen dazu eine eigene App nutzen, die die Fahrweise verfolgt und bewertet. Das offizielle Ziel der Anwendung "Mentor", die gerüchteweise auch in Deutschland zum Einsatz kommen soll, ist es, die Sicherheit von Fahrer und Fahrzeug zu verbessern. Allerdings soll das Tool fehleranfällig sein und die Fahrer auch in ihrer Freizeit überwacht haben. So werde ihr Standort auch überwacht, wenn sie gar nicht mehr arbeiten, berichten Fahrer. Der Kritikpunkt laut einem großen Report von CNBC: In der App gibt es auch eine Übersicht, die zeigt, wie viele Punkte die anderen Fahrer sammeln. Das soll zu einem starken Wettbewerb geführt haben.

Die Fahrer fühlen sich ständig überwacht. Boten beklagen, dass die App oftmals ungerechtfertigt Minuspunkte vergeben hat. Zum Beispiel dann, wenn der Fahrer einen Anruf aus der Zentrale erhalten hat, diesen aber während der Fahrt (aus Sicherheitsgründen) nicht beantwortet hat. Eine Amazon-Sprecherin, zu den Vorwürfen befragt, äußerte sich nur kryptisch gegenüber CNBC: "Sicherheit hat bei Amazon oberste Priorität. Egal, ob es sich um hochmoderne Telemetrie und fortschrittliche Sicherheitstechnologie in Letzte-Meile-Transportern, Fahrsicherheitsschulungsprogramme oder kontinuierliche Verbesserungen unserer Karten- und Routing-Technologie handelt, wir haben zig Millionen Dollar in Sicherheitsmechanismen in unserem Netzwerk investiert und den Fahrern regelmäßig bewährte Sicherheitsmethoden mitgeteilt."

Eine Fahrerin beschwert sich hingegen, ihr interner "Mentor"-Score sei aufgrund unsinniger Berechnungen jedes Mal gefallen, wenn sie ein Lieferziel erreicht habe: "Jedes Mal, wenn ich sagte, dass ich an der Haltestelle bin, wurde ich betrogen. Und das sind 150 Stopps an einem Tag, also wurde ich mindestens 150-mal am Tag betrogen." Ihr Score sei von 800 auf 400 gefallen. Daraufhin erklärte Amazon, sie fahre zu riskant. "Ich wurde aus dem Verkehr gezogen. Meine Punktzahl sei zu niedrig." "Wenn sich das Auto überhaupt bewegt, wird gegen dich gezählt", ergänzt ein weiterer Fahrer in einem Video. "Dann hast du eine größere Chance, Deine Punktzahl zu senken." Untereinander geben sich Amazon-Fahrer inzwischen auf YouTube Tipps und Tricks, um ihren Score wieder zu erhöhen...

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Knebelt Parship alle 11 Minuten einen Single?

"Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single mit Parship", so wirbt das Dating-Portal um neue Kunden. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Bundesverband (kurz: vzbv) ist wohl eher die Frage gestattet, ob Parship alle 11 Minuten einen Single in Knebelverträge lockt. Die vzbv will jetzt eine Musterfeststellungsklage gegen das Dating-Portal erheben. Dazu sucht die vzbv Verbraucher, die ihren Fall schildern. Was vielen Liebeshungrigen nicht klar ist: Für die Nutzung aller Vermittlungsangebote müssen sie zahlen – und dafür werden laut vzbv "Knebelverträge abgeschlossen". Ihrer Ansicht nach "verwehrt Parship Nutzern zu Unrecht den jederzeitigen Austritt aus dem Vertrag und verwendet unzulässige Klauseln".

Betroffene, die sich durch unrechtmäßige Vertragsklauseln von Parship betrogen sehen, werden um Rückmeldung gebeten. Falls die Klage erfolgreich ist, "könnten Betroffenen mehrere hundert Euro Erstattung zustehen". Die vzbv bietet ab sofort hier ein Formular zum Übermitteln von Vertrags-Erlebnissen bei Parship an. Die Verbraucherschützer erklären: "Alle Daten werden vertraulich behandelt. Verbraucher, die sich an der Umfrage beteiligen, gehen keinerlei Verpflichtung ein. Es entstehen auch keinerlei Kosten."

Drum prüfe, wer sich in einem Online-Dating-Portal womöglich ewig (an Verträge) bindet.

MS Office: Eine iPad-App für alles

Microsoft Office vereinheitlicht die Nutzererfahrung für iPad-User. Bislang mussten Nutzer der Suite für verschiedene Dokumententypen am Tablet unterschiedliche Apps – Word, Excel und PowerPoint – starten. Die zuletzt nur für das iPhone erhältliche Multi-Office-App mit dem Zugang zu allen Programmen ist jetzt auch für iPadOS optimiert. Sie kombiniert die drei Apps sowie einen PDF-Reader in einer Oberfläche. Die App kann gratis geladen werden. Zur Nutzung wird aber eine aktive Office-Lizenz vorausgesetzt.

Dieses Abo kann via In-App-Kauf freigeschaltet werden. Günstiger wird es jedoch in der Regel, eines der zahlreichen Office-Angebote, die fast täglich bei Retailern wie Amazon, Mediamarkt, Saturn oder notebooksbilliger offeriert werden, zu kaufen. Eine Ersparnis von bis zu 30 Prozent gegenüber dem regulären Office-Kaufpreis ist möglich. Was bei der neuen iPad-Version auffällt: Nutzer eines iPad Pro können nicht einmal gratis Dokumente bearbeiten, was auf den anderen iPad-Modellen möglich ist. Sie brauchen von Beginn an eine vollständige Lizenz. Ein Pluspunkt: der neue PDF-Reader. Damit lassen sich am iPad auch Dokumente einfach signieren. Der Maus-Support für Apples Tablet ist ebenfalls gewährleistet.

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"Monopolwichser": Titanic zofft sich mit Google

Das Satiremagazin Titanic legt sich mit Tech-Riese Google an. Die Macher haben ihre App aus dem Google Play Store entfernt. Google forderte von der Zeitschrift die Löschung mehrerer Cover mit angeblich sexuellen Anspielungen. Kritisiert wurde auch eine Papst-Karikatur. Die für Google nicht tragbaren Cover bildet Titanic als Konter in einer Mitteilung ab, die über den Rückzug aus dem Play Store informiert. Google habe die Löschung aufgrund von "Profanität" verlangt. Die Zeitschriftenredaktion habe direkt Widerspruch eingelegt, aber ohne Erfolg. Daher habe man sich entschieden, freiwillig den Google Play Store zu verlassen, bevor Google Zensur ausübe.

Titanic-Chefredakteur Moritz Hürtgen erklärt: "Titanic wird sich nicht selbst zensieren, um dem verkniffenen Humor von Monopolwichsern in San Fernando Valley, äh: Silicon Valley gerecht zu werden." Android-Abonnenten werden "auf anderem Wege versorgt". Sie erhalten PDF- oder Print-Ausgaben, wenn sie sich bei der Redaktion melden. Apple hat in seinem App Store keine Probleme mit Titanic. Weiter grünes Licht aus Cupertino: Alle von Google beanstandeten Ausgaben sind unter iOS weiterhin normal erhältlich. Warum auch nicht?!

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Macs aus Honig und Eis

Das wird Mac-Fans schmecken: Die Designer Hank Beyer und Alex Sizemore lassen klassische Macs in neuer Optik wirken. Statt mit Plastik und Aluminium wurden die Geräte für das Fotoshooting ("For the rest of us") aus Eis, Honig und Kohle geformt. Die Bilder sollen an die Original-Werbefotos der Produkte erinnern. Das Duo erklärt gegenüber Fast Company: "Wir möchten, dass die Menschen die Auswirkungen der Globalisierung hinterfragen und überlegen, wie unkonventionelle Materialien die Produktbeziehungen verändern können."

Damit wünsche ich einen schmackhaften Mittwoch. Bis morgen bei TechTäglich.

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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