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TechTäglich
Apple: Ärger um die Wohnzimmer-Strategie

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit unklarer Strategie bei Apple und mit den Instagram-Olympiasiegern.

Text: W&V Redaktion

10. August 2021

Für die Apple-Serien ist längst keine Apple-TV-Box mehr erforderlich.
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Apple: Ärger um die Wohnzimmer-Strategie

Erst im April hat Apple seine Fernsehbox Apple TV 4K aktualisiert, unter anderem mit einem stärkeren Prozessor und einer längst überfälligen komfortableren Fernbedienung. Aber auch diese Updates dürften das schwarze Kästchen kaum zu einem Erfolgsprodukt machen. 2020 lag der weltweite Marktanteil des Apple TV bei den Streaming-Geräten laut Strategy Analytics um die zwei Prozent. Mark Gurman, Apple-Experte von Bloomberg, nimmt den anhaltend überschaubaren Erfolg nun zum Anlass für eine Geschichte über Apples unklare und richtungslose Wohnzimmer-Strategie. Titel: "Apples TV-Box ist jetzt größtenteils nutzlos. Wird sich das ändern?" Der stets gut informierte Gurman schreibt darin über internen Ärger bei Apple: "Ingenieure erzählen mir, dass es keine erfolgversprechende Hardware-Strategie fürs Wohnzimmer gibt, und dass man intern auch nicht sehr optimistisch für die Zukunft ist."

Am aktuellen Apple TV 4K, das in Deutschland ab 199 Euro zu haben ist, lässt Gurman kaum ein gutes Haar: "Weder das letzte Upgrade, noch die bisherigen Funktionen der Box, rechtfertigen es, im Jahr 2021 für so ein Gerät 199 Dollar auszugeben." Nicht, dass die Hardware schlecht wäre – der Bloomberg-Kolumnist sieht schlicht keinen Grund für einen Kauf. Denn die Filme und Serien des Streamingdienstes Apple TV+, der mit Hits wie "Ted Lasso" langsam in Schwung kommt, lassen sich auch mit jedem anderen Gerät von Apple, aber auch auf Smart-TVs von Samsung, Sony oder LG, mit Sticks von Amazon und Google oder auf Spielkonsolen anschauen. Und TV-Sticks wie Amazons Fire TV kosten nicht 200 Euro, sondern rund 25 Euro.

Weil die Apps, die es fürs Apple TV gibt, ebenfalls kein Erfolg sind, bleiben wenig Argumente für einen Kauf. Nachdem Apple zuletzt auch seinen Smart-Lautsprecher HomePod eingestellt hat, läuft es im Wohnzimmer tatsächlich nicht optimal. Gurman empfiehlt ein deutlich günstigeres Apple TV als Stick – oder wenigstens ein unbefristetes TV+-Abo kostenlos bei jedem Kauf der Box: "Aber wie es momentan aussieht, wird das nicht so schnell passieren." Für 2023 arbeitet Apple nun offenbar an einer Kombination aus Apple TV und HomePod mit Bildschirm und FaceTime-Kamera. Mark Gurmans Tipp: "Wenn das auch nicht funktioniert, sollte Apple darüber nachdenken, das Apple TV ebenso in Rente zu schicken wie einst den iPod Hifi oder zuletzt den großen HomePod."

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Tokio 2021: Das sind die Instagram-Olympiasieger

Seit Sonntag sind die Olympischen Sommerspiele 2021 aka "Tokyo 2020" Geschichte. Will Yoder, der bei Facebooks Foto- und Videotochter für Sport-Kooperationen verantwortlich ist, hat nun in mehreren Tweets die Instagram-Olympiasieger präsentiert. Die fünf Sportlerinnen und Sportler, die während der Spiele die meisten neuen Follower einsammeln konnten, waren demnach:

  1. Rayssa Leal (Brasilien/Skateboard) / + 5,8 Millionen
  2. Neeraj Chopra (Indien/Speerwerfen) / + 2,6 Millionen
  3. Simone Biles (USA/Turnen) / + 2,3 Millionen
  4. Rebeca Andrade (Brasilien/Turnen) / + 2,1 Millionen
  5. Italo Ferreira (Brasilien/Surfen) / + 1,8 Millionen

Die beiden meistgeklickten Olympia-Reels kamen laut Will Yoder von der brasilianischen Skateboarderin Leticia Bufoni gleich zu Beginn der Spiele – und von Australiens Kanuslalom-Legende Jessica Fox, die ihre Gold- und ihre Silbermedaille einer genaueren Qualitätsprüfung unterzog. Für den Instagram-Olympiapost 2021 mit den meisten Likes überhaupt sorgte Skateboard-Wunderkind Rayssa Leal. Die erst 13-Jährige Silbermedaillengewinnerin holte sich für ihr Foto von der Siegerehrung über vier Millionen Herzchen ab.

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Ariana Grande: So verrückt war ihr Fortnite-Konzert

Wie es mit Popkonzerten in den nächsten Monaten weitergeht, weiß niemand. Open-Air-Events sind momentan möglich. Aber hinter dem Herbst und dem Winter stehen wieder große Fragezeichen. Vielleicht ist die Zukunft von großen Liveshows ja auch virtuell – so wie es jetzt US-Superstar Ariana Grande mit einer spektakulären Performance im Action-Spielehit "Fortnite Battle Royale" gezeigt hat. Hersteller Epic Games hat schon mehrfach Konzerte in der "Fortnite"-Welt veranstaltet, unter anderem mit den Rappern Travis Scott und Marshmello. Gemeinsam mit Ariana Grande zeigte Epic jetzt in einer atemberaubend kunterbunten Show, was technisch alles möglich ist. Das Video spricht für sich.

Vor und während des virtuellen Konzerts konnten "Fortnite"-Spieler in Minigames über einen Regenbogen surfen oder wie in "Mario Kart" Gegenstände einsammeln. Der Auftritt selbst war dann fast schon überirdisch. Die 28-Jährige flog in einem Mix aus echter und künstlicher Ariana als Engel durch die Wolken und löste sich in regenbogenfarbigen Kugeln auf. Das Highlight beschreibt TechCrunch so: "Im coolsten Teil stieg eine wolkenkratzergroße Grande mit einem riesigen Diamanthammer eine Reihe von verwirrenden Treppen hinauf, bevor sie den Hammer im Stil einer Kugelstoßerin Richtung Himmel schleuderte." Unfassbares Augenfutter also – das aber auch die Sehnsucht weckt nach einem ganz kleinen, feinen, echten Konzert nur mit Gitarre, Bass und Schlagzeug.

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In dieses Startup investiert Thomas Müller

Seinen entscheidenden Schuss bei der Fußball-EM setzte Thomas Müller gegen England leider neben das Tor. Mit seinem neuen Business-Investment ist der Raumdeuter vom FC Bayern hoffentlich erfolgreicher. Über Nordwind Capital hat sich Müller jetzt am Startup SmapOne aus Hannover beteiligt. Mit der Software des 2014 gegründeten Unternehmens können Mitarbeiter von Firmen auch ohne größere technische Kenntnisse Apps erstellen und dann im Arbeitsalltag einsetzen. Das berichten unter anderem Gründerszene und tz München. Zu den neuen Investoren, mit denen SmapOne jetzt ingesamt 20 Millionen Euro einsammelte, gehören demnach auch der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank Paul Achleitner, Bitkom-Präsident Achim Berg sowie der frühere Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher.

"Business Apps erstellen in 30 Minuten" – so lautet das Motto von SmapOne. Heise erklärt das Geschäftsmodell in einer Geschichte ausführlich. Grundsätzlich geht es zum Beispiel darum, dass eine Firma Heizungsablesungen vornimmt, und das noch auf sehr traditionelle Art. Die Mitarbeiter können dann im Baukastensystem per Drag und Drop und mit vorgefertigten Elementen eine App erstellen, mit der sich dieser Prozess digitalisieren, vereinfachen und beschleunigen lässt. Die Apps laufen unter anderem auf iOS, Android und Windows. 50.000 Apps sind laut SmapOne so bereits entstanden, 65 Mitarbeiter sind an drei Standorten für das Unternehmen tätig. Die Thomas-Müller-Publicity kann das Startup jedenfalls gebrauchen. Auf YouTube hat SmapOne bisher nur 275 Abonnenten. Und die Erklärung der Software kommt seit 2019 auf karge 5.430 Aufrufe. Es wird also Zeit, dass Müller in einem Video vorführt, wie er seine Pferdezucht mit SmapOne organisiert.

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Britney Spears: Erstes iPad, Video gelöscht

Willkommen im Jahr 2021, Britney Spears! Der krisengebeutelte US-Popstar, der zum Verdruss seiner #FreeBritney-Anhänger seit 13 Jahren unter Vormundschaft steht, hat sich jetzt sein erstes iPad zugelegt. Auf Instagram feierte Britney ihren technischen Quantensprung mit einigen begeisterten Videos, wie Mashable und die Futurezone berichten: "Das ist ein bahnbrechender Tag. Ich hatte immer ein kleines Telefon. Aber jetzt mit diesem iPad in den Händen fühlt es sich an, als ob sich mein Leben verändert. Ich bin so aufgeregt."

Ihre Fans herzelten die Beiträge und die rührende Begeisterung der 39-Jährigen über ihre iPad-Premiere mit Tausenden von Likes. Doch Britney, der Unglückshase, wäre nicht Britney, wenn es nicht schon wieder Ärger gäbe. Denn eines der iPad-Videos verschwand nach der Veröffentlichung gleich wieder von Instagram. Und die #FreeBritney-Bewegung geht davon aus, dass die finsteren Kräfte, die sie unter Kontrolle halten und die mit ihr jede Menge Geld verdienen, das Video gelöscht haben – weil es mit seiner ungestümen Freude vielleicht nicht dem Image entspricht, das man sich für Britney vorstellt. Armer, reicher Superstar.

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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