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TechTäglich
Apple geht gegen Logo von Getränke-Firma vor

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Apples Vorgehen gegen das Logo einer Getränke-Firma und dem digitalen Louvre-Museum.

Text: W&V Redaktion

9. April 2021

Landet der Logo-Streit zwischen Apple und Georgette LLC vor Gericht?
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Apple geht gegen Logo von Getränke-Firma vor

Neuer Markenrechtsstreit um das berühmte Apple-Logo mit dem angebissenen Apfel und darüber schwebendem Blatt: Apple hat aktuell Beschwerde gegen das Logo des Unternehmens Georgette LLC beim US-Patent- und Marken-Amt USPTO eingereicht. Die betroffene Firma aus Houston im US-Bundesstaat Texas füllt unter dem Namen "I am Arcus" Wasser und Softdrinks in Flaschen ab und verkauft die Getränke im Handel. Das angeprangerte Logo der Firma sieht aus wie ein kompletter Apfel mit zwei kleinen Blättern darüber. Apples Anwälte erklärten, so sollten Kunden getäuscht werden. Beide Logos seien zu ähnlich, es bestehe Verwechslungsgefahr. Was die Argumentation von Apple zusätzlich befeuert: Neben Technologie-Produkten verkauft der Tech-Riese auch Wasserflaschen – in Form von Merchandise. Apple will mit der Beschwerde vor Gericht nun erreichen, dass sich der Getränke-Hersteller ein neues Logo zulegt. Apples Anwälte erklären in ihrem Antrag: "Verbraucher, die auf die Marke des Anmelders stoßen, werden die Marke wahrscheinlich mit Apple in Verbindung bringen. Die Marke des Antragstellers verfügt über ein stilisiertes Apfeldesign mit einem rechtwinkligen, abgetrennten Blatt, das dem berühmten Icon von Apple optisch ähnelt. In der Tat ist die Gesamtform des Apfeldesigns des Antragstellers nahezu identisch mit der Form des Apple-Logos." Übrigens nicht der erste Fall, in dem Apple gegen ähnliche Logos vorgeht. Zuletzt hatte sich der Konzern allerdings versöhnlich gezeigt und, kein Scherz, eine Klage gegen die Firma Prepear, deren Logo eine Birne ziert, zurückgezogen.

In 187 Stunden zur Legende von Zelda

Gestresste Zocker, die möglichst viele Games durchspielen wollen, haben eine neue Heimat gefunden: Die Website HowLongToBeat gibt einen Überblick darüber, wie lange das Beenden von Spielen dauert. Die Website verfügt über eine große Datenbank von Spielen und geschätzten Durchspiel-Zeiten. Angezeigt werden die Haupt-Story, zusätzliche Inhalte und eine Schätzung für Perfektionisten, die auch den letzten Winkel eines Gameplays erkunden wollen. Der Dienst kann kostenlos genutzt werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Hier die Werte der aktuellen Top-3-Games: Wer "Final Fantasy VII Remake" komplettieren möchte, benötigt 84,5 Stunden seiner kostbaren Zeit, wer nur die Hauptstory spielt, kommt mit 33,5 Stunden hin. "Cyberpunk 2077" ist in 99,5 Stunden durchgezockt (Hauptstory: vergleichsweise kurze 21,5 Stunden). Aber "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" bricht alle Zeitrekorde und benötigt satte 187 Stunden freie Zeit, selbst für die Hauptstory werden 50 Stunden nötig.

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Größtes Kunstmuseum der Welt: Louvre jetzt digital

Wegen Corona sind Museumsbesuche aktuell schwierig. Das französische Vorzeige-Museum, der Louvre in Paris, macht aus der Not eine Tugend: Sie müssen nicht das Risiko eingehen, real nach Frankreich zu reisen, um das größte Kunstmuseum der Welt zu besichtigen. Die ausgestellten Werke sind ab sofort zum großen Teil digitalisiert. Zu jedem Werk erhalten Besucher der virtuellen Dauerausstellung eine kurze Beschreibung zu Künstler und Entstehungsgeschichte. Vertreten sind alle acht Abteilungen des 1793 gegründeten Kunstmuseums in der französischen Hauptstadt, gelegen am rechten Ufer der Seine. Wer sich inspirieren lassen möchte: Die Betreiber haben auch eine praktische Such-Funktion eingeführt. Dort lässt sich nach Namen und Begriffen suchen. Der Export der Ergebnisse als CSV ist möglich. Die Datenbank für die Volltextsuche besteht aus 480.000 Arbeiten. Täglich werden weitere Kunstwerke hinzugefügt.

Kleiner Tipp: Wer die legendäre Mona Lisa sehen will, sollte nicht nach "Mona Lisa" suchen. Das da-Vinci-Werk findet sich unter "La Joconde", dem französischen Namen der Florentinerin Lisa del Giocondo, die für das Bild vermutlich Modell stand. Wer sich die knappe halbe Million Werke dann angeschaut hat, kann sich als Extra-Bonus noch die Ausstellungsstücke der Musées Nationaux Récupération gönnen. Deren Kunstwerke werden ebenfalls im Louvre deponiert, aber bald an ihre Besitzer zurückgegeben.

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KiKA-Player endlich mit Offline-Funktion

Gute Nachrichten für Familien. Nichts ist schlimmer als nörgelnde Kids, die in der Pandemie ihre Zeit zu Hause statt in der Schule verbringen. Der KiKA-Player des beliebten Kinderkanals der Öffentlich-Rechtlichen ist seit Kurzem in Version 1.4 verfügbar. Das große Update bringt endlich ein Download-Feature. Videos können erstmals heruntergeladen und auch unterwegs ohne Internetverbindung angesehen werden. Die App zeigt auch barrierefreie Inhalte an, darunter Videos mit Audiodeskription oder Gebärdensprache.

Sven Steinhoff, Leiter der KiKA-Redaktion Contentbegleitung, erklärt: "Die neuen Funktionen im KiKA-Player ermöglichen Kindern, entsprechend ihrer Bedürfnisse, das Eintauchen in die KiKA-Welt, so dass sie Inhalte kinderleicht und sicher finden und nutzen können. Der stetige Fortschritt auf dem digitalen Markt erfordert die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Online-Angebote. Insbesondere die KiKA-Player-App erfüllt mit der neuen Download-Funktion und den Optimierungen der persönlichen Profileinstellungen die Anforderungen von Kindern und Eltern."

Der KiKa-Player ist kostenlos für iOS und Android verfügbar. Die Anwendung wurde inzwischen mehr als eine Million Mal heruntergeladen. Sie sorgt auch für süße Träume, wie die frische Folge 2820 des KiKA-Klassikers "Sesamstraße" zeigt:

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Baggerfahrer hasst Suez-Memes

Ein winzig kleiner Bagger – und ein riesiges Schiff. Dieses Bild hielt die Welt Ende März in Atem, als das Frachtschiff "Ever Given" im Suezkanal strandete, und die Schifffahrtsstraße tagelang blockierte. Das Foto des Baggers, der rund um den gigantischen Kutter Sand wegschaufelte, sorgte für zahllose Memes im Internet. Nun hat sich erstmals der tapfere Baggerfahrer Abdullah Abdul-Gawad zu Wort gemeldet – und gegenüber Business Insider verraten, dass er sich über die Scherze in den sozialen Medien sehr geärgert hat: "Sie haben sich über uns lustig gemacht. Das lief nach dem Motto: Die Suezkanal-Behörde hat zwar etwas getan – aber sie haben Ausrüstung in der Größe eines Reiskorns geschickt."

Dass ein Fotograf das mittlerweile legendäre Bild vom Baggerfahrer bei der Arbeit aufgenommen hatte, war dem 28-Jährigen während seiner 21-Stunden-Schichten gar nicht aufgefallen: „Da habe ich wirklich nicht darauf geachtet.“ Auch Abdullah Abdul-Gawad sah das Foto erst später im Netz. Immerhin haben ihn die Memes angespornt: "Ich war schon verärgert. Aber es hat mich auch motiviert, weil ich wollte, dass die Welt sagt: Er hat es tatsächlich geschafft." Ob der ägyptische Baggerfahrer dann an der endgültigen Bergung des Schiffs beteiligt war, ist nicht bekannt. Aber nachdem er sich jetzt an die Öffentlichkeit getraut hat, könnte allemal eine Einladung zu Stern TV oder zu Markus Lanz drin sein. Oder eine Baggerwette bei der Jubiläumsausgabe von "Wetten das..?"

Damit wünsche ich ein kanalisiertes Wochenende, bis Montag bei TechTäglich.

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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