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In Europa
Apple-Originalteile nun auch für freie Werkstätten

Schäden nach der Garantiefrist: Apple-Originalteile für das iPhone waren in Europa bisher nur für wenige Service-Partner zugänglich. Jetzt sollen kleine Werkstätten sie hierzulande auch bekommen.

Text: W&V Redaktion

8. Juli 2020

Apples Reparaturservice.
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Apple öffnet ab sofort auch in Europa den Zugang zu Original-Ersatzteilen für das iPhone. Künftig werden freie Werkstätten Akkus, Bildschirme und andere Ersatzteile aus Konzernbeständen verwenden können. Bislang waren sie auf einen Graumarkt angewiesen und konnten keine Ersatzteile direkt von Apple beziehen.

Das Programm war im vergangenen September in den USA gestartet und wird nun auf ganz Europa und Kanada ausgeweitet, teilte Apple am Mittwoch mit. Die teilnehmenden Werkstätten können auch Analyse-Instrumente, Spezialwerkzeug und Reparaturanleitungen bekommen. Voraussetzung ist, dass sie einen von Apple zertifizierten Techniker haben - die Größe des Reparaturbetriebs spielt dabei keine Rolle. In den USA nehmen inzwischen über 140 unabhängige Reparaturunternehmen an mehr als 700 neuen US-Standorten teil.

Apple entkräftet Befürchtungen

Bei dem Programm geht es nur um Reparaturen nach Ablauf der Garantiezeit. In den häufigsten Fällen ist das der Austausch eines kaputten Displays oder der Batterie. Garantiefälle werden weiterhin von Apple selbst oder dem Netz der weltweit rund 5000 autorisierten Service-Anbieter behandelt.

Die unabhängigen Werkstätten können künftig sowohl Ersatzteile direkt von Apple verwenden als auch solche von anderen Herstellern, die oft günstiger sind. Damit wurden Befürchtungen von Kritikern entkräftet, Apple wolle freie Werkstätten auf die ausschließliche Verwendung von Originalteilen verpflichten. Die unabhängigen Anbieter müssen allerdings ihren Kunden offenlegen, ob sie ein Ersatzteil von Apple oder von einem Drittanbieter bei der Reparatur verwendet haben.

Kostenloser Ausbildungskurs

Zudem will Apple die ausgebauten Komponenten einsammeln, wenn sie durch Originalteile ersetzt werden. Das soll eine Wiederverwendung oder ein besseres Recycling gewährleisten. Gleichzeitig wird mit dieser Maßnahme auch der Graumarkt mit Ersatzteilen ausgetrocknet.

Für die freien Werkstätten, die an dem neuen Programm teilnehmen, sollen Originalteile genauso viel kosten wie für autorisierte Service-Anbieter. Die Techniker-Zertifizierung mit einem Ausbildungskurs sei kostenlos, betont Apple.

Druck durch Politik

Die Ankündigung des Konzerns fällt in ein politisches Umfeld in Europa, in dem verstärkt die ökologischen Folgen der Digitalisierung thematisiert werden. So machte sich zuletzt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) dafür stark, dass Smartphones und Tablets langlebiger werden sollen.

Dafür sollen Akkus und Bildschirme leichter austauschbar werden, Ersatzteile länger und günstiger zur Verfügung stehen sowie Reparaturen günstiger werden. Über die EU will Schulze erreichen, dass alle Hersteller verbindliche Aussagen zur Lebensdauer ihrer Produkte machen müssen und Kunden ein "Recht auf Reparatur" bekommen.

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