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TechTäglich
Apple Watch überwacht drohende Gebrechlichkeit

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit der Apple-Watch-Überwachung drohender Gebrechlichkeit und einem 520.000-Euro-Kunstwerk von Merkels Roboter.

Text: W&V Redaktion

31. März 2021

Herzensangelegenheit: Die Apple Watch hat sich vom Mode-Accessoire zum Gesundheits-Gadget hin entwickelt.
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Apple Watch überwacht drohende Gebrechlichkeit

Apple hat die WWDC 2021 offiziell angekündigt. In diesem Jahr wird die Entwickler-Konferenz ab 7. Juni vollständig virtuell stattfinden. Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem Apple aufgrund der COVID-19-Pandemie eine virtuelle Veranstaltung abhält. Auch wenn es noch keine Details gibt: Auf der WWDC 2021 wird Apple erste Versionen von iOS 15, macOS 12, watchOS 8 und mehr zeigen. Und es gibt weitere interessante News aus Cupertino:

Die Apple Watch, weltweit Nr.1 bei verkauften Wearables, bringt Wissenschaftlern – und damit auch Usern – immer mehr Evidenz zu (drohenden) Krankheiten. Aktuell haben Forscher der Stanford-Universität eine Studie vorgelegt, die bis Mai 2019 durchgeführt wurde. Die Forscher konnten dank iPhone und Apple Watch mithilfe der VascTrac-App unter Aufsicht in der Klinik die "Gebrechlichkeit" von Patienten mit einer Sensitivität von 90 Prozent und einer Spezifität von 85 Prozent genau bewerten. Sie folgern daraus, dass Apple Watch und iPhone die Beurteilung der Funktionsfähigkeit bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu Hause ermöglichen. Hier ist 83 Prozent Sensitivität ermittelt worden – und eine 60-prozentige Wahrscheinlichkeit für die Beurteilung von Gebrechlichkeit. 

156 ambulante Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und geplanten Eingriffen waren zu der Testreihe, die Apple initiiert und finanziert hatte, eingeladen worden. 110 Patienten hatten teilgenommen. Die Wissenschaftler erklärten, die wichtigste Schlussfolgerung aus dieser Studie sei, dass passive Aktivitätsdaten, die von einem iPhone und einer Apple Watch erfasst wurden, ein genauer Prädiktor für die klinische Leistung bei sechsminütigen Gehtests sind. Somit könnten künftig Gebrechlichkeit und Funktionsfähigkeit bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus der Ferne über die Apple Watch konstant überwacht und bewertet werden. In den Testreihen funktionierte dies sogar mit älteren Geräten. Die Forscher nutzten iPhone 7 und Apple Watch Series 3. Inzwischen sind bereits die iPhone-12-Reihe und die Apple Watch Series 6 auf dem Markt. Der Sechs-Minuten-Gehtest war mit watchOS 7.0 im letzten Herbst eingeführt worden. Entsprechende Mobilitätsmetriken zeigt Apple auf dem iPhone in der Health-App an.

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Rechte infiltrieren Tiktok, Paramilitärs den App Store  

Aktuell häufen sich die Beschwerden, dass Tiktoks Algorithmus Videos rechtsextremer Gruppen empfiehlt. In der Vergangenheit wurden bereits zahlreiche bekannte Gruppierungen von der besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebten Plattform verbannt. Trotzdem gibt es viele Clips, in denen rechtsextreme Ideen vorgestellt oder beworben werden. Diese Videos wurden von der KI auch häufig empfohlen. Die Gefahr: Tiktok-User könnten so radikalisiert werden. Tiktok versprach, alle gemeldeten rechten Inhalte umgehend zu entfernen.

Mit vergleichbaren Problemen kämpft nach einem Bericht des Portals The Information auch Apples chinesischer App Store. Dort wurden Apps von paramilitärischen chinesischen Gruppen entdeckt. Gleich zwölf Anwendungen von Gruppierungen, die direkt oder indirekt an dem Uiguren-Genozid in China beteiligt sind, sollen sich in den Store geschmuggelt haben. Firmen wie Apple und Facebook arbeiten aktiv daran, solche Anwendungen zu bekämpfen und zu entfernen. Die Macher der Apps standen international schon wegen Missachtung der Menschenrechte in der Kritik. 

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Airthings zeigt lokale Pollen-Infos in Echtzeit

Heuschnupfen kann das Leben privat und im Beruf erheblich einschränken. 15 Prozent der Deutschen sollen betroffen sein. Bei einer "allergischen Rhinitis" löst der Blütenstaub bestimmter Pflanzen eine allergische Reaktion der Nasenschleimhaut aus. Fließschnupfen, eine verstopfte Nase, Niesattacken, Juckreiz und tränende Augen sind die Folge. Für Betroffene gibt es jetzt eine Lösung, die Linderung verspricht. Airthings hat seine App (hier für iOS, hier für Android) um die neue Funktion "Meine Pollenwerte" erweitert und zeigt jetzt lokale Pollen-Infos in Echtzeit an. So lässt sich die Qualität der Raumluft verbessern. Allergiker finden die idealen Lüftungszeiten bzw. erfahren, wann ein Fenster besser geschlossen gehalten wird, um die Symptome betroffener Allergiker zu mindern. Die aktualisierte Airthings-App steuert die Raumluftqualitäts-Produkte der Firma, darunter View Plus und Wave-Reihe. Airthings-CEO Oyvind Birkenes erklärt: "Wir stellen den Menschen Pollendaten live an jedem Ort zur Verfügung. Außerdem veranschaulicht 'Meine Pollenwerte' regionale Trends in einer Kartenübersicht. Auf diese Weise können die Betroffenen ihre Pollen-Exposition beeinflussen und ihre Gesundheit spürbar verbessern. Mithilfe der neuen Funktion der Airthings-App können die Menschen gesündere Luft atmen – auch während der Pollensaison." Die Daten bezieht Airthings von BreezoMeter, einer Firma, die Umweltinfos analysiert und Pollenmodelle entwickelt. Die Zusammenarbeit beider Partner soll in Zukunft weiter ausgebaut werden. 

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Merkels Roboter malt Kunstwerk für 520.000 Euro

Sophia ist ein fünf Jahre alter humanoider Roboter mit großem Talent. 2018 kam Sophia sogar mit Angela Merkel "ins Gespräch" – wir erinnern uns. Die "Künstlerin", erschaffen von Forschern der Firma Hanson Robotics in Hongkong, hat mit einem Pinsel in der mechanischen Hand ein Selbstporträt erstellt. Das Bild, vom realen  Künstler Andrea Bonaceto vorgezeichnet, wurde im Rahmen einer NFT-Auktion für 688.888 Dollar, umgerechnet 520.000 Euro, versteigert. Zusätzlich zum Bild erhielt der unter Pseudonym aufgetretene Käufer "888" auch ein kurzes Video. Dieser "Non Fungible Token" ist ein digitales Echtheitszertifikat, das mit der Blockchain-Datenkette von Ethereum abgesichert ist. NFTs gelten derzeit als der neue Hype, da sie digital einzigartig sind. Hält der NFT-Hype an? "Ich bin absolut überzeugt, dass NFT bleiben wird", erklärt Branchenexperte Sven Wagenknecht im aktuellen und ausführlichen W&V+-Interview.

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Da wirft man das Smartphone gern an die Wand

Außergewöhnliches Geschenk gesucht? Wie wär's mit dem Vestaboard? Die Smartphone-gesteuerte Anzeigetafel wird in San Francisco produziert und kann bis zu 132 Zeichen anzeigen. Gerade im Handel ein optischer Hingucker für jede Wand. Unterstützt werden neben Buchstaben auch Farben. Da es sich um eine mechanische Anzeige handelt, muss allerdings auf Bilder verzichtet werden. Eine frohe Botschaft für Kunden ("Heute 2 für 1") oder ein Sinnspruch ("Lächle die Krise weg") ist auch drin bzw. drauf. Je nach gewünschter Information wird auf die entsprechende Anzeige "geblättert", ganz so wie am Flughafen oder früher auf der legendären Uhr in der ZDF-"Hitparade". Der App-Support gilt sowohl für iOS- als auch für Android-Geräte. Zusätzlich dazu wird der Automatisierungsdienst IFTT unterstützt – und es gibt eine eigene API. Damit lässt sich die Anzeige auch automatisiert steuern. Der Preis: stattliche 2420 Euro. Man gönnt sich ja sonst nichts. Die Auslieferung erfolgt ab Herbst.

Damit wünsche ich einen Mittwoch mit frohen Botschaften, bis morgen bei TechTäglich.

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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