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TechTäglich
Canon sperrt Mitarbeiter mit schlechter Laune aus

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit ausgesperrten schlechtgelaunten Canon-Angestellten und dem iOS-4- statt iOS-14-iPhone. 

Text: W&V Redaktion

21. Juni 2021

Alle lächeln, einer nicht: Für ihn ist bei Canon künftig Schicht.
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Canon sperrt Angestellte mit schlechter Laune aus

Na, wie ist die Laune heute? Ah, schlecht. Na, dann kommen Sie heute bei Ihrer Firma nicht ins Büro rein. Unsinn? In den Büros von Canon in Japan läuft es aber jetzt genau so!

Canon Information Technology hat spezielle KI-Kameras vor den Türen zu den Konferenzräumen installiert, die ein Lächeln fordern. Allen Mitarbeitern, die nicht freundlich in die Kamera schauen, wird der Eintritt zur Konferenz verwehrt.

Canon möchte mit der Aktion Mitarbeiter zu guter Laune motivieren. Die Financial Times berichtete zuerst und kritisiert, dass die Angestellten derart nicht nur überwacht sondern auch leistungsmäßig optimiert würden. 

Amazon hat ebenfalls solche zweifelhaften Aktionen im Mitarbeiterprogramm. Angestellte, die sich gestresst fühlen, sollen eine kleine Zelle aufsuchen. Meditivative Musik und entsprechende Videos sollen die Mitarbeiter dann wieder aufpumpen, damit sie fokussierter zur Arbeit zurückkehren. 

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iPhone wieder mit iOS 4 statt iOS 14

iOS 14 gefällt Ihnen optisch nicht? Sie wollen lieber zurück in die gute alte iOS-Zeit, zum Beispiel zu iOS 4? In Kürze kein Problem mehr: Ein cleverer Entwickler hat iOS 4 als moderne App nachgebaut. iOS 4 war das erste Apple-Betriebssystem für iPhone und iPad, das unter dem Namen iOS veröffentlicht wurde. Das vorherige Betriebssystem nannte sich iPhone OS 3. iOS 4 wurde am 7. Juni 2010 auf Apples alljährlicher Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt. Am 21. Juni 2010 folgte die Veröffentlichung für alle User.

Auch nach elf Jahren ist das alte System nicht vergessen. Der Twitter-User @zzanehip hat es daher in Swift für aktuelle iPhones nachgebaut. Die App sieht nicht nur aus wie iOS 4, sondern kann auch so verwendet werden. Viele Apps wie YouTube, Wetter und Co. wurden nachgebaut und sind ebenfalls Teil des Pakets.

Im App Store lässt sich die Anwendung noch nicht finden. Das Projekt ist allerdings Open Source und im alternativen Store App Airport verfügbar. Derzeit befindet sie sich noch im Beta-Stadium. Mal sehen, ob Apples Reviewer die kuriose App in den offiziellen Store durchwinken werden.

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Das erste Bett, das mit Musik heilt

Mit der Spatial-Audio-Technik veredelt Apple Music seit neuestem seine Streaming-Qualität. Die 3D-Welt im Kopf soll vor allem gut unterhalten. Die Macher des Opus-SoundBeds nutzen Spatial Audio allerdings für die Verbesserung der Gesundheit. Das Opus-Bett aus Austin (Texas) verspricht für umgerechnet 1700 Euro Heilung und Entspannung dank immersiver Klänge. Das "Heim-Fitnessstudio für Ihr Herz" setzt auf Niederfrequenz-Schwingungen, die im Körper verteilt werden. Entspannung im Liegen!

Für den Sound sorgt die Begleit-App "Opus" mit geführten Meditions-Workshops. Die sogenannten Reisen dauern sieben bis sechzig Minuten. Ist die Introspektion geglückt, lässt sich das SoundBed zusammenklappen und als Sofa nutzen. Opus verspricht "ein Produkt, das Ihr Leben verändert". Vorbesteller ändern zumindest ihren Kontostand beim Kauf: Sie erhalten knapp 500 Euro Rabatt. 

Auf Musik-Wolke 7: Das versprechen die Macher des SoundBeds.

Erstes eigenes Smartphone von Leica

Immer die alte Leier bei Smartphones? Sie kommen zum größten Teil von Apple und Samsung. Ein deutscher Kamera-Hersteller versucht jetzt mit seinem ersten Smartphone unter eigenem Markennamen diese Phalanx zu durchbrechen: Leica statt alter Leier!

Zuvor hatte Leica lange Jahre mit Huawei kooperiert. Im Mai hat Sharp mit dem Aquos R6 ein weiteres Smartphone mit Leica-Branding veröffentlicht. Jetzt der eigene Weg: Das Leitz Phone 1 soll "ein echtes Leica-Kamera-Erlebnis" liefern, dazu hat Leica die Benutzeroberfläche des vergleichbaren Sharp-Modells angepasst. Die Kamera macht den Unterschied. Das Modul ist deutlich größer als beim Sharp-Gerät, neu ist auch der magnetische Objektiv-Deckel. Der 1"-Sensor löst mit 20 Megapixeln auf – bei einer maximalen Blendenöffnung von f/1.9. 

Die Hardware mit stattlichen 12 GB RAM wird von von einem Snapdragon 888 angetrieben. Mit 256 GB ist der Speicher mehr als ordentlich ausgestattet. Er kann über eine Micro-SD-Karte, die extra hinzugekauft werden müsste, auf bis zu 1 TB erweitert werden. Der Akku liegt mit 5000 mAh im oberen Bereich. Das Gerät ist staub- und wasserresistent. Das Leica Phone 1 nutzt Android als Betriebssystem. Vorbestellt werden kann es vorerst nur in Japan. Ausgeliefert wird ab Juli. Mit umgerechnet 1400 Euro ist das Smartphone kein Schnäppchen. Bisher hat Leica nicht verraten, ob das Phone 1 auch weltweit verkauft werden soll.

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Microsoft mit miserabler Fensterlüftung

Öfter mal das Fenster auf und lüften! Das wäre auch unser Ratschlag an Microsoft. Denn in Windows 11, das mit einer komplett neuen Oberfläche launchen wird, versteckt sich immer noch Code von Windows 3.1 bzw. 3.11 – erschienen im November 1993. Auf Reddit entdeckte ein User ein entsprechendes uraltes Dialogfenster in einer vorab geleakten Windows-11-Version. Bei der Detektivarbeit handelt es sich um frühen Code, den Microsoft bis zum Release (noch gibt es nicht mal eine offizielle Windows-11-Präsentation) noch optimieren und lüften könnte. Aber das scheint eher unwahrscheinlich.

Und so kommentieren Reddit-User den Fund auch ironisch: "Es ist, als würde man eine alte Pfeilspitze oder Steinwerkzeuge finden." Oder: "Unsere Archäologen-Einheit hat ein antikes Artefakt gefunden! Es ist eine Speerspitze aus der Schlacht zwischen dem amerikanischen Reich und dem Reich der Maori aus dem Jahr 3200 vor Christus!"

Damit wünsche ich einen gut durchgelüfteten Montag. Bis morgen bei TechTäglich, dann öffnet mein Kollege Jörg Heinrich das nächste Fenster in die aktuelle Technews-Welt.  

Fundstück aus der Steinzeit: Ein Windows-3.1-Dialogfenster hat es in Version 11 geschafft.


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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