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TechTäglich
Clubhouse jetzt auch für Android

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Clubhouse - das sich jetzt auch Android-User öffnet - und dem gefälschten Mars-Video.

Text: W&V Redaktion

22. Februar 2021

Ab sofort sind iPhone-Nutzer bei Clubhouse nicht mehr unter sich.
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Clubhouse jetzt auch für Android

Bisher waren iPhone-Nutzer bei Clubhouse unter sich. Die laut der Analysten von App Annie bisher acht Millionen Downloads der Social-Audio-App entfielen alle auf iOS – weil Entwickler Alpha Exploration aus Kalifornien nach eigenen Angaben erst Ende Januar mit der Arbeit an einer Android-Version begonnen hat. Trotzdem können Nutzer von Samsung, OnePlus, Huawei & Co. ab sofort auch bei Clubhouse mitreden. Denn der russische Entwickler Gregory "Grishka" K hat nun eine inoffizielle Clubhouse-Version für Android veröffentlicht, die er Houseclub nennt. Die österreichische Zeitung Standard hat die App bereits angetestet. Und sie funktioniert tatsächlich.

Den vollen Funktionsumfang des iOS-Clubhouse erreicht das in Java binnen eineinhalb Tagen geschriebene Houseclub bisher allerdings noch nicht. Android-User können weder eigene Räume anlegen noch die Moderation übernehmen. Sie können auch nicht nach bestimmten Räumen suchen. Aber: Wer den Link zu einem Raum kennt, kann ihn betreten, dort zuhören, die Hand heben und auch mitreden. Die Registrierung mit den von iOS bekannten Einladungscodes funktioniert ebenfalls bereits. Wie es Entwickler Grishka mit dem Datenschutz hält, ist natürlich nicht bekannt. Und er warnt auf seiner Houseclub-Entwickler-Seite, dass die "Wahrscheinlichkeit nicht bei Null liegt", dass Clubhouse Android-Pioniere in seiner App sperrt. Houseclub ist noch nicht im offiziellen Google Play Store verfügbar. Mutige Nutzer müssen es, wie bei solchen inoffiziellen Android-Apps gewohnt, per APK-Datei "sideloaden".

Houseclub – der erste Blick ins Android-Klubhaus.

iPhone 12: Scheitert Apple am Drahtlos-Akku?

Eine der praktischsten Neuheiten am iPhone 12 sind die MagSafe-Magneten auf der Rückseite, die Zubehör wie Ladegeräte oder Kfz-Halterungen magnetisch befestigen. Weil MagSafe speziell für drahtloses Laden gedacht ist, liegt die Idee nahe, kleine, externe Akkus zu entwickeln, die sich an die Rückseite klicken lassen – und die das iPhone aufladen, wenn der Strom zur Neige geht. Damit kämen Nutzer auch ohne Powerbank mit Kabel problemlos über den Tag. Apple arbeitet offenbar schon seit gut einem Jahr an so einer eleganten Lösung – scheitert bisher aber an technischen Problemen. Wie Bloomberg berichtet, neigt das iPhone bei den internen Tests dazu, beim Verwenden des Drahtlos-Akkus ein Überhitzen anzuzeigen – auch wenn die Temperaturen gar nicht zu hoch liegen.

Zudem soll es Probleme geben, wenn das Batterie-Pack nicht direkt am iPhone einschnappt, sondern an einer Hülle. Durch den größeren Abstand zwischen den MagSafe-Magneten und dem Akku funktioniert das Aufladen demnach nicht mehr störungsfrei. Laut Bloombergs Apple-Spezialist Mark Gurman könnte sich das Projekt "verspäten oder ganz gestrichen werden", wenn sich die Probleme nicht lösen lassen. Die Schwierigkeiten erinnern an Apples drahtlose Dreifach-Ladematte AirPower, die wegen technischer Misslichkeiten nie erschienen ist. Von Zubehör-Spezialisten wie Oisle gibt es solche Magnet-Akkus fürs iPhone 12 bereits um die 60 Euro. Allerdings sind die Anforderungen der China-Bastler an Komfort, Sicherheit und Zuverlässigkeit deutlich geringer als bei Apple selbst.

Von Drittherstellern gibt es die Akkus-Packs fürs iPhone 12 bereits.

WhatsApp: Das passiert mit AGB-Verweigerern

Bis 15. Mai haben WhatsApp-Nutzer noch Zeit, den umstrittenen neuen Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen zuzustimmen. Darin räumt sich Mutterkonzern Facebook das Recht ein, nochmals deutlich mehr Nutzerdaten als bisher abzugreifen. Wer bis 15. Mai, also bis zum Ende der ohnehin schon um ein Vierteljahr verlängerten Frist, nicht zustimmt, fliegt bei WhatsApp raus – das war zumindest bisher der Sachstand. Nun hat WhatsApp auf einer neuen FAQ-Seite erstmals offiziell erklärt, wie es tatsächlich mit beharrlichen AGB-Verweigerern weitergeht. Dort heißt es: "Du wirst zwar für kurze Zeit Anrufe und Benachrichtigungen erhalten, aber in der App weder Nachrichten lesen noch welche senden können."

Sprich: Solche Nutzer sind weiterhin zumindest eingeschränkt über WhatsApp erreichbar. So sollen sie offenbar davon überzeugt werden, dass sie schlussendlich nicht auf den neugierigen Messenger verzichten wollen. Laut TechCrunch soll diese Schonfrist, während der Nutzer den neuen Bedingungen immer noch zustimmen können, einige Wochen dauern. Nach 120 Tagen Inaktivität, also nach vier Monaten, löscht WhatsApp dann nach den bisherigen Regelungen einen Account. Erst das würde das endgültige Aus für AGB-Verweigerer bedeuten. Im neuen FAQ nennt WhatsApp zudem die Möglichkeit, bis 15. Mai den eigenen Chatverlauf herunterzuladen – und/oder das Konto zu löschen. Alternative sind datenschutzfreundliche Messenger wie Threema oder Signal, die die Privatsphäre ihrer Nutzer respektieren.

AGB-Verweigerer können ab 15. Mai bei WhatsApp nicht mehr schreiben und lesen.

Der erste Tesla mit Verbrennungsmotor

Echte Autofans könnten sagen: Endlich ein Tesla, der anständig klingt! Denn die Autobastler des YouTube-Kanals Rich Rebuilds versuchen sich gerade an einem verrückten Projekt, das die schöne, saubere Elektroautowelt auf den Kopf stellt: Sie verpflanzen den krachenden, stinkenden und wunderbar bollernden 6,2-Liter-Achtzylindermotor eines 2010er Chevrolet Camaro in ein Tesla Model S. Motto der Tesla-Herzverpflanzung, die zum Alptraum für Elon Musk taugt: "Sie haben gesagt, man bekommt keinen V8 in einen Tesla. Also haben wir’s trotzdem gemacht." Der Umbau ist extrem aufwändig, weil der Tesla überhaupt nicht dazu konzipiert ist, in der Front so einen mächtigen Motor aufzunehmen.

Wie die Futurezone berichtet, mussten die Auto-Nerds einen eigenen Hilfsrahmen für den klassischen Ami-Motor konstruieren. Ein über 1,4 Millionen Mal geklicktes Video zeigt, dass der V8 aber mittlerweile unter der Motorhaube des Model S sitzt. Von dort aus führt ein ebenfalls neuer Getriebetunnel zur Hinterachse. Nächstes Hindernis ist die komplexe Elektronik – bei der sich Rich Rebuilds auf die Teile konzentrieren will, die notwendig sind, damit das Vehikel fährt. In den nächsten Monaten soll dann der erste Tesla fertig sein, der keine Akkus und keine Ladesäulen mehr braucht. Das ist zwar nicht modern, aber praktisch.

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Das erfolgreichste Mars-Video ist Fake

Millionen von Internetnutzern waren in den letzten Tagen fasziniert von einem Video, das der neue NASA-Rover Perseverance – angeblich – vom Mars auf die Erde gefunkt hat. Zu sehen ist vermeintlich das Mars-Vehikel auf der Oberfläche des roten Planeten. Und zu hören ist erstmals der Klang eines fremden Himmelskörpers, den die Mikrofone von Perseverance eingefangen haben sollen. In der üblichen Twitter-Aufgeregtheit haben zahllose Nutzer das Video mit diesem Text gepostet und retweetet: "Hör 26 Sekunden lang mit allem auf, was Du gerade tust, und schau Dir das an! Bilder mit Klang (!) von der Oberfläche eines anderen Planeten. Unglaublich!"

Das Problem des Mars-Videos ist allerdings, dass es Fake ist. Wie snopes.com und andere Factchecker herausgefunden haben, ist der Rover links unten mit "Curiosity" beschriftet. Das Viral-Video stammt also von der Vorgänger-Mission aus dem Jahr 2019. Zudem hat Perseverance seine geplanten Fahrten über den Mars zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Videos noch gar nicht gestartet. Auch die Landestelle ist nicht korrekt. Und Ton wurde offenbar noch gar nicht zur Erde übermittelt. Wer echte Mars-Videos sehen will, verlässt sich besser auf den offiziellen Perseverance-Account der NASA bei Twitter.

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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