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TechTäglich
Das große Fazit der Apple-Show

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem großen Fazit der Apple-Show und Sonys neuem Hörspiel-Streamingdienst.

Text: W&V Redaktion

21. April 2021

Frische Kollektion von Apple – gestern Abend beim Event vorgestellt.
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Das große Fazit der Apple Show

Apple treibt's wieder bunt! Pünktlich zum realen Frühlingserwachen hatte der kalifornische Konzern zum virtuellen "Spring Loaded"-Event eingeladen – und präsentierte sich frisch gerüstet: Kaum einer hatte damit gerechnet, dass Apple die ersten farbigen iMacs seit 2002 mit coolen neuen Tastaturen und auch noch ein neues Apple TV 4K vorstellt. On top freuen sich Apple-Kunden auch über neue iPad-Pro-Modelle und die neuen Bluetooth-Tracker, genannt AirTags.

So fällt das W&V-Fazit aus: Apple hat deutlich mehr präsentiert als erwartet. Das Highlight: der bunte M1-iMac in sieben Farben. Zwar sind die Ränder um den 24-Zoll-Bildschirm und das dicke Kinn unter dem Display nach wie vor nicht verschwunden, doch Leistung und Tempo sind jetzt zeitgemäß. Der neue M1-Chip aus dem MacBook Pro und dem MacBook Air hält Einzug. Das sorgt für deutlich mehr Schnelligkeit und Performance unter der Haube. Mit Preisen ab 1.449 Euro (aber nur in Grün, Rosé, Blau und Silber mit 7-Core GPU) bleibt der Desktop-Rechner einigermaßen bezahlbar. Die Farben Gelb, Orange und Violett sind teurer – ab 1.669 Euro, dann mit 8-Core GPU. Durchdacht ist auch das Zubehör: Die neuen Tastaturen (erstmals mit Touch ID), die aufgemöbelten Trackpads und Netzteile mit Ethernet überzeugen.

Tempo ist auch bei den neuen iPad-Pro-Modellen Trumpf. Der Chip, jetzt auch ein M1, bringt eine um 50 Prozent schnellere CPU als im Vorgänger. Insgesamt soll das neue Pro-Tablet 75mal schneller laufen als das erste iPad von 2010. Das besonders lichtstarke und kontrastreiche neue Mini-LED-Display bekommt aber nur die 12,9-Zoll-Variante (ab 1.199 Euro) spendiert. Das 11-Zoll-Modell (ab 879 Euro) bleibt bei Standard-LCD. Bonus-Punkte gibt es für die erstmalige 5G-Anbindung, den neuen Thunderbolt-Anschluss und bis zu 2 TB Speicherplatz. Vor allem Grafiker und Designer profitieren von diesen Neuvorstellungen.

Eine neue (teure) Spielerei sind die ebenfalls vorgestellten AirTags. Die Bluetooth-Such-Chips versprechen viel Komfort beim Finden von iPhones oder von Geldbörsen, die sich in Sofaritzen verabschieden. Die Preise – 35 Euro für einen AirTag und 119 Euro für vier AirTags – sind happig und fast doppelt so hoch wie beim Vorbild Tile, das übrigens vor Gericht ziehen will. Apple habe ihre Idee geklaut, behaupten die Tile-Macher. 

Kaum einer hat wohl auch mit einem neuen Apple TV 4K gerechnet. Das Design der kleinen Streamingkiste (ab 199 Euro) bleibt gleich. Dafür kann die Box dank neu verbautem A12-Bionic-Chip HDR mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde anzeigen. Ein Segen ist das Update der Siri Remote. Die vorher widerspenstige Fernbedienung erhält ein neues benutzerfreundliches Design mit optimierten Bedienelementen. Nice to have: Mit Hilfe des iPhones lässt sich das Bild des Apple TV exakt einstellen.

Und das One more thing? Mit einem violetten iPhone 12 und iPhone 12 Mini setzte Apple auch hier Farbtupfer, die der Kundschaft unterm Strich lila Laune machen. Apple ist also für den Frühling gerüstet. Das nächste Event kann allerdings schon in den Terminkalender eingetragen werden: Am 7. Juni beginnt die erneut virtuelle World Wide Developer Conference von Apple – mit einem Event. Dann zeigt sich, wie sommerfrisch den Konzern ist.

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Neuer Hörspiel-Streamingdienst von Sony

Als gebe es nicht schon genug Streamingdienste... Für Hörbücher und Hörspiele gelten derzeit Audible und Bookbeat als erste Wahl. Aber auch auf Spotify und Apple Music finden sich zahlreiche Hörspiele. Der japanische Konzern Sony steigt trotzdem mit einem neuen Projekt in den deutschen Markt ein: Der Hörspiel Player, hier für iOS und hier für Android, bietet zum Start mit 1800 Geschichten eine große Auswahl an Hörbarem. Nutzer bekommen in den ersten 30 Tagen kostenlosen Zugriff auf alle Inhalte. Danach werden per Abo 5,99 Euro pro Monat fällig. Gelungen: Alle Inhalte können heruntergeladen werden und stehen so auch zur Offline-Wiedergabe zur Verfügung, wenn unterwegs einmal kein Mobilfunknetz ordentlich funkt. Da es sich um einen Premium-Dienst handelt, gibt es keine Werbung. Die Inhalte richten sich eher an die jüngere Zielgruppe: Vertreten sind unter anderem eine Menge Hörspiele der Reihen Die drei ???, TKKG, Fünf Freunde und Biene Maja. Auch viele Eltern wird's freuen...

Amazons "Herr der Ringe" wird teuerste Serie der Welt 

Und noch einmal Streaming. Amazon Prime Video protzt: Derzeit produziert der Dienst eine Serie zu "Herr der Ringe". Gedreht wird in Neuseeland. Jetzt durchgesickerte erste Informationen zeigen, dass die Kosten allein für die erste Staffel bei 650 Millionen Neuseeland-Dollar liegen. Das entspricht etwa 390 Millionen Euro. Frühere Schätzungen waren von einem deutlich geringeren Etat ausgegangen. Damit könnte "Herr der Ringe" zur teuersten Serie der Welt werden, berichtet das Branchenportal Hollywood Reporter. Zum Cast gehören unter anderem Robert Aramayo (Game of Thrones), Owain Arthur (Kingdom), Nazanin Boniadi (Counterpart), Tom Budge (The Pacific), Ismael Cruz Cordova (Ray Donovan) und Joseph Mawle (Game of Thrones). Als Showrunner fungieren J. D. Payne und Patrick McKay (Star Trek 4). Zur Story ist noch nicht viel bekannt. Nur: In der Serie geht es ins Zweite Zeitalter, also zeitlich vor die Ereignisse von "Der Hobbit" und "Der Herr der Ringe". 

Die schlechte Nachricht: Auf der anderen Seite spart Amazon Kosten ein. Das bereits angekündigte mächtige Game zur Serie wird eingestampft. Amazon hatte es seit 2019 in den hauseigenen Studios entwickelt, in Form eines Rollenspiels. Nach einer Übernahme und Streitigkeiten rund um den Vertrag wird nun die Reißleine gezogen. Die Mitarbeiter, die an dem Projekt gearbeitet haben, wurden inzwischen anderen Projekten zugewiesen. Bereits in der Vergangenheit haben sich Projekte der Amazon Game Studios als wenig erfolgreich gezeigt. Mit dem Multiplayer-Shooter "Crucible" hatten die Entwickler 2020 einen teuren Flop hingelegt.

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Siri steuert Jaguar-E-Auto

Apples Sprachassistentin Siri überrascht mit einem neuen Trick: Die britische Bloggerin Siobhán Ellis hat es geschafft, eine Verbindung zwischen ihrem elektrisch betriebenen Jaguar I-Pace und der Apple Home-App herzustellen – via Siri. Dafür nutzt sie HomeBridge, eine Open-Source-Architektur für die Integration von HomeKit, bei der Plugins zum Einsatz kommen. Dank ihres Codes kann sie jetzt über die Sprachassistentin unter anderem die Türen ihres Wagens ohne Handgriff öffnen. Direkt in der Home-App wird ihr der Ladestand des Wagens angezeigt. Das ist eigentlich nur mit der offiziellen Jaguar-App möglich. Apple erlaubt die Integration des Autos in die Home-Umgebung offiziell. Der Bloggerin ist das egal: Sie kann sogar Abläufe via Siri automatisieren. Je nach Wetter regelt die Sprachassistentin die Temperatur im Auto passend zum Fahrtstart. Falls Sie einen Jaguar und ein iPhone besitzen sollten (kommt ja vor...): Die Installation lässt sich auf Practical HomeKit nachlesen und nachmachen. Wer leider keine Edelkarosse aus dem Hause Jaguar in seiner Garage stehen hat: HomeBridge-Plugins sind auch für MercedesBMW und Nissan verfügbar. Alle Smart-Home-Frickeleien von Ellis finden sich in ihrem YouTube-Kanal.

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Neu: Die Boombox-Kerze

Gerade Hip-Hop-Fans brennen für ihre Boombox. Die portablen Speaker sorgen unterwegs normalerweise für knackigen Sound. Ab sofort garantieren sie auch eine romantische Beleuchtung. Möglich macht es die Boombox Candle, unser Gadget des Tages, eine neue Kerze in der Optik einer Boombox. Entwickelt wurde das originelle Teil von der Londoner Firma Cent.Ldn. Die cremefarbene Kerze wiegt zwei Kilo, sie ist 28 cm breit, 14 cm hoch und 7,6 cm tief, verfügt über drei separate Dochte und wird von Hand gegossen. Fast zu schade, um die Box herunterzubrennen. Schließlich kostet sie umgerechnet 173 Euro. Für uns eher ein dekoratives Element im Musikzimmer eines jeden Tech-Nerds! 

Damit wünsche ich einen leuchtenden Mittwoch. Bis morgen bei TechTäglich, dann wieder mit meinem Kollegen Jörg Heinrich, der hellsten Kerze auf der News-Torte...

Wachst und gedeiht: Die handgefertigte Boombox-Kerze kostet 173 Euro.


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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