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Jubiläum
Das iPad wird zehn Jahre alt

Das von Steve Jobs 2010 als PC-Killer vorgestellte iPad wurde zur Erfolgsgeschichte für Apple. Den PC hat das schicke Tablet jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht verdrängen können.

Text: W&V Redaktion

23. Januar 2020

Das Design des iPads ist bis heute unverwechselbar.
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Am 27. Januar wird das iPad zehn Jahre alt. Wie viele Geräte Apple in dieser Dekade verkauft hat, lässt sich nicht exakt beziffern, denn ab 2019 hat das Unternehmen keine Verkaufszahlen für den Dauerbrenner mehr veröffentlicht. Fest steht aber, dass es in den neun Jahren zuvor etwa 429 Millionen gewesen sind. 2013 erreichten die Verkaufszahlen mit 71 Millionen ihren Höhepunkt, danach ging es abwärts auf etwa 43,5 Millionen Geräte im Jahr 2018. Das sind zweifellos gute Zahlen, doch von PC- und Notebook-Verkäufen bleibt das iPad meilenweit entfernt: Allein 2019 wurden laut den Marktforschern von IDC rund 267 Millionen Rechner abgesetzt, ein Großteil davon in Form von Notebooks.

Dann kam er doch, der Stift

Einfach zu bedienen, lange Akkulaufzeit und kaum totzukriegen: Das iPad setzt bis heute in der Tablet-Welt die Maßstäbe. Doch die hohe Qualität ist nicht nur Segen, sondern zugleich auch Fluch, denn wer einmal ein iPad für vergleichsweise viel Geld gekauft hat, der verwendet es im Normalfall viele Jahre. Das unterscheidet das iPad gravierend von Smartphones, die Nutzer statistisch gesehen in wesentlich kürzeren Intervallen austauschen. Ein Grund dafür dürfte sein, dass sich das iPad eher in kleinen als in revolutionären Schritten weiter entwickelt hat und das Einsatzszenario oft auf wenige Dinge wie das Surfen im Web oder das Abspielen von Filmen beschränkt ist. Touch ID und weniger Gewicht sind sicher nett, aber bei Geräten, die mehr auf dem Sofa als unterwegs zum Einsatz kommen, ganz einfach nicht so wichtig. Als professionelles Arbeitsgerät oder als Werkzeug für Kreative kam das iPad für viele Jahre zudem eher selten zum Einsatz, was unter anderem daran lag, dass sich Steve Jobs von Anfang an gegen eine Bedienung des Tablets per Stift gewehrt hat. Mit dem 2015 unter der Führung von Tim Cook eingeführten iPad Pro, das sich mit dem weißen Apple Pencil bedienen ließ, änderte sich diese Strategie. Für die Bilanzen des Konzerns ist das iPad Pro allein aufgrund des weit höheren Verkaufspreises ganz sicher ein Erfolg.                

Wie es mit dem iPad weiter geht

Und was ist beim iPad in den nächsten zehn Jahren zu erwarten? Wird das Tablet irgendwann doch zum PC-Nachfolger und setzt sich in der Arbeitswelt flächendeckend durch? Auch wenn Apple das in diversen Kampagnen angekündigt hat, sind Zweifel angebracht. Wer auf seinem mobilen Rechner produktiv arbeitet und beispielsweise Texte verfasst, der zieht ein Notebook mit guter Tastatur einer wackeligen Konstruktion aus Tablet und Touchpad-freiem Bluetooth-Keyboard sicher vor. Da hilft auch nicht, dass iOS und macOS zunehmend verschmelzen und die identischen Apps schon in naher Zukunft auf allen Apple-Geräten nutzbar sein sollen.

Verschwinden wird das iPad dagegen ganz sicher nicht. Die Verkaufszahlen sind solide, technische Neuerungen fließen weiter kontinuierlich ein und vielleicht ist schon bald ein iPad mit faltbarem Display im Handel. Die Erfolgsgeschichte wird also ganz sicher noch viele Jahre weiter geschrieben. (st/dpa)

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