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E-Sports
Die Weltklasse kämpft um virtuelle Rennkrone

Das Langstreckenrennen von Le Mans ist für das Wochenende des 19. September geplant. Die virtuelle Variante des Rennens findet dagegen bereits am morgigen Samstag statt – und Porsche ist dabei.

Text: W&V Redaktion

12. Juni 2020

Mit vier 911 RSR geht Porsche bei den virtuellen 24h Le Mans an den Start.
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Rennsportfreunde in aller Welt dürften auf das gespannt sein, was am kommenden Wochenende auf sie zukommt. Erstmals wird das berühmte 24 Stundenrennen von Le Mans nämlich virtuell ausgetragen und dabei live in etwa 400 Millionen Haushalte übertragen. Mit dabei im virtuellen Rennen ist auch das neu gegründete Porsche Esports Teams, dessen reales Pendant die berühmten 24 Stunden zuletzt zwischen 2015 und 2017 dreimal in Folge gewinnen konnte.

Zu den Piloten der Erfolgsrenner gehörten neben Nico Hülkenberg auch Timo Bernhard und der Neuseeländer Earl Bamber. Die Piloten der vier Simracer von Typ 911 RSR, die Porsche bei den virtuellen 24 Stunden von Le Mans an den Start schickt, tragen jedoch andere Namen. Mit dabei sind hier zum Beispiel der türkische Porsche Junior-Fahrer Ayhancan Güven, der Australier Josh Rogers, der Nederländer Mack Bakkum, die Briten Nick Tandy und David Williams sowie der Norweger Tommy Ostergaard. Sie alle sind Porsche Werksfahrer oder professionelle Simracer und trainieren seit längerem für täglich viele Stunden in Simulatoren, die beim Unternehmen Coanda Simsport im westfälischen Gronau stehen.  

Modernste Technik 

Sehr viel anders als ein echtes Autorennen ist ein E-Sport-Ereignis wie das virtuelle 24-Stunden-Rennen von Le Mans nicht, wenn man von der Unfallgefahr und daraus resultierenden körperlichen Schäden einmal absieht. Die Simracer, die in den Räumlichkeiten von Coanda Simsport stehen, repräsentieren den neuesten Stand der Technik. So gibt es zum Beispiel spezielle Lenksysteme mit Direktantrieb über einen eigenen Motor und ohne Übersetzung oder Riemenantrieb. "Das ermöglicht höhere Lenkkräfte und reagiert verzögerungsfrei. Damit fühlt sich das Fahren viel realer an. Das macht es auch für weniger Geübte einfacher. Nick Tandy zum Beispiel hat von dem Direct Force-Antrieb sehr profitiert," erklärt Coanda-Teamchef Philip Stamm. Die Pedalerie, die sich noch im Prototypen-Stadium befindet, ermöglicht einen linearen Pedalweg mit konstantem Bremspedaldruck. Die Monitore besitzen eine Bildwiederholfrequenz von 165 Hertz. Jedem Cockpit stehen vier davon zur Verfügung. Die Rechner sind mit aktuellen Intel i9-Prozessoren bestückt und befinden sich im Sockel des Sim-Renners und wie im richtigen Leben wird jedes der vier Einsatzfahrzeuge von einem Renningenieur betreut.    

Ayhancan Güven geht für Porsche an den Start.

Namhafte Konkurrenz 

Insgesamt 50 virtuelle Fahrzeuge gehen beim virtuellen Le Mans 24-Stunden-Rennen an der Start, wobei die Teams ausschließlich aus "echten" Rennprofis und Sim-Racing-Profis bestehen. Zu den Stars im Feld gehören die Formel1-Berühmtheiten Fernando Alonzo, Rubens Barrichello, Max Verstappen, Felipe Massa und Giancarlo Fisichella. Der Start ist für Samstag um 15 Uhr geplant, der Sieger fährt exakt 24 Stunden später durch das virtuelle Ziel. In Deutschland kann das Rennen komplett im Stream auf Motorsport.tv verfolgt werden. Eurosport überträgt den Rennbeginn sowie die letzten fünf Stunden live.

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