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TechTäglich
E-Scooter: Bird testet Gehweg-Sperre

Heute in TechTäglich: E-Scooter-Hersteller Bird will seine Roller mit Hilfe modernster Satellitentechnik von Gehwegen fernhalten. Dabei werden die Vehikel notfalls automatisch gestoppt.

Text: W&V Redaktion

14. Oktober 2021

Achtung, Fußgänger! Gleich wird der Roller per GPS gestoppt.
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E-Scooter: Bird testet Gehweg-Sperre

Sie werden in diesem Leben keine Freunde mehr: Fußgänger und E-Scooter-Fahrer, die oft genug illegal und zu schnell über den Gehweg rollern. Damit es künftig zu keinen Kollisionen mehr kommt, greift E-Scooter-Anbieter Bird jetzt zu knallharten Maßnahmen: Die Amerikaner bremsen und stoppen ihre Roller auf Gehsteigen mit Hilfe modernster Satellitentechnik. Wenn ein Bird-Scooter künftig dort unterwegs ist, erscheint zunächst ein Warnhinweis auf dem Smartphone des Nutzers. Wenn er nicht reagiert, wird der Roller zuerst verlangsamt, und dann komplett gestoppt. Bird testet die Technik laut Blogeintrag aktuell in Milwaukee und in San Diego. Danach soll Madrid folgen, bevor die Satelliten-Bremse ab 2022 in weiteren Ländern in den Verkehr kommt.

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Roller bremsen mit vier Satelliten-Systemen

Um die Vehikel exakt zu lokalisieren, kommt nicht nur GPS zum Einsatz, sondern GNSS (Global Navigation Satellite System), das die Daten der vier Satelliten-Systeme GPS, Galileo, GLONASS und BeiDou kombiniert. So lässt sich ein Bird-Scooter zentimetergenau orten – und feststellen, ob er illegal auf dem Gehweg oder legal auf dem Radweg unterwegs ist. Die Kalifornier hatten zuvor mit Kamerasystemen, GPS und künstlicher Intelligenz experimentiert. Diese Technik war wegen der weltweit unterschiedlichen Gegebenheiten auf Straßen und Wegen aber zu unzuverlässig – und zu anfällig für Vandalismus.

Alle Anforderungen erfüllt

Die gemeinsam mit dem Navigationsspezialisten U-blox entwickelte Satelliten-Bremse soll nun perfekt funktionieren und den oft zweifelhaften Ruf der E-Scooter und ihrer Nutzer aufmöbeln. Bird erklärt die Vorteile des Systems so: "Jede vorgeschlagene Lösung muss in der Lage sein, in Hunderten von verschiedenen städtischen Umgebungen auf der ganzen Welt zu funktionieren und mit minimalen Kosten und minimalem Arbeitsaufwand eingeführt zu werden, während die Genauigkeit im Laufe der Zeit erhalten bleibt." Diese Anforderungen sind jetzt erstmals erfüllt. Das könnte die Technik künftig auch für andere Anbieter von E-Scootern interessant machen.

Das sind die weiteren Themen von TechTäglich am 14. Oktober 2021:


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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