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Verhandlungen in der Zielgeraden
Ein Tiktok-Deal rückt in greifbare Nähe

Oracle und Walmart sollen demnach bis zu 20 Prozent an dem neuen Unternehmen Tiktok Global halten. Eine Forderung von US-Präsident Trump könnte den Deal aber noch platzen lassen.

Text: W&V Redaktion

20. September 2020

Tiktok: US-Nutzer dürfen hoffen.
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Die Tiktok-Fans in den USA müssen wohl künftig doch nicht auf die Kurzvideo-Plattform verzichten: Nach einem ewig langen Hin und Her und dem zuletzt drohenden Aus für den Download der App in den USA scheinen sich die Beteiligten nun doch noch einigen zu können.

Und so sieht die diskutierte Lösung aus: Oracle und Walmart sollen laut Tiktok bis zu 20 Prozent der Anteile an dem neuen Unternehmen Tiktok Global halten. Wer zu den restlichen Anteilseignern zählen wird, ist noch nicht offiziell. Offenbar sollen aber auch Sequoia Capital und General Atlantic, die bereits an der chinesischen Tiktok-Muttergesellschafft Bytedance beteiligt sind, zu den Investoren von TikTok Global gehören.

Fünf Milliarden für die Bildung

Der Deal sieht unter anderem wohl auch vor, dass Tiktok auch noch fünf Milliarden Dollar an einen US-Bildungsfonds bezahlen muss – das hatte US-Präsident Donald Trump laut Presseberichten bei einer Wahlkampfveranstaltung in Fayetteville verkündet. Ein nicht unumstrittener Handel: Er soll verstärkt die "patriotische Bildung" fördern, da aktuell nach dem Geschmack des US-Präsidenten die historische Bedeutung der Sklaverei zu sehr hervorgehoben werde.

Für Tiktok würde die nun mögliche Einigung zugleich bedeuten, dass der globale Hauptsitz des Unternehmens in den USA bleiben könnte. Tiktoks Interims-Chefin Vanessa Pappas kündigte in einem offiziellen Statement außerdem die weitere Expansion der Plattform an: Im Rahmen des Ausbaus sollen in den USA unter anderem 25.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Ganz ist die Sache aber noch nicht in trockenen Tüchern: Laut des US-Handelsministeriums ist die Frist, nach deren Ende man die App nicht mehr in den App-Stores herunterladen kann, vorläufig nur um eine Woche verschoben.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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